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Lieblingstonträger: The Kooks - The Best Of... So Far

31/05/2017 19:33 CEST | Aktualisiert 31/05/2017 19:33 CEST

Hesse und Buddha sind tot und damit ist auch das Folgen der Philosophie, im Hier und Jetzt zu leben, irgendwie hinfällig - super Voraussetzung für die Kooks, nach gerademal 13 Jahren Bandgeschichte ein Best Of-Album zu veröffentlichen, das einen in die glorreichen Zeiten des Indies zurückwirft.

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2006. Die Indie-Strömung feiert nun auch in Deutschland mit Debütalben von Künstlern wie den Arctic Monkeys, The Fratellis, The Long Blondes und The Kooks seinen großen Einstand. Das Ausgehen wird (für die damaligen Teenager unter uns, die Ü18 Ausweise noch mühevoll besorgen mussten) gerade erst entdeckt und damit auch noch richtig zelebriert. Beziehungsweise: Eigentlich wird viel mehr die Vorbereitung fürs Ausgehen, als das Ausgehen an sich zelebriert. Die Beine müssen erstmal in die engsten schwarzen Röhrenhosen gezwängt und der Pony in einer Art und Weise schief geschnitten werden, dass es dennoch sympathisch wild wirkt. Das Indie-Credo: unbeschwert cool sein. Blöd auch, dass das Internet damals fast ausschließlich für Lokalisten, StudiVZ oder ICQ gut war, und grandiose Seiten wie WikiHow, wo einem unter anderem ganz genau gesagt wird, wie das mit dem Indie-Stil richtig geht, noch nicht existierten. Doch vielleicht kommt die Zeit ja auch wieder. Jetzt, 2017, wo die Kooks ihr Best Of... So Far veröffentlicht haben.

Natürlich kann man dabei ins Diskutieren geraten, ob ein Best Of-Album bei einer Band, die sich weder getrennt, noch teilweise verstorben ist, nach 13 Jahren überhaupt Sinn macht. Viel mehr als Sinnlosigkeit verbirgt sich hinter dem Besto Of... So Far allerdings ein Abschluss - nicht nur mit einer fantastischen Strömung, die uns Indie-Kids bis heute musikalisch geprägt hat, sondern auch von der Band selbst. Nach über zehn Jahren trennen diese sich nämlich von ihrem Label Virgin und wollen unter einem neuen Schirmherren 2018 ein ganz neues Album rausbringen. Für dieses sollen laut eigener Aussage Luke Pritcharts schon 16 Anwärtersongs fertig sein. Wie diese in etwa klingen, könnten "Be Who Your Are" und "Broken Vow" andeuten - zwei neue Songs, die sich neben Klassiker wie "Ooh La", "Naive", "She Moves In Her Own Way" und "Sofa Song" unter das Best Of... So Far Album geschmuggelt haben.

Die Alberei, Indie könnte zurückkommen, wollen wir an dieser letzten Stelle noch auflösen. Verzeihung, aber dass der Spirit tot ist, zeigt sich nicht nur beim Rumgeheule über das geschlossene Atomic Café oder den Suchergebnissen zu "Indie Rock Fashion" auf Pinterest. Die Tatsache ist auch hörbar in der aktuellen Musik: Größen von damals enttäuschen mit dem Versuch, den lapidar schrammigen Klang von damals zu kopieren und neue, vergleichbare, aber dennoch individuelle Künstler, kommen gar nicht erst nach. Daran wird auch das Best Of-Album der Kooks nichts ändern. Der Indie-Geist liegt begraben unter löchrigen, pretty, pretty Petticoats, Hosenträgern und durchgetanzen/-ranzten Lederschühchen. Seht die Scheibe daher tatsächlich besser als Konserve alter Zeiten.

Tracklist: The Kooks - The Best Of... So Far

01. Naivethekooks bestofsofar cover

02. Always Where I Need To Be

03. Junk Of The Heart (Happy)

04. Bad Habit

05. She Moves In Her Own Way

06. Shine On

07 Seaside

08 Down

09. Sofa Song

10. Is It Me

11. You Don't Love Me

12. Forgive & Forget

13. Ooh La

14. Sway

15. Eddie's Gun

16. Matchbox

17. Be Who You Are - Alternative Intro

18. Broken Vow

19. Naïve (The Him 2017 Remix)

The Best Of... So Far von The Kooks wurde am 19. Mai via Virgin (Universal Music) veröffentlicht.

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