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Neue Manipulationen am Goldmarkt! Was wird hier vertuscht?

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GOLD STOCK
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Liebe Leserinnen und Leser,

inzwischen sind die Zinsen in den Industriestaaten wieder kräftig auf dem Weg nach unten, und dürften in den USA noch in diesem Jahr neue Rekordtiefs von ein Prozent bei zehnjährigen Anleihen markieren. Davon bin ich fester überzeugt denn je.

Denn während die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen und viele andere „Experten" behaupten, die US-Wirtschaft sei stark, kann ich davon überhaupt nichts sehen. Die einzigen der Konjunkturdaten, die zuletzt besser waren als erwartet, waren jene vom Arbeitsmarkt. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass das nur die saisonal bereinigten Daten sind, die meiner Meinung nach eine reine Erfindung sind.

Laut den Daten des Arbeitsministeriums hat die US-Privatwirtschaft im Juli 217.000 Jobs geschaffen - saisonal bereinigt, wohlgemerkt. Die unbereinigte, also die tatsächliche Zahl, lag aber bei lediglich 85.000. Und auch diese Zahl beruht nicht zuletzt auf Schätzungen des Arbeitsministeriums.

Im Gegensatz zu den „starken" Arbeitsmarktdaten sind viele andere Daten einfach schwach. So lagen die Einzelhandelsumsätze, die am vergangenen Freitag veröffentlicht worden sind, im Juli lediglich auf dem Niveau des Vormonats und damit deutlich unter den Schätzungen der Volkswirte, die ein Plus von 0,4 Prozent vorhergesagt hatten. Damit liegen die Einzelhandelsumsätze nur noch 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

So gering ist der Anstieg üblicherweise nur in Krisenzeiten. Nach der Vorlage der Daten sind die Zinsen für zehnjährige Anleihen auf 1,49 Prozent eingebrochen, während Gold auf mehr als 1.350 Dollar je Unze nach oben gehüpft war.

Plötzlich nach dem Börsenschluss in Europa kam aber „jemand" auf die Idee, innerhalb von wenigen Minuten Gold-Futures im Volumen von fünf Mrd. Dollar auf den Markt zu werfen - fünf Mrd. Dollar! Dass der einzige Sinn der Übung war, den Goldpreis nach unten zu manipulieren, sollte jedem normal Denkenden klar sein.

Es gibt keine Zinserhöhung in den USA

Vor den Daten zu den Einzelhandelsumsätzen hatten bereits jene zur Produktivität gezeigt, wie schwach die US-Wirtschaft tatsächlich ist. So war die Produktivität im zweiten Quartal um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken.

Das war der dritte Rückgang in Folge - das ist letztmals im Jahr 1979 passiert. Ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass die Daten - mit Ausnahme der Arbeitsmarktdaten - in den nächsten Monaten schwach bleiben werden und dass es deshalb keine Zinserhöhung in diesem Jahr geben wird. Wenn es den Investoren zusehends klar wird, dass Yellen's Andeutungen über mögliche Zinserhöhungen nichts als reines Gerede sind, dürfte der Dollar den Rückwärtsgang einlegen.

Dann hätte der Goldpreis nicht nur von den sinkenden Zinsen, sondern auch von dem schwächeren Dollar Rückenwind.

Die Entscheidung für Sparer wie Sie und mich ist klar: Wir können unser Geld in Staatsanleihen anlegen und beispielsweise Italien mit einem Schuldenberg von horrenden 2,25 Billionen Euro Geld für zehn Jahre für ein Prozent pro Jahr leihen. Oder wir kaufen Gold und setzen darauf, dass die weltweiten Notenbanker immer mehr Geld drucken werden und damit die Strafzinsen immer weiter nach unten drücken.

In dem Umfeld sollte der Goldpreis weiter kräftig klettern. Angesichts derartiger „Wahlmöglichkeiten" ist mein Ratschlag klar. Stocken Sie Ihre Goldbestände weiter zügig auf. Nur damit schützen Sie sich gegen den Irrsinn der weltweiten Notenbanker und die weitere Abwertung des Papiergeldes.

Nach dem jahrelangen, gigantischen Gelddrucken der weltweiten Notenbanken sind Aktien und Anleihen extrem teuer. Hingegen ist Gold trotz des kräftigen Anstiegs seit Jahresanfang immer noch viel zu billig.

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