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Gold kaufen und Steuern sparen?

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GOLD BAR
Gazimal via Getty Images
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Gold kaufen & Steuern sparen? Ist das möglich?

Der deutsche Fiskus, und vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble, sucht ständig nach neuen Möglichkeiten, die Steuerzahler zur Kasse zu bitten, um auf diese Weise den Staatshaushalt aufzubessern.

Vor einigen Jahren war es die sogenannte Abgeltungssteuer, die manchen Anleger auf die Palme brachte, und auch die Mehrwertsteuer beim Spekulieren ist vielen Investoren nach wie vor ein Dorn im Auge.

Denn natürlich ist der Handel mit Finanzprodukten und -instrumenten in Deutschland steuerpflichtig. Gold kaufen zu wollen oder Geld in einen Goldsparplan einzuzahlen, kann Sparern jedoch durchaus beim Senken der Steuerlast zu helfen.

Das Interessante dabei:

Für Investitionen in andere Edelmetalle wie Platin und Palladium sieht der Gesetzgeber durchaus die Berechnung des normalen Mehrwertsteuersatzes in Höhe von 19 Prozent aus. Dieser Prozentsatz ist insofern ein Ärgernis, da Investoren diese Nebenkosten sowie die ohnehin hin entstehenden Aufschläge auf den aktuellen Marktpreis ausgleichen müssen, um bei steigenden Preisen am Markt in die Gewinnzone zu steuern. Gleiches gilt übrigens für Silber, die kleine Schwester des Goldes - auch hier wird die Mehrwertsteuer fällig.

Barren und Münzen müssen unterschiedliche Bedingungen erfüllen

Wer sein Erspartes hingegen in Gold in Form von Münzen oder Barren steckt oder mit Gold sparen möchte, kann auf diese Weise einen lohnenden Umweg beschreiten. Anlagegold ist, das wissen gerade Anfänger oft gar nicht, in den Staaten der Europäischen Union von der Mehrwertsteuer befreit.

Münzen fallen ebenso in diesen Bereich wie Barren unterschiedlichen Gewichts mit einem Mindest-Feingehalt von 900 (Münzen) bzw. 995 (Barren) Tausendsteln Gold aufweisen - zudem dürfen die Güter erst nach dem Jahr 1800 geprägt worden sein, da sonst die historische Bedeutung zu einer anderen Sachlage führt.

Zudem wird bei physischem Gold keine Abgeltungssteuer erhoben, was fürs Goldsparen und den Handel noch besser ist aus Anlegersicht. Die Steuerfreiheit in puncto Abgeltungssteuer beim Führen eines Goldsparplans oder dem Verkauf von Barren und Münzen gilt zunächst einmal für eine Summe von 600 Euro aufwärts.

Haltezeiten entscheiden über die Besteuerung

Denn ein Volumen dieser Größenordnung kann jederzeit ohne eine Haltefrist veräußert werden. Bei größeren Verkaufsmengen und -summen ist die Befreiung von der Steuer an eine Bedingung gebunden. Nach dem Kauf muss eine Frist von 12 Monaten verstrichen sein, bevor das Edelmetall wieder verkauft werden kann.

Der Begriff des Physischen ist in diesem Zusammenhang der Dreh- und Angelpunkt. Anleger, die nicht physisches Gold kaufen oder im Goldsparplan ein derartiges Vermögen aufbauen, zahlen immer die Abgeltungssteuer - ganz gleich, welche Haltedauer vor dem gewünschten Verkauf stand.

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Dies betrifft zum Beispiel Aktien von Goldminenbetreibern, Zertifikat-Gewinne auf Goldbasis oder Derivate wie Differenzkontrakte und binäre Optionen. Gerade in den zuletzt genannten Bereichen steigt der Umsatz im Goldbereich bei vielen Brokern.

Ohnehin aber eignet sich Experten zufolge eher das Gold sparen als sinnvoll, denn der riskante Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren. Übrigens wird auch keine Einkommensteuer auf Goldbarren und Münzen fällig, da Anleger weder Dividenden-Gewinne oder Zinsen realisieren.

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