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Wie Videos das Internet verändern

01/04/2017 13:25 CEST | Aktualisiert 01/04/2017 13:25 CEST
Weedezign via Getty Images

Wenn man der Trendstudie von Cisco Systems Glauben schenkt, dann wird der Internet-Traffic in den nächsten Jahren massiv zunehmen. Grund dafür ist unser Surfverhalten und die Zunahme von Video-Inhalten im Netz.

Der Anstieg der Nutzer und Geräte mit Zugriff auf das Internet ist in großen Teilen für die Explosion des weltweiten Datenverkehrs von monatlich 88,7 Exabyte (1 Exabyte = 1 Milliarde Gigabyte) im Jahr 2016 auf 194 Exabyte im Jahr 2020 verantwortlich. So geht Cisco davon aus, dass im Jahr 2020 auf jeden Menschen global ca. 3,4 internetfähige Geräte kommen werden.

Auch das Surfverhalten der Nutzer im Internet bedingt den Anstieg, besonders hervorzuheben ist dabei der Medienkonsum.

Erstaunlicherweise werden große Dateien, wie es zum Beispiel im Bereich Filesharing der Fall ist, gar nicht so sehr ins Gewicht fallen. Der Internet-Traffic wird sich vordergründig durch das Angebot vieler kurzer und mittellanger Videos verändern. Dabei wächst nicht nur die Anzahl der Konsumenten, sondern auch der Anteil der Produzenten steigt rasant.

Jeder kann heutzutage Videos aufnehmen

Dass Smartphones das Aufnehmen und teilen von Fotos und Videos revolutioniert haben, ist wohl nicht zuletzt auf Plattformen wie Instagram zu sehen. Dabei geht es gar nicht um die Produktion von richtigen Videos - meistens sind es eher Momentaufnahmen, die dann auch gleich im Freundeskreis oder in den Sozialen Netzwerken geteilt werden und somit Traffic generieren.

Zusätzlich können immer mehr Amateur-Regisseure viel einfacher Videos produzieren als je zuvor. GoPros zum Beispiel gehören für viele Sportler mittlerweile zum Standardequipment dazu.

Ob die Sozialen Netzwerke die Selbstdarstellung fördern oder andersherum ist, schwer zu sagen. Fakt ist, dass beide fest miteinander verbunden sind. Aber während aus anfänglich reinen Textbotschaften ohne großem Datenvolumen Bilder mit einigen Megabyte wurden, sind es jetzt Videos in allen Längen, die schnell mit mehreren Megabyte zu Buche schlagen.

Alleine auf YouTube werden beispielsweise jede Minute 300 Stunden Videomaterial hochgeladen. Immerhin schaffen es alle Nutzer zusammen 6 Milliarden Stunden im Monat davon zu schauen.

Auch der Videokonsum wird mobiler

Aufgrund der hohen Datenmengen waren Videos lange für den mobilen Konsum ungeeignet. Die Produktion von Inhalten speziell fürs Mobiltelefon, das große Angebot an WLAN-Hotspots sowie eine immer größer werdende Menge an nutzbarem Datenvolumen haben den Videokonsum auf mobilen Geräten erst möglich gemacht.

Laut der Cisco Analyse wird der mobile Datenverbrauch den von stationären Computern schon in 2020 überholt haben.

Zu Beginn wurden Videos häufig für Kanäle wie das Fernsehen produziert und später nur im firmeneigenen Facebook Profil oder auf Youtube hochgeladen. Dabei hat sich schnell gezeigt, dass die Ansprüche an Videos für den mobilen Konsum ganz andere sind.

Generell müssen die Clips in den Sozialen Medien innerhalb der ersten Sekunden überzeugen, sonst wird einfach weiter gescrollt. Für mobile Geräte kommt aber noch hinzu, dass der Inhalt des Videos allein durch das Anschauen zu verstehen sein muss.

Nur wenige werden unterwegs mit Ton gestartet und Pläne, die automatische Stummschaltung von selbstspielenden Videos aufzuheben, haben zu starkem Protest von Seiten der Medien geführt.

Wenn das Video nicht für sich selbst spricht, muss ein Untertitel her. Mit der durchlaufenden Schrift wird das Video letztlich zu einem sogenannten "snackable content" - einer einfachen Unterhaltung für zwischendurch quasi.

Da aber neben Unterhaltung vor allem auch wichtige Informationen in kurzen Videos mit Untertitel untergebracht werden können, entdecken immer mehr Redaktionen dieses Medium für sich. Die Verschiebung vom privaten Entertainment hin zu einem echten Ersatz für Texte wird den Traffic in den nächsten Jahren weiter nach oben treiben.

Livestreams von Konferenzen und Sportereignissen, die einfach abgespeichert werden und auch nach dem Event als Video-on-Demand zur Verfügung stehen, tun ihr Übriges. Events per Livestream im Internet zu schauen oder hinterher ein Video als Zusammenfassung, ist für die jüngere Generation schon jetzt selbstverständlich.

Während beispielsweise früher Freunde zusammen über alte Bilder gelacht haben, können sie sich heute online treffen, YouTube Videos schauen und darüber lachen. Google hat hierfür die YouTube App Uptime entwickelt, um es den Nutzern zu ermöglichen, gemeinsam zur gleichenen Zeit ein Video zu gucken - synchron miteinander und ich Echtzeit.

Technologien, die die Videoproduktion immer einfacher werden lassen, haben einen Löwenanteil an der Veränderung des Internets hin zu mehr bewegten und interaktiven Inhalten. Das geschriebene Wort ist noch lange nicht wegzudenken, aber das bewegte Bild läutet im Internet eine neue Ära ein.

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