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9 falsche Verhaltensweisen am Arbeitsplatz, die dich schnell den Job kosten können

24/07/2017 14:28 CEST | Aktualisiert 24/10/2017 15:03 CEST
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Wir alle haben schon einmal Geschichten darüber gehört oder sogar selbst miterlebt, wie manche Leute in der Arbeit echt komische Dinge tun.

In Wahrheit braucht man jedoch gar nicht einmal einen Stuhl aus dem Fenster werfen oder einfach inmitten einer Präsentation den Raum verlassen, um seiner Karriere irreparable Schäden zuzufügen.

Unabhängig davon, wie talentiert du bist, oder was du schon alles erreicht hast, gibt es bestimmte Verhaltensweisen, durch die deine Kollegen dich plötzlich ganz anders wahrnehmen und die dich dauerhaft in einem schlechten Licht dastehen lassen.

Die folgende Liste zeigt dir die neun schlimmsten Verhaltensweisen, die du um jeden Preis vermeiden solltest.

1. Deinen Kollegen in den Rücken fallen

Der Ausdruck allein sagt ja schon alles. Wenn du deinen Kollegen gewollt oder ungewollt in den Rücken fällst, erzeugst du damit großen Unfrieden am Arbeitsplatz. Dass du jemandem in den Rücken fällst, kommt am häufigsten dann vor, wenn du versuchst, ein Problem zu lösen, ohne deinen Kollegen in den Prozess mit einzubeziehen.

Die meisten Menschen tun das, weil sie einen Konflikt vermeiden wollen. Wenn dein Kollege jedoch irgendwann bemerkt, dass du ihm in den Rücken gefallen bist, erzeugst du mit deinem Verhalten nur noch mehr Probleme. Sobald du einen anderen in den Augen seiner Kollegen in einem schlechten Licht dastehen lässt, fühlt es sich für denjenigen so an, als wärst du ihm in den Rücken gefallen. Und dann ist es ganz egal, aus welcher Motivation heraus du das getan hast.

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2. Lästern

Man gibt nie eine gute Figur ab, wenn man sich zu Lästereien über andere Menschen hinreißen lässt. Sollten deine Kollegen irgendwann erfahren, dass du dich permanent über ihre Fehler oder ihr Unglück auslässt, werden sie enttäuscht von dir sein.

Und eines ist sicher: Lästereien über andere lassen dich selbst als negativen und boshaften Menschen erscheinen.

3. Die Lorbeeren von Kollegen einheimsen

Jeder von uns kennt das Gefühl, wenn man mit Schrecken feststellen muss, dass einem die eigene Idee von einem Kollegen geklaut wurde. Wenn du die Lorbeeren von anderen einstreichst - ganz egal wie klein sie auch sein mögen - dann erweckst du dadurch den Eindruck, dass du selbst noch nichts Besonderes erreicht hast. Wenn du dich für fremde Arbeit loben lässt, zeigst du damit außerdem, dass du dein Team und deine Arbeitskollegen überhaupt nicht wertschätzt.

4. Dich von Gefühlen überwältigen lassen

Da meine Firma 360°-Feedbacks sowie Coachings für Führungskräfte anbietet, fiel uns irgendwann auf, dass es viel zu viele Vorfälle gab, bei denen Mitarbeiter mit Gegenständen um sich geworfen hatten, herumgeschrien hatten, Kollegen zum Weinen gebracht hatten oder sich auf andere Weise ganz eindeutig von ihren Gefühlen überwältigen lassen hatten.

Gefühlsausbrüche sind immer ein Zeichen für geringe emotionale Intelligenz, und man kann dafür schnell gekündigt werden. Wenn jemand sich derart unausgeglichen verhält, wird früher oder später die Frage aufkommen, ob diese Person denn überhaupt vertrauenswürdig ist und ob sie sich zusammenreißen kann, wenn es darauf ankommt.

Ganz egal, wie sehr dein Gegenüber es auch "verdient" haben mag: Durch einen Wutausbruch ziehst du eine äußerst negative Art von Aufmerksamkeit auf dich. Man wird dich für labil, unnahbar und einschüchternd halten. Wenn du in der Lage bist, deine Gefühle im Zaum zu halten, behältst du auch alles andere im Griff.

Und wenn du deine Gefühle sogar dann beherrschen kannst, wenn jemand dir Unrecht getan hat, wird am Ende diese Person in einem schlechten Licht dastehen, und nicht du selbst.

5. Verkünden, dass du deinen Job hasst

Das Letzte, was deine Arbeitskollegen hören wollen, ist, wie sehr du deinen Job hasst. Dieses Verhalten lässt dich als einen negativen Menschen erscheinen und außerdem schadet es der Stimmung im Team.

Chefs erkennen sofort, wenn jemand immer nur herumschimpft und die Stimmung im Team herunterzieht. Und sie wissen ganz genau, dass es ihnen nicht sonderlich schwerfallen wird, diese Mitarbeiter durch motiviertere Kollegen zu ersetzen.

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6. Angeben

Wenn ein Spieler beim Baseball einen Home Run landet und beim Überqueren der Bases anfängt zu prahlen, kann man davon ausgehen, dass er in der Vergangenheit noch nicht besonders viele Home Runs geschafft hat.

Wenn ein Spieler jedoch einen Home Run landet und ohne großes Getue über die Bases läuft, zeigt er damit, dass derartige Erfolge nichts Besonderes für ihn sind. Und dadurch wirkt er auf seine Gegner noch viel einschüchternder.

Wenn man etwas Tolles erreicht hat und nicht damit angibt, beweist man, dass man viel innere Stärke besitzt - und man zeigt seinen Mitmenschen, dass man an Erfolg gewöhnt ist.

7. Lügen verbreiten

Am Anfang von Lügen stehen oftmals gute Absichten, zum Beispiel, dass man sich selbst oder jemand anderen schützen möchte. Leider neigen Lügen jedoch dazu, größer zu werden und sich weiterzuverbreiten, bis sie irgendwann entdeckt werden. Und wenn erst einmal alle wissen, dass du gelogen hast, kommst du aus der Nummer nicht mehr heraus.

Beim Lügen erwischt zu werden, ist anstrengend und schlecht für dein Selbstwertgefühl, selbst wenn es nur eine kleine Lüge war. Wenn du mit dir selbst zufrieden sein willst, solltest du aufrichtig bleiben.

8. Geruchsintensive Lebensmittel essen

Wenn du nicht gerade auf einem Schiff arbeitest, werden deine Kollegen höchstwahrscheinlich etwas dagegen haben, dass du das ganze Büro nach altem Fisch riechen lässt. Die Faustregel ist: alle Speisen zu Hause lassen, deren Geruch sich über die Küchentür hinaus verbreiten könnte.

Dieser Punkt mag zwar unwichtig wirken, doch es ist rücksichtslos und störend, wenn man im Büro geruchsintensive Lebensmittel verspeist - gerade weil sich dies so leicht vermeiden lässt.

Ein Verhalten, das deine Kollegen stört, obwohl es so leicht zu vermeiden wäre, erzeugt sehr schnell großen Unmut. Mit deinem streng riechenden Mittagessen gibst du deinen Kollegen zu verstehen, dass sie dir egal sind, selbst wenn das gar nicht stimmt.

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9. Alle Brücken hinter dir abbrechen

Im Job geht es in erster Linie um die Menschen, die du kennenlernst und um die Kontakte, die du herstellst. Berufliche Beziehungen für immer zu zerstören ist ein riesengroßer Fehler.

Zu den Kunden von TalentSmart gehört auch eine große Coffee-Shop-Kette. Da in dem Unternehmen das Personal allgemein ziemlich häufig wechselt, wird es normalerweise nicht persönlich genommen, wenn ein Mitarbeiter kündigt.

Eine Barista schaffte es jedoch, an einem einzigen Tag sämtliche Brücken hinter sich abzureißen. Das Überraschende daran ist, dass sie dafür nicht einmal herumschreien oder sonst etwas Extremes tun musste. Sie hat einfach nur gekündigt.

Ohne Vorwarnung erschien sie am Montag zu ihrer Schicht und informierte den Filialleiter über ihre Kündigung (sie hatte irgendwo anders eine besser bezahlte Stelle gefunden). Dann ging sie. Das Ergebnis war natürlich, dass in sämtlichen Schichten, für die sie in den kommenden zwei Wochen eingeteilt gewesen wäre, jeweils ein Mitarbeiter fehlte, da sie ihrem Vorgesetzten keine Zeit gelassen hatte, einen Ersatz für sie zu finden.

Mit diesem Verhalten wollte sie eigentlich nur dem Filialleiter schaden, den sie nicht leiden konnte. Im Endeffekt sorgte sie jedoch dafür, dass sämtliche Mitarbeiter des Ladens zwei echt schreckliche Wochen durchmachen mussten. Und obwohl ihre Kollegen sie eigentlich immer sehr gern mochten, zerstörte sie durch dieses Verhalten auf einen Schlag sämtliche Beziehungen zu ihnen.

Zusammengefasst:

Diese Verhaltensweisen klingen vielleicht extrem und äußerst rücksichtslos, doch tendenziell können sie sich bei jedem von uns einschleichen. Durch Trainings zur Emotionalen Intelligenz können die Mitarbeiter in deinem Unternehmen lernen, solche Verhaltensweisen zu vermeiden.

Gibt es noch weitere Verhaltensweisen, die ich mit in die Liste aufnehmen sollte? Ich freue mich über eure Meinungen in der Kommentarspalte, da ich noch genauso viel von euch lernen kann, wie ihr von mir.

Ihr wollt mehr von mir erfahren? Dann werft einen Blick in mein neues Buch "Emotionale Intelligenz 2.0".

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)

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