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5 Entscheidungen in deinem Leben, die du für immer bereuen wirst

22/05/2017 17:21 CEST | Aktualisiert 26/05/2017 09:35 CEST
skynesher via Getty Images

Wir müssen in unserem täglichen Leben permanent neue Entscheidungen treffen. Die meisten davon sind zwar banal, es gibt jedoch auch Entscheidungen, die so bedeutend sind, dass sie dich dein ganzes Leben lang verfolgen können.

Einer Studie der Columbia University zufolge müssen wir uns jeden Tag mit mehr als 70 Entscheidungen auseinandersetzen. Diese unglaublich hohe Zahl an Entscheidungen, die wir Tag für Tag treffen müssen, kann zu dem Phänomen der sogenannten "Entscheidungsmüdigkeit" führen. Das bedeutet, dass das Gehirn wie ein Muskel ermüdet.

Unser Gehirn macht es uns bei Entscheidungen schwer

Eine Studie der University of Texas hat ergeben, dass unser Gehirn uns Entscheidungen aber auch dann schwer macht, wenn es nicht müde ist. Denn wenn wir Entscheidungen treffen müssen, greift unser Gehirn nicht auf bereits erlangtes Wissen zurück, sondern es konzentriert sich stattdessen lieber auf konkrete und detaillierte Erinnerungen.

Nehmen wir einmal an, du willst dir ein neues Auto anschaffen und musst dich entscheiden, ob du dir eines mit Ledersitzen kaufen sollst. Obwohl du weißt, dass du dir die Lederausstattung eigentlich nicht leisten kannst, konzentriert dein Gehirn sich auf die Erinnerung, wie gut die Ledersitze im Sportwagen deines Bruders riechen und sich anfühlen, anstatt daran zu denken, wie sehr dich die Ratenzahlungen für dein Auto Monat für Monat belasten werden.

Und da du noch keine Erinnerungen an diesen Zustand abgespeichert hast, fällt es deinem Gehirn schwer, diese Tatsache bei der Entscheidungsfindung mit in Betracht zu ziehen.

"Ich bin kein Produkt meiner Umstände. Ich bin ein Produkt meiner Entscheidungen." - Stephen Covey

Wir müssen bei Entscheidungen den richtigen Blickwinkel finden

Manche Entscheidungen sind unwesentlich, zum Beispiel was wir essen sollen, welchen Weg zur Arbeit wir nehmen oder in welcher Reihenfolge wir unsere Aufgaben erledigen wollen.

Andere Entscheidungen sind jedoch schwieriger: Wenn wir uns beispielsweise zwischen zwei Jobangeboten entscheiden müssen - oder, ob wir für unseren Partner in eine andere Stadt ziehen sollen. Das Gleiche gilt, wenn wir uns klar machen müssen, ob wir den Kontakt zu einer toxischen Person abbrechen sollen.

Unabhängig von der Tragweite der jeweiligen Entscheidung erschwert es uns unser Gehirn, den richtigen Blickwinkel zu behalten, den wir für gute Entscheidungen brauchen.

Im Video: Eine Krankenschwester verrät: Diese 5 Dinge bereuen Sterbende am häufigsten

Menschen bereuen vor ihrem Tod vor allem eine Sache

Bronnie Ware arbeitet als Krankenschwester in einer Palliativ-Station. Sie kümmert sich ausschließlich um Menschen, die noch zwischen drei und zwölf Monaten zu leben haben. Die Pflegerin fragte ihre Patienten, was diese am meisten bereuen, und sie erhält dabei stets dieselben fünf Antworten.

Diese fünf Antworten ihrer Patienten können dir dabei helfen, selbst bessere Entscheidungen zu treffen und nicht dieselben Fehler zu machen.

1. Sie wünschten sich, sie hätten ihre Entscheidungen nicht von der Meinung anderer abhängig gemacht.

Wenn du deine Entscheidungen davon abhängig machst, was andere denken, kann dir nämlich Folgendes passieren:

a, Du entscheidest dich für den falschen Beruf

Es gibt so viele Menschen, die die Wahl ihres Studienfachs bereuen oder die sogar ihr Leben lang eine Karriere verfolgen, an der ihnen eigentlich gar nichts liegt. Ganz egal, ob du deine Eltern beeindrucken willst oder ob dir Geld und Ansehen wichtiger sind, als deiner tatsächlichen Berufung nachzugehen: Die Entscheidung für den falschen Beruf wird dich dein Leben lang begleiten.

b, Du verstößt gegen deine eigenen moralischen Prinzipien

Wenn du dich zu sehr darauf versteifst, was dein Chef von dir denkt, wie viel Geld dein Partner braucht, um glücklich zu sein, oder wie schlecht du dastehen würdest, wenn du versagen würdest, riskierst du, deine eigenen moralischen Grundsätze zu verraten.

Durch dein extremes Bedürfnis nach Anerkennung von außen beeinträchtigst du dich selbst in deiner Fähigkeit, dir treu zu bleiben und dich dadurch letzten Endes auch gut zu fühlen.

Am besten schützt du dich davor, der Meinung anderer zum Opfer zu fallen, indem du dir klarmachst, was die Meinung von anderen Leuten denn eigentlich ist - nämlich einfach nur eine Meinung. Es ist egal, wie toll oder schrecklich andere dich finden, denn das ist einzig und allein ihre Meinung. Dein wahrer Selbstwert kommt von innen.

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Im Folgenden findest du vier weitere Dinge, die Wares Patienten kurz vor ihrem Tod bereuen:

2. Sie wünschen sich, sie hätten nicht so viel gearbeitet.

Harte Arbeit bietet dir die wunderbare Möglichkeit, die Welt mit zu gestalten, zu lernen, zu wachsen, Anerkennung zu erfahren und manchmal auch dein Glück zu finden. Harte Arbeit wird jedoch zum Problem, sobald sie auf Kosten der Menschen geht, die dir nahe stehen.

Ironischerweise arbeiten wir oft deshalb besonders hart, um Geld für die Menschen zu verdienen, die uns am Herzen liegen. Dabei vergessen wir jedoch, dass diesen Menschen unsere Gesellschaft eigentlich sehr viel mehr bedeutet als Geld.

Letzten Endes geht es darum, zwar einerseits das zu tun, was uns Freude bereitet, und andererseits jedoch auch genug Zeit mit unseren Lieben zu verbringen. Denn sonst wirst du eines Tages zurückblicken und dir wünschen, du hättest dich mehr auf Letzteres konzentriert.

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3. Sie wünschen sich, sie hätten ihren Gefühlen häufiger freien Lauf gelassen.

Als Kinder wird uns beigebracht, dass Emotionen gefährlich sind und dass wir sie unterdrücken und im Griff behalten müssen. Anfangs funktioniert das zwar ganz gut, doch wenn du deine Gefühle immer verdrängst, werden sie irgendwann so stark, dass sie aus dir herausbrechen.

Im besten Fall legst du deine Gefühle immer sofort offen auf den Tisch. Das mag dir anfangs zwar vielleicht schwer fallen, im Endeffekt zwingst du dich dadurch jedoch selbst dazu, immer ehrlich und aufrichtig zu sein.

Wenn du zum Beispiel findest, dass du in deinem Job zu wenig verdienst, solltest du einen Termin mit deinem Chef vereinbaren und ihm erklären, warum du der Meinung bist, dass du mehr wert bist. Dein Chef wird dir daraufhin entweder zustimmen und dir eine Gehaltserhöhung geben, oder er wird dir nicht zustimmen und dir erklären, was du tun musst, wenn du mehr verdienen willst.

Wenn du jedoch gar nichts unternimmst und zulässt, dass deine Gefühle vor sich hin schwelen, wirst du deshalb schlechtere berufliche Leistungen erzielen und deine Ziele nicht erreichen können.

4. Sie wünschen sich, sie hätten mehr Kontakt zu ihren Freunden gehalten.

Gefangen im Alltagstrott kann es leicht passieren, dass du vergisst, wie wichtig andere Menschen für dich sind, und zwar vor allem diejenigen, für die du dir Zeit nehmen solltest. Kontakte zu alten Freunden zählen zu den ersten Dingen, die unserem stressigen Alltag zum Opfer fallen.

Das ist sehr schade, denn wir bauen unglaublich viel Stress ab, wenn wir Zeit mit unseren Freunden verbringen. Enge Freunde schenken dir Kraft und neue Perspektiven. Und außerdem vermitteln sie dir ein besonderes Gefühl von Zugehörigkeit, das niemand anderes ersetzen kann.

5. Sie wünschen sich, sie hätten sich ihr eigenes Glück mehr gegönnt.

Wenn du im Sterben liegst, erscheinen dir all die Probleme, die du irgendwann einmal hattest, im Gegensatz zu den guten Zeiten banal. Der Grund dafür ist, dass uns klar wird, dass wir uns in den meisten Fällen selbst für unser Leiden entscheiden. Leider kommt diese Erkenntnis für die meisten Menschen zu spät.

Natürlich müssen wir alle irgendwann einmal Schmerzen ertragen. Wie wir jedoch mit diesen Schmerzen umgehen, liegt voll und ganz in unserer eigenen Hand, ebenso wie die Fähigkeit, uns aufrichtig freuen zu können.

Manchmal fällt es uns nicht leicht, zu lachen und glücklich zu sein (vor allem, wenn wir gestresst sind). Und dennoch ist diese Herausforderung all unsere Bemühungen absolut wert.

Kurz gesagt: Wir müssen für wichtige Entscheidungen den richtigen Blickwinkel finden

Manche Entscheidungen können sich auf dein ganzes Leben auswirken. Da wir die meisten dieser Entscheidungen Tag für Tag treffen müssen, sollten wir dabei besonders sorgfältig vorgehen und immer den richtigen Blickwinkel finden, damit wir erst gar keine Entscheidungen treffen, die wir unser Leben lang bereuen.

Ich freue mich über deine Kommentare zu diesem Artikel, denn ich kann von dir noch genauso viel lernen wie du von mir.

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Dieser Blog erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(lm)