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Nachdem du diese 13 Fragen beantwortet hast, weißt du, ob du dein Leben verändern musst

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FRAGEN LEBEN
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Wenn in deinem Leben gerade alles nicht so ganz rund läuft, liegt das möglicherweise daran, dass du dir nicht die richtigen Fragen stellst. Mit manchen Fragen möchte man sich am liebsten gar nicht erst auseinandersetzen, weil man Angst hat, nicht die Antwort zu bekommen, die man eigentlich gerne hören würde.

Und manchmal will man die Antwort auf diese Fragen auch gar nicht wissen.

Doch die besten Dinge im Leben geschehen meist nicht einfach so. Wenn du die Augen vor den wirklich wichtigen Fragen verschließt, wirst du für immer im Mittelmaß hängen bleiben. Meiner Meinung nach hat Sokrates es genau auf den Punkt gebracht, indem er sagte:

"Ein ungeprüftes Leben ist nicht lebenswert."

Sokrates Beobachtung lässt sich auch auf die berufliche Ebene übertragen. Als Eric Schmidt noch CEO von Google war, sagte er einst: "Die Basis unseres Unternehmens sind Fragen, nicht Antworten."

Wie im geschäftlichen Bereich basiert auch das Leben auf Fragen und nicht auf Antworten. Und deshalb sollten wir uns einmal genauer anschauen, welche schwierigen Fragen wir uns selbst immer wieder stellen sollten.

1. Inwiefern nehmen meine Mitmenschen mich anders wahr als ich mich selbst?

Hast du dir auch schon einmal eine Tonaufnahme deiner eigenen Stimme angehört und dir gedacht: "So höre ich mich also an?" Da unsere Stimme sich erst ihren Weg durch den Schädel bahnen muss, können wir selbst uns nicht so hören, wie wir für andere klingen.

Im Bezug auf unser Auftreten verhält es sich ähnlich. Wir beurteilen unser Verhalten danach, wie wir in unseren Augen auf andere Menschen wirken. Unser Gegenüber sieht jedoch, wie wir wirklich ankommen. Ein 360°-Feedback ist eine wunderbare Methode, um sein eigenes Verhalten aus einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten.

Behalte deine Reaktion für dich

Durch diese Methode erhält man ein konstruktives, anonymes und genaues Feedback. Wenn du dir anhand eines 360°-Feedbacks eine ehrliche Meinung von Außenstehenden einholen möchtest, solltest du darauf achten, dass du ganz genau eingeschätzt wirst. Deshalb solltest du schwammige Fragen und Verallgemeinerungen dabei besser vermeiden.

Wenn du eine ehrliche und aufrichtige Antwort erhalten möchtest, solltest du beispielsweise nicht fragen, ob du ein guter Chef bist. Stattdessen sollte deine Frage lauten: "Wie gut bin ich beim letzten Meeting damit umgegangen, dass ich mit meiner Meinung völlig alleine dastand?"

Achte auch darauf, deine Reaktion auf ein Feedback für dich zu behalten. Wenn es dir an emotionaler Intelligenz mangelt und du jedes Mal ausflippst oder beleidigt reagierst, wenn dir jemand seine ehrliche Meinung sagt, wirst du irgendwann überhaupt kein Feedback von anderen mehr erhalten.

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2. Für was/wen hast du heute etwas zum Positiven verändert?

Hierzu gibt es das Sprichwort: "Hinterlasse alles ein bisschen besser, als du es vorgefunden hast." Dich am Ende jeden Tages zu fragen, für was oder wen du heute etwas zum Positiven verändert hast, hilft dir dabei, auf dem Boden zu bleiben und dich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind.

3. Bleibe ich meinen eigenen Werten treu?

Hast du auch manchmal das nagende Gefühl, dass irgendwas in deinem Leben nicht ganz rund läuft? Oft liegt das daran, dass sich bei dir Verhaltensweisen eingeschlichen haben, die deinen eigenen Werten widersprechen.

Wenn du ständig Überstunden schiebst, obwohl es dir eigentlich sehr wichtig ist, viel Zeit mit deiner Familie zu verbringen, steckst du in einem Konflikt. Wenn du möchtest, dass die nervige kleine Stimme in deinem Kopf endlich Ruhe gibt, musst du etwas an der Situation ändern.

4. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich all meine Ziele erreicht hätte? Was kann ich tun, um dieses Gefühl bereits auf dem Weg dorthin spüren zu können?

Die Fähigkeit, die Lorbeeren erst dann zu ernten, wenn man seine Ziele auch wirklich erreicht hat, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Erfolg. Dass man erst dann zufrieden ist, wenn man die Ziellinie überschritten hat, bedeutet jedoch nicht, dass es einem auf dem Weg dorthin die ganze Zeit schlecht gehen muss.

Man kann sogar noch mehr erreichen und dabei auch noch sehr viel mehr Spaß haben, wenn man sich bereits auf dem Weg zum Erfolg immer wieder erlaubt, stolz und glücklich zu sein.

5. Welche Dinge habe ich noch nicht gelernt, weil ich mir nie die Zeit dazu genommen habe?

Die Welt, in der wir leben, ist sehr komplex, und sie wird immer komplexer. Wissenschaftler vermuten, dass es früher 1.500 Jahre gedauert hat, bis das gesammelte Wissen der ganzen Welt sich verdoppelte. Heutzutage umfasst dieser Zeitraum nur ein oder zwei Jahre. Pass auf, dass du nicht hinterherhinkst.

6. In welchen Bereichen meines Lebens gebe ich mich zu schnell zufrieden?

Wenn du dich mit bestimmten Dingen abfindest, gibst du dich mit weniger zufrieden, als du eigentlich bekommen könntest. Manche von uns finden sich mit Jobs ab, die ihnen keine Perspektive bieten. Andere verharren in ungesunden Beziehungen.

Wenn du nicht anfängst, dich zu fragen, in welchen Bereichen und womit du dich zu schnell zufriedengibst, wirst du auch nicht vorankommen.

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7. Wie soll mein Leben in fünf Jahren aussehen?

Lewis Carrol sagte einst: "Wenn du nicht weißt, wohin du willst, führt dich jeder Weg dorthin." Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du den richtigen Weg erst dann einschlagen kannst, wenn du das Ziel kennst.

Für diese Frage sind fünf Jahre ein guter Zeitrahmen, denn die Vorstellung liegt nicht so weit in der Zukunft, dass du keine Ahnung hast, wo du bis dahin stehen könntest. Der Zeitpunkt liegt jedoch auch nicht so nah, dass du bis dahin nichts mehr verändern könntest.

8. Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?

Angst ist für uns Menschen überlebenswichtig. Denn Angst hält uns davon ab, unsere Hand in die Waschmaschine zu stecken oder sonst irgendetwas zu tun, was uns verletzen oder töten könnte.

Wir neigen jedoch dazu, die Angst überhand nehmen zu lassen. Statt dich zu schützen hält Angst dich irgendwann davon ab, im Leben voranzugehen und deine Träume zu leben.

9. Welche Fähigkeiten von anderen hätte ich auch gerne?

Wenn dir etwas an einer anderen Person gefällt, solltest du darüber nachdenken, was genau dir so gut an ihr gefällt. Und dann solltest du dir überlegen, wie du dir diese Fähigkeiten auch aneignen könntest.

10. Welches Problem will ich eigentlich genau lösen?

Ist dir während eines Meetings auch schon einmal bewusst geworden, dass die Teilnehmer gar nicht über dieselbe Sache reden? Das liegt dann nicht daran, dass sie aneinander vorbeireden, sondern dass sie eine unterschiedliche Auffassung zum eigentlichen Zweck des Termins haben.

Manchmal hilft es, das Thema der Sitzung auf ein Whiteboard zu schreiben. Dadurch stellt man sicher, dass alle Teilnehmer auch wirklich wissen, warum sie überhaupt da sind.

11. Was hält mich davon ab, das zu tun, was ich eigentlich tun sollte?

Einfach nur mit den Schultern zu zucken und zu sagen "Ich weiß auch nicht, was ich tun soll", ist nicht besonders schwer. Doch eigentlich ist das nur eine Ausrede. In den meisten Fällen wissen wir nämlich ganz genau, was wir tun sollten. Wir haben nur keine Lust, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

12. Möchtest du mein Mentor sein?

Du hast wahrscheinlich Angst davor, diese Frage zu stellen. Doch die wenigsten Menschen werden dich abblitzen lassen. Jeder freut sich darüber, als Vorbild angesehen zu werden. Außerdem tut es gut, sein eigenes Wissen mit anderen teilen zu können.

13. Was ist die wichtigste Lektion, die ich bisher im Leben gelernt habe? Und lebe ich auch nach dieser Lektion?

Manchmal lehnen wir uns so sehr in unserer Komfortzone zurück, dass das Leben uns dazu zwingt, eine wichtige Lektion noch einmal zu wiederholen. Das Problem dabei ist, dass wir diese Lektion beim zweiten Mal auf eine genauso harte Tour lernen müssen wie beim zweiten Mal.

Was bringen mir diese Fragen?

Sich selbst mit solch unangenehmen Fragen zu konfrontieren ist nicht leicht. Doch wir können nicht lernen und wachsen, wenn wir in unserer Komfortzone steckenbleiben.

Gibt es noch weitere Fragen, die man sich stellen sollte? Ich freue mich über Anregungen im Kommentarfeld, denn ich kann von dir genauso viel lernen wie du von mir.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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