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Homocystein-Risikogruppen - sind Sie betroffen?

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Im stressigen und hektischen Alltag können gesunde Ernährung, Entspannung und ausreichend Schlaf schon mal zu kurz kommen. Als Folge steigt häufig der Homocystein-Spiegel im Blut an, da der Körper die wenigen aufgenommenen Vitamine für andere Körperfunktionen verwerten muss.

Verringert sich der Stress, sinkt in der Regel auch der Hcy-Spiegel wieder. Es gibt jedoch verschiedene Risikogruppen, die verstärkt ein Auge auf ihren Hcy-Wert haben sollten, um schweren Krankheiten wie Alzheimer, einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt oder Depressionen frühzeitig entgegenzuwirken.

Mangel an B-Vitaminen bei Veganern

Die Vitamine B6, B12 und Folsäure sind stark am Abbau des Homocysteins beteiligt. Je weniger dieser Vitamine vorrätig sind, desto höher ist der Homocysteinwert. Besonders B6 und B12 kommen eher in tierischen Produkten vor, die von Veganern ja strikt gemieden werden.

Auch Vegetarier sollten ihren Hcy-Wert im Blick behalten, denn verschiedene Milchprodukte beinhalten die Vitamine zwar, der Anteil ist jedoch fast verschwindend gering. Wer sich also müde und abgeschlagen fühlt, sollte einen Vitamin B6 und B12 Mangel nicht ausschließen und entsprechende Ergänzungsmaßnahme ergreifen, sonst kann das Homocystein schnell große Schäden anrichten.

Senioren sollten auf Vitaminmangel-Erscheinungen achten

Mit zunehmendem Alter muss häufig die Magensäureproduktion aufgrund entzündlicher Veränderungen im Verdauungstrakt gedrosselt werden. Dies hat aber auch zur Folge, dass Vitamine weniger gut aufgenommen werden können und das Homocystein entsprechend kaum abgebaut wird.

Für Frauen kommen zusätzlich große strukturelle Veränderungen im Hormonhaushalt während der Menopause hinzu. Da der Körper während dieser Zeit seine Arbeitskapazitäten anderweitig verwenden muss, wird der Stoffwechsel zunächst heruntergefahren. Dies hat zur Folge, dass das Homocystein länger im Körper verbleibt. Eine ausreichende Versorgung mit den B-Vitaminen ist ein sicherer Weg zur Senkung des Homocysteins im Blut.

Chronischer Stress ist ein Vitaminräuber

Menschen, die unter dauerhaftem Stress leiden und immer unter Strom stehen, haben nicht nur ein hohes Risiko für einen Burn-Out, sondern müssen auch Folgeschäden durch zu viel Homocystein im Blut befürchten. Stress versetzt den gesamten Körper in Alarmbereitschaft, die Herztätigkeit nimmt zu, die Muskeln werden angespannt und das Gehirn mit viel Sauerstoff versorgt - der Körper zielt darauf ab, schnell möglichst viel Energie bereitzustellen.

Für den Moment ist Stress eine wichtige Reaktion, die auch zielführend sein kann. Wird der Stress jedoch chronisch, ist mit negativen Konsequenzen zu rechnen. Diese betreffen auch das Verdauungssystem:

Es wird zwar viel Magensäure gebildet, die Verdauungsenzyme arbeiten hingegen wenig effektiv und so kann das Vitamin B12 nicht gut aufgenommen werden - das Homocystein hat also freie Bahn. Stressreduktion durch Sport, autogenes Training oder verschiedene andere Entspannungsübungen ist demnach wichtig, um gesund zu bleiben.

Störungen im Hcy-Abbau

Wer unter der so genannten Hyperhomocysteinanämie leidet, gehört auch einer Risikogruppe an. Die Ursache ist meist ein genetisch bedingter Defekt des Enzyms Methylentetrahydrofolat-Reduktase, kurz MTHFR. Dieses Enzym sollte eigentlich tatkräftig bei der Verstoffwechslung von Homocystein mithelfen, ist im Falle eines Defekts jedoch thermolabil und arbeitet bei Körpertemperatur sehr schlecht.

Je nachdem, ob ein Chromosom oder das gesamte Chromosomenpaar den Defekt aufweist, gestalten sich auch die Folgen. Für diese Risikogruppe ist die regelmäßige Einnahme der Vitamine B6, B12 und Folsäure sehr wichtig, um den Abbau des Homocysteins zu unterstützten bzw. zu ermöglichen.

Fazit

Gehören Sie einer dieser Risikogruppen an, sollten Sie Ihren Hcy-Wert regelmäßig messen lassen und auf eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure achten. Es kann hier auch sinnvoll sein, ein hochkonzentriertes Kombi-Präparat einzunehmen, um die Zufuhr zu gewährleisten.