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Homocystein: Das neue Cholesterin?

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ARZT PATIEN UNTERSUCHUNG
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Ärzte warnen davor, den Homocysteinspiegel nicht zu unterschätzen und ihn regelmäßig mittels einer Blutuntersuchung messen zu lassen. Viele sprechen auch vom "neuen Cholesterin". Doch was verbirgt sich eigentlich hinter Homocystein und welche Auswirkungen hat es auf unseren Körper?

Eine kleine Aminosäure mit großer Wirkung

Homocystein ist eine Aminosäure, die im Stoffwechsel als kurzfristiges Zwischenprodukt entsteht. Im Blutplasma eines gesunden Menschen findet sich immer eine geringe Menge Homocystein. Ein Homocysteinwert unter acht ist optimal und stellt keinerlei gesundheitliches Risiko dar. Steigt der Homocysteinspiegel hingegen über acht, steigt auch das Risiko für andere Erkrankungen.

Denn ein erhöhter Homocysteinwert führt dazu, dass äußerst aggressive Sauerstoffradikale produziert werden und vermindert zugleich auch die Stickstoffmonoxidbildung. Dies kann zu einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko führen sowie die Wahrscheinlichkeit an Osteoporose und Augenleiden zu erkranken, erhöhen. Ein zu hoher Homocysteinspiegel beschleunigt außerdem auch den Zelluntergang im Gehirn und kann somit zu Alzheimer oder Demenz führen.

B-Vitamin-Mangel führt zu erhöhtem Homocysteinspiegel

Ein erhöhter Homocysteinwert ist meist auf eine Mangelversorgung mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure zurückzuführen. Ursächlich hierfür sind unter anderem neue Lebensmittelzüchtungen, der Verzehr von Fertigprodukten und einseitige Ernährung.

Nur bei rund 30 Prozent der Betroffenen sind genetische Faktoren verantwortlich für den erhöhten Homocysteinwert. Wer sich also ausgewogen ernährt und darauf achtet, genug tierische Nahrungsmittel zu sich zu nehmen - denn diese enthalten am meisten B-Vitamine - schützt sich effektiv vor den Folgen eines erhöhten Homocysteinspiegels.

Homocysteinspiegel ermitteln - Blutprobe gibt Auskunft

Wer seinen Homocysteinwert messen lassen will, muss erst einmal den richtigen Arzt finden. Nicht alle Mediziner sind dem Thema Homocystein gegenüber aufgeschlossen und verfügen über das nötige Know-how und die Gerätschaften bzw. kooperieren mit den richtigen Laboren, um die Messung durchführen zu können.

Sprechen Sie Ihren Hausarzt offen auf die Homocystein-Frage an: Sie werden schnell merken, welche Einstellung er vertritt. Haben Sie den richtigen Arzt gefunden, ermittelt dieser den Homocysteinwert mithilfe einer labortechnischen Blutuntersuchung. Der Homocystein-Test wird in der Regel zu den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGel) gezählt. Die Kosten können bis zu 38,20 Euro betragen.

Erhöhtem Homocysteinspiegel vorbeugen: B-Vitamine und gesunde Lebensweise reichen meist aus

Ist der Homocysteinspiegel bereits erhöht, helfen hochdosierte Vitaminpräparate - idealerweise eine Kombination der drei B-Vitamine - nachweislich den Wert wieder zu senken. Ist der Homocysteinspiegel drastisch erhöht, kommen auch hochdosierte Injektionen mit B-Vitaminen infrage. Ihr Arzt wird nach Messung des Spiegels und basierend auf Ihrem allgemeinen gesundheitlichen Zustand entscheiden, welche Darreichungsform sich am besten für Sie eignet.

In den meisten Fällen reicht es aus, genügend B-Vitamine über die Nahrung aufzunehmen, um es gar nicht erst zu einem erhöhten Homocysteinwert kommen zu lassen. Vor allem tierische Nahrungsmittel und Gemüse enthalten die nötigen B-Vitamine. So findet sich Vitamin B6 vor allem in Fisch, Fleisch, Milch- und Getreideprodukten. Vitamin B12 nehmen Sie vor allem über tierische Innereien auf und Folsäure über Weizenkeime, weiße Bohnen und grünes Blattgemüse.

Wer zudem Stress reduziert, auf Nikotin verzichtet und Kaffee und Tee nur in Maßen zu sich nimmt, senkt das Risiko eines erhöhten Homocysteinwertes zusätzlich. Denn Stress sowie erhöhter Kaffee-, Nikotin- und Teekonsum können den Homocysteinwert im Blut auch ansteigen lassen.

Eine gesunde Lebensweise und eine ausreichende Aufnahme der Vitamine B12, B6 und Folsäure - entweder über die Nahrung oder Vitaminpräparate - führen also dazu, dass der Homocysteinwert im grünen Bereich bleibt und das Risiko, an anderen Volkskrankheiten, wie Alzheimer oder Osteoporose, zu erkranken, minimiert wird.

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