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Es gibt eine Sache, die Albert Einstein, Napoleon und Bill Clinton gemeinsam haben - und jeder von uns sollte sie beherzigen

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MITTAGSSCHLAF
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Ein gepflegtes Mittagsschläfchen hat viele Vorteile. Es gibt zahlreiche interessante Studien, die belegen, dass der sogenannte "biphasische Schlafrhythmus" die beste Methode ist, um sein Gehirn auf Trab zu halten, neue Dinge zu lernen und sich frisch und entspannt zu fühlen.

Dieser Schlafrhythmus bedeutet, dass man seinen Schlaf innerhalb von 24 Stunden auf zwei Etappen aufteilt. Das heißt, man schläft nachts und macht dann nachmittags noch einmal ein kurzes Nickerchen.

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Napoleon, Einstein, Clinton - sie alle hielten MIttagsschlaf

Schon in der Vergangenheit waren viele schlaue Köpfe bekennende Anhänger vom Nachmittagsschläfchen: Albert Einstein, Thomas Edison, Napoleon Bonaparte, Ronald Reagan, Bill Clinton - die Liste ist lang...

Als Brahms sein bekanntes Wiegenlied verfasste, machte er zwischendrin gerne ein kleines Nickerchen am Klavier.

Mit der Begründung, dass er sein tägliches Nachmittagsschläfchen brauche, um seiner Verantwortung in Kriegszeiten gerecht zu werden, achtete Winston Churchill stets darauf, dass seine Kabinettssitzungen nicht mit seinen Schlafenszeiten kollidierten.

Eine Stunde Schlaf genügt, um die Gehirnaktivität anzukurbeln

Heutzutage bauen sogar viele Spitzensportler und Olympia-Teilnehmer lange Nachmittagsschläfchen in ihre Trainingspläne mit ein. Für sie sind diese Nickerchen genauso wichtig wie ihre täglichen Trainingseinheiten.

Leonardo Da Vinci trieb das Konzept von biphasischem Schlaf sogar ins Extrem. Er war bekannt für seinen "polyphasischen" Schlafrhythmus, denn er legte sich gleich alle vier Stunden aufs Ohr.

War er vielleicht gerade deshalb so überaus kreativ und genial? Anfang diesen Jahres veröffentlichte die Universität von Kalifornien, Berkeley, eine neue Studie, die belegt, dass eine Stunde Schlaf bereits genügt, um die Gehirnaktivität extrem anzukurbeln und zu verbessern.

Bei Schlafmangel schaltet das Gehirn bestimmte Regionen ab

Diese Studie kam unter anderem zu den folgendem interessanten Ergebnissen: Achtung, liebe Studenten. Wenn man eine Nacht durchmacht, sinkt die Aufnahmefähigkeit für neue Informationen um fast 40 Prozent.

Der Grund dafür ist, dass das Gehirn bei akutem Schlafmangel bestimmte Gehirnregionen abschaltet.

Unser Gehirn braucht Schlaf, um das Kurzzeitgedächtnis zu leeren und Platz für neue Informationen zu schaffen. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Aufräumen eines überfüllten E-mail- Postfachs. Im Hippocampus werden Informationen verarbeitet und anschließend im Gedächtnis gespeichert.

Mittags sollte das Gehirn aufgeräumt werden

Dieser Teil des Gehirns sollte um die Mittagszeit herum aufgeräumt werden, damit dort wieder Platz für neue Informationen entsteht.

Diese Erneuerung der Speicherkapazitäten des Gehirns ist Teil der zweiten Schlafphase des Non-REM-Schlafs (Non-Rapid-Eye-Movement) und findet zwischen der Tiefschlafphase (Non-REM- Schlaf) und der Traumphase, der sogenannten Rapid-Eye-Movement-Phase (REM-Phase) statt.

Das könnte auch erklären, warum wir mindestens die Hälfte unserer Schlafenszeit in der zweiten Phase verbringen.

Seit 2007 wissen wir, dass faktenbasierte Erinnerungen vorübergehend im Hippocampus abgelegt werden, bevor sie in den präfrontalen Cortex verschoben werden. Dieser verfügt über eine höhere Speicherkapazität.

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So sollte der ideale Mittagsschlaf aussehen

Wie sollte der ideale Mittagsschlaf also aussehen? Die besten Tipps für den idealen Mittagsschlaf vom Sleep Doctor findest du hier:

Idealerweise solltest du dich acht Stunden nach dem Aufstehen für dein Mittagsschläfchen hinlegen. Nach 15:30 Uhr solltest du jedoch nicht mehr schlafen, da du ansonsten möglicherweise abends nicht mehr einschlafen kannst. Das gilt vor allem, wenn du gerne früh zu Bett gehst.

Nimm dir 30 Minuten Zeit für dein Nickerchen. Da du ungefähr zehn Minuten zum einschlafen brauchst, bleiben dir noch 20 Minuten für deinen Power-Nap. Wenn du weniger als 10 Minuten zum einschlafen brauchst, leidest du vermutlich an Schlafmangel und solltest dich erst recht aufs Ohr legen. Am besten stellst du dir einen Wecker.

Mach es dir gemütlich

Mach es dir gemütlich: Zieh deine Schuhe aus, leg dich auf die Couch oder ins Bett (falls eines verfügbar ist), oder mach es dir in einem Sessel bequem. Schalte das Licht ganz aus oder dimme es zumindest herunter. Um störenden Lichteinfall auszublenden, kannst du dir auch eine Schlafmaske anziehen. Deck dich zu, damit dir warm ist.

Lass dich nicht verunsichern: Der Gedanke, dass du dich am helllichten Tag - vor allem an stressigen Arbeitstagen - für ein Mittagsschläfchen hinlegst, mag vielen Menschen in deinem Umfeld (vor allem Freunden und Kollegen) ungewöhnlich erscheinen. Mach dir nichts daraus! Und denk dran: Viele der bekanntesten, erfolgreichsten, klügsten, kreativsten und erfinderischsten Köpfe der Geschichte haben ebenfalls liebend gerne einen Mittagsschlaf gehalten.

Du arbeitest an der Leistungsfähigkeit deines Gehirns

Schlaf gut: Achte darauf, dass du dein Nickerchen nur in einer sicheren Umgebung abhältst. Wenn andere blöde Sprüche klopfen, weil du dich nachmittags gerne aufs Ohr legst, erkläre ihnen einfach, dass an der Leistungsfähigkeit deines Gehirns arbeitest.

Und vergiss nicht zu erwähnen, dass sie vielleicht auch lieber etwas für ihr Gehirn tun sollten, da sie offensichtlich nicht wirklich gut Bescheid wissen. Sie sollten in ihrem Kopf unbedingt etwas Platz für Fakten zum Thema Mittagsschlaf schaffen!

Süße Träume wünscht dir dein

Michael J. Breus, PhD

The Sleep Doctor

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 21. Juni 2010 auf www.thesleepdoctor.com veröffentlicht. Außerdem erschien er auf Thrive Global und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(mm)