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G20-Gipfel: Kampf gegen Epidemien - jetzt handeln!

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XI JINPING ANGELA MERKEL
dpa
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In dieser Woche werden die Staats- und Regierungschefs der G20 in Hamburg zusammentreffen. Im Mittelpunkt steht dabei ihre gemeinsame Verpflichtung im Kampf gegen die drängendsten Bedrohungen der globalen Gesundheit.

Deutschland nahm dabei bisher eine wichtige Rolle ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte die Wichtigkeit globaler Gesundheit bereits während des G7-Gipfels und wird dies beim Treffen der G20 weiterhin tun.

Die steigende Gefahr von Epidemien z√§hlt zu den gr√∂√üten Risiken f√ľr die globale Gesundheit. Jederzeit k√∂nnten wir dem erneuten Ausbruch einer Epidemie gegen√ľberstehen, wie bei der verheerenden Ebola-Epidemie, die 2014 Westafrika heimsuchte; oder dem Zika-Virus, der zu einer grausamen und unabwendbaren Erkrankung f√ľhrt, die die Entwicklung ungeborener Kinder im Mutterleib massiv beeintr√§chtigt.

Die ersch√ľtternden Auswirkungen der Ebola-Epidemie auf die lokale Bev√∂lkerung sowie die Gefahr eines fl√§chendeckenden Ausbruchs spornten die internationale Gemeinschaft zu H√∂chstleistungen an, von denen wir nie zu tr√§umen gewagt h√§tten. Forschungsaktivit√§ten wurden nicht nur schneller und intensiver als je zuvor vorangetrieben, sondern auch mit mehr Innovation und Zusammenarbeit.

Auf das Erreichte können wir durchaus stolz sein: Arzneimittel wurden im klinischen Stadium neu entwickelt und signifikante Fortschritte in der Entwicklung eines Impfstoffs erzielt, der die Verbreitung des Ebola-Virus insgesamt eindämmen könnte. Doch es muss noch wesentlich mehr getan werden.

Es gibt kein zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung von Ebola

Mit Blick auf den G20-Gipfel rufen wir die weltweit Verantwortlichen im Gesundheitssektor daher auf, dieses Momentum aufrechtzuerhalten. Die Konferenz sollte geprägt sein durch denselben Handlungsdruck, durch das hohe Engagement und die intensive Partnerschaft, wie wir sie während des Höhepunkts der Ebola-Krise erlebt haben.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Herausforderungen im Kampf gegen Ebola vollst√§ndig meistern. Denn bislang gibt es weder ein zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung von Ebola, noch einen schnellen, fl√§chendeckend verf√ľgbaren Schnelltest - von einem in vollem Umfang zugelassenen Impfstoff zur Verhinderung der Ebola-Ausbreitung ganz zu schweigen.

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Ebenso gilt es, uns weiteren bekannten Gefahren zu widmen und uns f√ľr jene zu wappnen, die noch kommen werden. Dies erfordert nicht nur die Neu- und Weiterentwicklung von Arzneimitteln und Impfstoffen, sondern auch den politischen Willen, neue L√∂sungsans√§tze zu entwickeln, die die Forschungsarbeit durch Industrie und andere Einrichtungen bef√∂rdern und nachhaltig unterst√ľtzen.

Wir brauchen mehr Impfstoffe

Wir benötigen bessere und modernere finanzielle Anreizmodelle, um es mehr Unternehmen und öffentlichen Institutionen zu ermöglichen, vielversprechende Impfstoffe zu entwickeln. Und zwar nicht nur gegen Ebola, sondern auch gegen das MERS-Coronavirus, das Nipah-Virus, das Lassa-Virus und die vielen anderen Erreger, von denen wir wissen, dass sie ernst zu nehmende Epidemien auslösen könnten.

Ein solches Anreizmodell existiert bereits. Die ‚ÄěCoalition for Epidemic Preparedness Innovations" (CEPI) ist eine √∂ffentlich-private Partnerschaft, die die Entwicklung neuer Impfstoffe finanziert und koordiniert, um infekti√∂se Krankheitsepidemien zu verhindern und einzud√§mmen.

CEPI verfolgt das Ziel, der Welt eine Art Versicherungspolice gegen Epidemien zu geben. Dies geschieht, indem die Koalition eine Palette vielversprechender Impfstoffkandidaten bereitstellt, welche bereits getestet worden sind und zur Verf√ľgung stehen, sobald eine Krankheit ausbricht.

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Als Gr√ľndungsmitglied und Geldgeber von CEPI hat Deutschland zum wiederholten Male Weitsicht und Federf√ľhrung in der globalen Gesundheitspolitik bewiesen. Gemeinsam mit den Regierungen Japans und Norwegens sowie der Bill & Melinda Gates Foundation, dem Wellcome Trust, Johnson & Johnson und anderen Pharmakonzernen, der Weltgesundheitsorganisation, √Ąrzte ohne Grenzen und f√ľhrenden wissenschaftlichen Impfstoff-Forschungsgruppen hat Deutschland seine Unterst√ľtzung zugesichert. Doch die Arbeit von CEPI ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Koalition ben√∂tigt noch weitere Unterst√ľtzung und F√∂rdergelder, um die ambitionierten Ziele erreichen zu k√∂nnen.

Wir rufen die G20-Staatschefs auf

Wenn die G20-Staatschefs in dieser Woche zusammentreffen, rufen wir sie mit gr√∂√üter Dringlichkeit dazu auf, sich unsere Entschlossenheit zueigen zu machen. Wir wissen, was funktioniert. Wir verf√ľgen √ľber das Wissen, die Technologie und die richtigen Finanzierungsmechanismen zur Entwicklung der Impfstoffe, die f√ľr den Schutz vor Epidemien notwendig sind.

Was wir jetzt brauchen, ist die nachhaltige Verpflichtung der Politik, Rahmenbedingungen und Fördermittel bereitzustellen, damit Anreizmodelle wie CEPI die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen weiter vorantreiben können.

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Wir haben miterlebt, wie die Ebola-Epidemie zahlreiche Menschenleben, Gesundheitssysteme und ganze Wirtschaftssysteme ersch√ľttert hat. Wir sind so nah dran, die immensen Herausforderungen unserer Generation zu bew√§ltigen. Es w√§re fatal, wenn die Weltgemeinschaft auch nur f√ľr einen Moment in ihrer Wachsamkeit nachlie√üe.

Deutschland nimmt hier eine Vorbildfunktion ein. Es hat die Aufmerksamkeit der Welt√∂ffentlichkeit auf das Thema der globalen Gesundheit gelenkt hat und weist auch bei Investitionen den Weg. Wir d√ľrfen jedoch nicht vergessen, dass wir f√ľr unsere gemeinsame Zukunft eine kollektive Verantwortung tragen.

Gemeinsam können wir wirksame Werkzeuge entwickeln, die die Gesundheit aller Menschen sichern und verbessern und zugleich die Wirtschaftskraft stärken. Gemeinsam können wir der Welt einen Grund geben, auf unsere Menschlichkeit und Innovationskraft stolz zu sein.

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