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G20-Gipfel: Kampf gegen Epidemien - jetzt handeln!

06/07/2017 11:55 CEST | Aktualisiert 06/07/2017 13:26 CEST
dpa

In dieser Woche werden die Staats- und Regierungschefs der G20 in Hamburg zusammentreffen. Im Mittelpunkt steht dabei ihre gemeinsame Verpflichtung im Kampf gegen die drängendsten Bedrohungen der globalen Gesundheit.

Deutschland nahm dabei bisher eine wichtige Rolle ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte die Wichtigkeit globaler Gesundheit bereits während des G7-Gipfels und wird dies beim Treffen der G20 weiterhin tun.

Die steigende Gefahr von Epidemien zählt zu den größten Risiken für die globale Gesundheit. Jederzeit könnten wir dem erneuten Ausbruch einer Epidemie gegenüberstehen, wie bei der verheerenden Ebola-Epidemie, die 2014 Westafrika heimsuchte; oder dem Zika-Virus, der zu einer grausamen und unabwendbaren Erkrankung führt, die die Entwicklung ungeborener Kinder im Mutterleib massiv beeinträchtigt.

Die erschütternden Auswirkungen der Ebola-Epidemie auf die lokale Bevölkerung sowie die Gefahr eines flächendeckenden Ausbruchs spornten die internationale Gemeinschaft zu Höchstleistungen an, von denen wir nie zu träumen gewagt hätten. Forschungsaktivitäten wurden nicht nur schneller und intensiver als je zuvor vorangetrieben, sondern auch mit mehr Innovation und Zusammenarbeit.

Auf das Erreichte können wir durchaus stolz sein: Arzneimittel wurden im klinischen Stadium neu entwickelt und signifikante Fortschritte in der Entwicklung eines Impfstoffs erzielt, der die Verbreitung des Ebola-Virus insgesamt eindämmen könnte. Doch es muss noch wesentlich mehr getan werden.

Es gibt kein zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung von Ebola

Mit Blick auf den G20-Gipfel rufen wir die weltweit Verantwortlichen im Gesundheitssektor daher auf, dieses Momentum aufrechtzuerhalten. Die Konferenz sollte geprägt sein durch denselben Handlungsdruck, durch das hohe Engagement und die intensive Partnerschaft, wie wir sie während des Höhepunkts der Ebola-Krise erlebt haben.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Herausforderungen im Kampf gegen Ebola vollständig meistern. Denn bislang gibt es weder ein zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung von Ebola, noch einen schnellen, flächendeckend verfügbaren Schnelltest - von einem in vollem Umfang zugelassenen Impfstoff zur Verhinderung der Ebola-Ausbreitung ganz zu schweigen.

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Ebenso gilt es, uns weiteren bekannten Gefahren zu widmen und uns für jene zu wappnen, die noch kommen werden. Dies erfordert nicht nur die Neu- und Weiterentwicklung von Arzneimitteln und Impfstoffen, sondern auch den politischen Willen, neue Lösungsansätze zu entwickeln, die die Forschungsarbeit durch Industrie und andere Einrichtungen befördern und nachhaltig unterstützen.

Wir brauchen mehr Impfstoffe

Wir benötigen bessere und modernere finanzielle Anreizmodelle, um es mehr Unternehmen und öffentlichen Institutionen zu ermöglichen, vielversprechende Impfstoffe zu entwickeln. Und zwar nicht nur gegen Ebola, sondern auch gegen das MERS-Coronavirus, das Nipah-Virus, das Lassa-Virus und die vielen anderen Erreger, von denen wir wissen, dass sie ernst zu nehmende Epidemien auslösen könnten.

Ein solches Anreizmodell existiert bereits. Die „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations" (CEPI) ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die die Entwicklung neuer Impfstoffe finanziert und koordiniert, um infektiöse Krankheitsepidemien zu verhindern und einzudämmen.

CEPI verfolgt das Ziel, der Welt eine Art Versicherungspolice gegen Epidemien zu geben. Dies geschieht, indem die Koalition eine Palette vielversprechender Impfstoffkandidaten bereitstellt, welche bereits getestet worden sind und zur Verfügung stehen, sobald eine Krankheit ausbricht.

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Als Gründungsmitglied und Geldgeber von CEPI hat Deutschland zum wiederholten Male Weitsicht und Federführung in der globalen Gesundheitspolitik bewiesen. Gemeinsam mit den Regierungen Japans und Norwegens sowie der Bill & Melinda Gates Foundation, dem Wellcome Trust, Johnson & Johnson und anderen Pharmakonzernen, der Weltgesundheitsorganisation, Ärzte ohne Grenzen und führenden wissenschaftlichen Impfstoff-Forschungsgruppen hat Deutschland seine Unterstützung zugesichert. Doch die Arbeit von CEPI ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Koalition benötigt noch weitere Unterstützung und Fördergelder, um die ambitionierten Ziele erreichen zu können.

Wir rufen die G20-Staatschefs auf

Wenn die G20-Staatschefs in dieser Woche zusammentreffen, rufen wir sie mit größter Dringlichkeit dazu auf, sich unsere Entschlossenheit zueigen zu machen. Wir wissen, was funktioniert. Wir verfügen über das Wissen, die Technologie und die richtigen Finanzierungsmechanismen zur Entwicklung der Impfstoffe, die für den Schutz vor Epidemien notwendig sind.

Was wir jetzt brauchen, ist die nachhaltige Verpflichtung der Politik, Rahmenbedingungen und Fördermittel bereitzustellen, damit Anreizmodelle wie CEPI die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen weiter vorantreiben können.

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Wir haben miterlebt, wie die Ebola-Epidemie zahlreiche Menschenleben, Gesundheitssysteme und ganze Wirtschaftssysteme erschüttert hat. Wir sind so nah dran, die immensen Herausforderungen unserer Generation zu bewältigen. Es wäre fatal, wenn die Weltgemeinschaft auch nur für einen Moment in ihrer Wachsamkeit nachließe.

Deutschland nimmt hier eine Vorbildfunktion ein. Es hat die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf das Thema der globalen Gesundheit gelenkt hat und weist auch bei Investitionen den Weg. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass wir für unsere gemeinsame Zukunft eine kollektive Verantwortung tragen.

Gemeinsam können wir wirksame Werkzeuge entwickeln, die die Gesundheit aller Menschen sichern und verbessern und zugleich die Wirtschaftskraft stärken. Gemeinsam können wir der Welt einen Grund geben, auf unsere Menschlichkeit und Innovationskraft stolz zu sein.

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