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Zukunft. Jetzt.

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Von der Zukunft hängt ab, wer nicht versteht, in der Gegenwart zu wirken. -- Lucius Annaeus Seneca

Die Zukunft hat fĂĽr mich viele Gesichter.
Wir, die TeilnehmerInnen der 1. GRĂśNEN Summer School** sind die Gesichter der Zukunft.
Aber auch 21 Prozent der Menschen, die in Mecklenburg Vorpommern fĂĽr die AfD gestimmt haben, sind die Gesichter unserer Zukunft.

Es ist eine Zukunft, mit der wir uns jetzt aktiv und gemeinsam auseinandersetzen mĂĽssen, denn die Hoffnung, dass der international wachsende Rechtspopulismus eine "Modeerscheinung" ist, reicht nicht mehr aus.

Angesichts der Wahlergebnisse drängt die Zeit; es müssen Grundsatzdebatten über die Themen Integration und Bildung geführt werden, seien sie noch so unangenehm und schmerzhaft. Aufklärung ist die einzige Möglichkeit, um durchzudringen, keine Schuldzuweisungen, kein Selbstmitleid, kein kopfloses hin und her.

Denn: Wenn links und rechts das Stimmungsbarometer hysterisch ausschlägt, die liberale Stimme bereits lange verstummt ist und jede Sekunde eine neue Idee durch die sozialen Netzwerke geistert, liegt es an uns Grünen, an Traditionen festzuhalten, um der zunehmenden Verunsicherung Einhalt zu gebieten.

Die GRĂśNEN als HĂĽterin der alten Werte?

Katrin Göring-Eckardt erwähnte während ihres abendlichen Besuches auf der 1. GRÜNEN Summer School dieses Paradoxon. In der Tat vereinigt sich in der Grünen Seele mehr Tradition als gedacht:

Heimatliebe, die sich im Naturschutz zeigt, der Aktivismus fĂĽr nationale und internationale soziale Gerechtigkeit und die Verbundenheit zur Kirche.

Im Workshop mit Marianne Birthler erfuhren wir, dass die Kirche dem Bündnis '90 in der DDR Freiräume bot, in denen sie sich in den 70er und 80er Jahren entfalten und erhalten konnte.
Eine Tradition, die auf Akzeptanz und Erkenntnis basiert -- und nicht auf Egoismus und Angst.

Heimat, Menschlichkeit und Glaube -- mehr Tradition geht nicht.

Wer versucht, der AfD das Wasser abzugraben und die gleichen Versprechungen und Parolen in die Welt blökt, rennt gegen eine Wand -- die Wähler geben ihre Stimme dem Original, nicht der Kopie.

Es wäre wünschenswert, wenn sich diese Erkenntnis inner- und außerparteilich verbreiten könnte.

Die Gefahr der AfD zeigt sich daran, dass sie als eine der wenigen Parteien tatsächlich den Querschnitt unserer Gesellschaft zeigt.

Vom Rassisten zur unzufriedenen Hausfrau, dem Akademiker, dem Handwerker und engagierten Studenten -- es ist in der Tat das "Volk", welches gerade durch tausende Stimmzettel die AfD in den Neuen Bundesländern zur Volkspartei wählt.
Demokratisch wählt.
Frei wählt.

Was mich an eine Frage aus dem Workshop mit Marianne Birthler zurückdenken lässt:
Würden wir einen Teil unserer persönlichen Freiheit aufgeben, um soziale Gerechtigkeit für alle zu erlangen?

Sehe ich mir den Erfolg der AfD in Mecklenburg Vorpommern an, lautet die Antwort für 21% der Wähler "Ja".

Sie geben ihr freies Recht auf kulturelle Vielfalt ab, sind in alten Rollenmustern gefangen -- nicht in Traditionen --, und hetzen der Illusion einer sozialen Gerechtigkeit hinterher, die unerfüllbar für sie bleibt.

Etwas, was auf Diskriminierung, Ich-Bezogenheit, Lügen und Hass basiert, ist nichts weiter als eine Fata Morgana, ein Luftschloss, das sich Egomanen mit einem ungesunden Verhältnis zur Macht ausgedacht haben.

Die AfD befriedigt -- macht aber nicht satt.

Freiheit, so scheint es, ist fĂĽr viele eine Zumutung.

**Als Teil der Nachwuchsförderung fand 2016 die erste Grüne Summer School statt. Das kreative Programm aus Workshops, Diskussionsrunden und Arbeitsphasen, diente der Weiterbildung, Vernetzung und als Denkanstoß für die Zukunft. Ich war für Hamburg mit dabei und das Thema meiner Kampagne während der Summer School war tatsächlich die Auseinandersetzung mit der AfD -- daher habe ich mich entschlossen, Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Summer School in diesem längeren Kommentar zu verabeiten.

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