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Mit der AfD im Bundestag, werden sich die Rassisten in Deutschland nicht mehr verstecken

25/09/2017 12:24 CEST | Aktualisiert 25/09/2017 17:34 CEST
Wolfgang Rattay / Reuters

Ratlosigkeit. Wut. Hilflos sein.

Meine Freude über das gute Wahlergebnis der Grünen wurde getrübt durch das zweistellige Ergebnis der AfD. Eine Nazi-Partei als drittstärkste Kraft im Bundestag. Würde ich Alkohol trinken, wäre schon längst eine Buddel Grog leer.

Ich mache mir keine Illustrationen, dass diese Partei nicht Fuß fassen wird, denn die AfD ist längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.

Ihr völkisches, rassistisches Gedankengut ist für viele bereits Normalität. Wer die Platzierungen in den Landtag sieht und die zukünftige Finanzspritze des Bundes einbezieht, weiß, dass wir die AfD nicht so schnell wieder aus dem Bundestag bekommen werden.

Das neue alte Deutschland?

So weh es auch tut, das ist Deutschland. Wo jeder Achte anscheinend im Geschichtsunterricht gepennt hat.

Je früher wir uns klar werden, dass das eine hässliche Seite von Deutschland ist und nicht ignorieren, dass dieser Hass nach dem 2. Weltkrieg lange im Verborgen brodelte, desto schneller kriegen wir die AfD klein.

Es ist übrigens kein rein ostdeutsches Problem, sondern geht uns alle an.

Nur kein Selbstmitleid!

Aktionen wie #87Prozent dienen meiner Meinung nach nur dem persönlichen Selbstwertgefühl und sind das deutsche Pendant zur sinnlosen Safety Pin Aktion aus den USA. Den Betroffenen PoC, LSBTTIQ, Feministinnen und Hilfesuchenden aus anderen Ländern bringt das im alltäglichen Leben gar nichts.

In der Bahn, im Supermarkt, bei Behördengängen, in der Schule - diejenigen, die nur verborgenen ihre Abneigung gelebt haben, werden dies offen tun können.

Mehr zum Thema: "Die Gegenrevolution hat begonnen": Wie der Einzug der AfD in den Bundestag Deutschland verändern wird

Die rassistischen Schmuddelkinder sind erwachsen geworden und kümmern sich einen Dreck um Frieden, Diversität oder Liebe. Die Opfer des 2. Weltkriegs? Vergessen.

Die Nazis mögen zwar den Krieg verloren haben, aber ihre schreckliche Ideologie lebte all die Jahre in verschiedensten Köpfen weiter. Es ist bezeichnend, dass Gauland aus der AfD, zunächst ein CDU-Mitglied war.

Im Alltag liegt die Gefahr

Mir graut es vor den nächsten 4 Jahren, vor den Schlagzeilen, die ich lesen werde, vor der Normalisierung des Unerträglichen.

Medien, die der AfD-Hetze eine Plattform gegeben haben, ihre Nachrichten aufgeputscht haben für ein paar Clickbait-Klicks und die Unfähigkeit, auch in einer Demokratie NEIN zu sagen, all das macht mir Angst.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.png Inside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

Denn: Je häufiger die Gesichter der AfD in den Medien auftauchen, desto schneller gewöhnen wir uns daran.

Auf Augenhöhe mit der AfD zu diskutieren, wie ich auf Twitter las, ist lachhaft. Eine Diskussion entsteht nur, wenn beide Gesprächspartner ebenbürtig sind - und nicht, wenn mein Gegenüber meine Rechte mit Füßen tritt.

Eine Demokratie muss keine AfD aushalten.

Eine Demokratie darf sich niemals ausnutzen lassen!

Ich werde meine Dissertation so schnell wie möglich abschließen und mir dann vielleicht meinen eigenen Rat zu Herzen nehmen: Lieber eine Fremde im fremden Land sein, als eine Fremde in der Heimat zu werden.

Nehmen ich mir noch die Kraft, weiter gegen eine radikale Mauer anzurennen? Die spontanen Demos am Wahlabend gegen die AfD geben mir Mut. Alles andere werden die nächsten Wochen zeigen.

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