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Weihnachtswahnsinn - Klappe, die 2013-te!

26/11/2013 08:58 CET | Aktualisiert 26/01/2014 11:12 CET

In vier Wochen ist Weihnachten und der ganze Wahnsinn ist jetzt bereits nicht mehr zu stoppen! Seit Oktober werden Schoko-Nikoläuse und Christstollen verkauft. Die standen schon in den Läden, da war Halloween noch nicht mal vorbei! Ehrlich gesagt, ist mir dennoch die Weihnachtszeit von allen Feierlichkeiten am liebsten.

Ich liebe die übertriebenen Dekorationen an Fenstern und Straßenzügen und die geschmückten Weihnachtsbäume, die überall zu finden sind. Ich liebe den Weihnachtstrubel im Kaufhaus (ja, ich liebe ihn wirklich! :-)) und natürlich die Weihnachtsmärkte und den Glühweinduft, der sich durch die Straßen zieht. Ich liebe es, mich in den selbst gebackenen Plätzchen meiner Oma zu verlieren und den frisch gefallenen Schnee morgens um fünf unter meinen Schuhen, wenn ihn noch keiner betreten hat. Aber komischerweise hasse ich die Kälte, den Schnee morgens um acht, wenn er von der tollen Frau Holle-Wolle in Matsch übergeht und dass ich mindestens ein paar Handschuhe jedes Jahr im Winter verliere. Arrrr!

Pleitegeier jedes Jahr zur selben Zeit

Wie jedes Jahr kommt die Frage auf, was man den Liebsten (und eventuell sich selbst?) zu Weihnachten schenken soll. Soll man das Geschenk aus dem Vorjahr toppen oder was ganz schlichtes von Herzen schenken?

Das nimmt man sich doch jedes Jahr vor. Zumindest dann, wenn man eine Großfamilie von mehr als zehn Leuten zu beschenken hat. Wer davon noch viele Kinder in der Verwandtschaft hat, hat sowieso schon verloren. Klamotten sind im Trotzalter von fünf bis zwölf und in der Teenagerphase von 13 bis 17 ja so was von OUT und man sollte natürlich am besten mit der neuesten Technik im Gepäck das Bescherungsfeld stürmen.

Sonst braucht man an Heilig Abend am besten gar nicht erst aufzutauchen. Perfekt, wenn man da schon über die Jahre vorgearbeitet hat und als Geizkragen um die Ecke kommt. Bekannt als der, der immer nur eine Kleinigkeit schenkt - dafür aber von Herzen. Dann wird von einem nichts Großes mehr erwartet. Doch ist ein Geschenk nur dann wertvoll, wenn es die 100 €-Marke knackt?

Ich denke ohnehin, dass ein neues Tablet von Apple oder die neuesten Spielekonsolen überhaupt nicht als Weihnachtsgeschenke geeignet sind. Wo bleibt denn die Wertschätzung, wenn man sich nicht bewusst ist, wie viel Arbeit es kostet, die 300 oder 400 € dafür aufzubringen? Andererseits ist es auch zum Teil Gang und Gebe, dass man nur den Eltern, den Großeltern oder dem Partner, ein schönes Geschenk macht.

Geschwister kennen die Situation und sind daher auch nicht beleidigt, wenn nur ein Merci-Schokoladen-Päckchen unter dem Baum liegt. Die handhaben es ja schließlich auch nicht anders. Vielleicht sollten wir uns alle, wie Kindergartenkinder, etwas basteln. Jeder findet es toll auch wenn nicht zu erkennen ist, was es sein soll, und man freut sich letztendlich trotzdem drüber, weil es von Herzen kommt. Was bei Kindern gut ankommt, kann ja bei Erwachsenen nicht verkehrt sein, oder?! :-)

Das tolle Geschenk wird zum Reinfall

Nun mal im Ernst - wer bekommt schon exakt genau das, was er sich wirklich wünscht? Soll man wirklich sein gesamtes Erspartes ausgeben, um bei der Bescherung an Heilig Abend ein schlichtes „Ah - Dankeschön" abzusahnen? Für einen Blick, der einen fragend nach dem Motto "Was ist das denn?" entgegen geworfen wird? Schließlich äußert man in der Regel seine Wünsche nicht offen.

Man hofft einfach, dass der Gegenüber gut zuhört und die Andeutung richtig verstanden hat. Bis dahin wird nur gezittert, ob die imaginäre Zeichendeutung geklappt hat oder ob man an der Technik noch zu feilen hat. So sehr ich den ganzen Weihnachtstrubel auch liebe, finde ich es etwas überheblich, dass man jedes Jahr an den Weihnachtsfeiertagen mit Wertgegenständen um sich schmeißen muss, um zu zeigen, wie gern man sich doch hat.

Jeder dreht durch und alles muss perfekt geplant werden. Der Weihnachtsbaum muss stehen und perfekt geschmückt sein. Das Gleiche gilt für die Fenster und den Vorgarten. Die Geschenke müssen gekauft und eingepackt werden. Die Mutter fängt schon eine Woche im Voraus an, wie eine Wahnsinnige das Haus zu putzen und rennt mit dem Besen warnend hinterher - wehe man krümelt auf den Boden oder räumt etwas nicht sofort an seinen Platz zurück.

Es wird so viel Essen gekocht, als würde man eine ganze Kavallerie erwarten und es läuft von morgens bis abends „Last Christmas" und „Jingle Bells" rauf und runter. Was ist es, das die heutige Generation jedes Jahr aufs Neue, kurz vor dem Jahreswechsel, so austicken lässt? Es steht sicherlich nicht in der Bibel, dass 2000 Jahre nach Christus Weihrauch und Myrrhe durch die neuesten Jeans und die neue Play Station zu ersetzen sind und schon gar nicht das man das Haus oder die Wohnung mit Lichterketten so vollbombardieren muss, dass man schier aus den Latschen kippt, wenn man im Folgequartal die utopische Stromrechnung bekommt!

Auch wenn sich das Konsumverhalten in den letzten 2000 Jahren natürlich krass verändert hat, sollte doch der eigentliche Grund, Christi Geburt, im Vordergrund stehen und nicht die Umsatzzahlen der Weihnachtssaison. Nicht zu verachten ist auch, dass unsere Vorfahren auch ohne die ganzen Luxusgüter ausgekommen sind. Vielleicht sollte man sich in der ganzen Hektik des Weihnachtstrubels mal eine Sekunde Zeit nehmen und sich über Dinge freuen können, die beständig sind und nicht nach der Weihnachtssaison verblassen - eine Familie, die man liebt, die einen liebt und die für kein Geld der Welt zu ersetzen ist.

Alles Liebe,

MrsGlobalicious

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