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6 wesentliche Dinge, die ich 2013 gelernt habe...

10/01/2014 09:17 CET | Aktualisiert 12/03/2014 10:12 CET

silvester

Der Jahreswechsel ist für mich in diesem Jahr irgendwie mehr als nur Silvester und der erneute Beginn eines nie endenden Wahnsinns. Die letzten Jahre hatte ich nie bewusst den Wechsel in ein neues und hoffentlich besseres Jahr gefeiert. Für mich war es irgendwie immer noch der gleiche Alltagstrott wie die Monate davor. Ist ja nicht so dass sich alles plötzlich in Luft auflöst nur weil ein neues Jahr beginnt.

Dieses Jahr ist es irgendwie anders. Bewusster habe ich mir zum 1. Januar 2014 Gedanken darüber gemacht, was ich im letzten Jahr gewonnen habe und was mich total aus der Bahn geschmissen hat. Mir viel auf, dass ich in den letzten Jahren nie so wirklich das vergangene Jahr reflektiert hatte und mir somit den Grundstein für ein vielleicht besseres Leben gelegt hatte oder um an dem zu arbeiten, was bisher nicht so funktionierte wie ich es mir vorgestellt hatte.

Diesmal habe ich mir vorgenommen, meine Hausaufgaben zu machen. Dieser Blog-Post soll mein letztes Jahr reflektieren. Er soll Schwarz auf Weiss das niederschreiben, was mein Jahr mit seinen Höhen und Tiefen geprägt hatte. Und vor allem was ich daraus gelernt habe.

Punkt 1: Das Leben ist kein Wunschkonzert

Ich weiss, das hört sich ziemlich lapidar an. Aber tatsächlich hatte ich gerade in diesem Jahr extrem gemerkt, wie gross doch Sehnsüchte, Wünsche und die Realität auseinander liegen. Anfang 2013 nahm ich mir vor, dass ich etwas reissen wollte. Ich wollte den perfekten Aufstieg im Job, ich wollte eine Bilderbuch-Beziehung, ich wollte eine tolle Wohnung, ich wollte viel Geld verdienen und mein Leben so richtig geniessen. Aber ich wusste nicht wie ich das anstellen sollte. Es stellte sich schnell heraus, dass das alles sich viel schwieriger und komplizierter umsetzen ließ, als meine tollen Tagträume es sich doch ausgemalt hatten.

Das Ende vom Lied sah so aus: Der berufliche Aufstieg endete in psychischer Tyrannei von meinem damaligen Chef, meine Beziehung gestaltete sich als hochkomplexe Never-Ending-Story aus Streitereien, Eifersucht und Heulkrämpfen, meine Wohnung entpuppte sich als schimmelnde Tropfsteinhöhle mit See Sicht und vom finanziellen Brauch ich gar nicht erst reden. Ok, das hört sich jetzt wirklich fürchterlich an. War es zeitweise auch. Aber ich hatte mich trotzdem nicht unterkriegen lassen und habe für mein Glück gekämpft. Mit viel Mühe, Schweiss und Durchhaltevermögen kann jetzt von mir sagen: Als Optimist lebt es sich viel entspannter auch wenn die Lösung auf sich warten lässt!

Punkt 2: Schliesst sich eine Tür, öffnen sich andere - Bessere!

Genauso lapidar daher gesagt wie Punkt 1. Dieser Punkt hat aber mein Leben in 2013 extrem verändert - zum Besseren! In letztem Jahr hatte ich meinen Job verloren. Mein damaliger Chef kündigte mich unter einem Vorwand, der für viele nicht nachvollziehbar war - wahrscheinlich nicht mal für ihn selbst. Meiner Meinung nach, wollte er einfach die lästige Mitarbeiterin loswerden, die nicht einfach so den Schwanz einzieht, wenn er schlechte Laune hatte.

Naja, wie auch immer.. Das Kapitel ist für mich Geschichte. Dennoch bereue ich nichts. Jeder sollte in der Lage sein auch aus schlechten Situationen Dinge zu lernen, die für das Leben danach einen positiven Einfluss nehmen können. Ich habe für mich gelernt, dass es richtig war, dem Chef mal die Meinung zu geigen und ihn von seinem hohen Ross runter zu holen. Nur weil auf seiner Visitenkarte „Director of ..." steht, hat das nicht zu heissen, dass er von seinen Untergebenen nicht auch noch was lernen kann.

Wie soll man denn auch aus sich herauswachsen und sich weiterentwickeln, wenn man gleich den Rückwärtsgang einlegt, wenn man Gegenwind bekommt?! Natürlich hat die Kündigung für eine gewisse Zeit auch an meiner Psyche genagt. Ich hatte meinen Job verloren. Ich war kurz davor erst in die Schweiz ausgewandert. Ich wollte nicht mal mehr den Kontakt zu den Arbeitskollegen, mit denen ich davor super ausgekommen war.

Ich wollte einfach einen klaren Cut. Dazu kam noch, dass ich noch keine stabilen Lebensumstände hatte und ich ja trotzdem an Geld kommen musste um mein Leben zu finanzieren. Ich wohnte zwar Gott sei Dank nicht allein und mein Partner gab mir jegliche Unterstützung die er opfern konnte, jedoch wurde mir mit jedem Tag mehr bewusst, dass sich was ändern musste. Am besten sofort! Nach zwei Monaten der Arbeitslosigkeit bekam ich einen Job in der Redaktion eines Verlages. Eine Top-Chance! Ich stieg als Volontär ein. Ja, als Volontär.... Also quasi ein Journalist in der Ausbildung.

Manche mögen denken es sei ein Rückschritt gewesen. Für mich war es aber perfekt. Ich konnte mich in den nächsten drei Monaten beweisen und bekam vorzeitig (also nach drei Monaten) einen Festvertrag als Redakteurin (wo das Volontariat eigentlich doch zwei Jahre gedauert hätte). Nun arbeite ich in meinem Traumberuf. Ein Job, den ich schon immer machen wollte. In einem gutlaufenden Unternehmen, mit tollem Team und Vorgesetzten und ich verdiene nun Branchengerecht. Soviel zum Thema ---> Schliesst sich eine Türe, öffnen sich andere - Bessere.

Punkt 3: In der Ruhe und Geduld liegt die Kraft

Geduld war noch nie meine Stärke. In diesem Jahr brauchte ich sie aber besonders. Nicht nur bei der ganzen Jobsituation, sondern auch für mich persönlich. Ich musste lernen, mich mit Geduld auf Änderungen in meiner Lebensstruktur einzulassen. Ich musste lernen, Rücksicht zu nehmen. Klingt blöd, ich weiß... Und vor allem, stellte ich fest, dass Glück eine reine Entscheidungssache ist. Auch wenn einem nach und nach immer wieder in den Hintern getreten wird, liegt die Kunst genau darin, das Beste daraus zu machen und immer wieder aufzustehen. Wie in meinem letzten Post erwähnt, gibt´s Glück ja bekanntlich gratis.

Punkt 4: Freunde sind reine Glückssache

Ich war viele Jahre fast immer allein unterwegs. Die vielen Umzüge in den letzten Jahren liessen mich in gewisser Art und Weise „vereinsamen". Vereinsamen heisst aber nicht, dass es mir damit schlecht geht. Es heisst auch nicht, dass ich mich bewusst von Freunden und meiner Familie abgewandt habe. Es soll auch nicht heissen, dass ich nicht mehr fähig bin, soziale Kontakte zu halten. Es heisst, dass ich mir in den Jahren ein Leben aufgebaut habe, dass ich mir so ausgesucht habe. Im letzten Jahr sind mir Menschen begegnet, die ich ins Herz geschlossen habe aber auch Menschen auf die ich gerne verzichten kann.

Menschen, bei denen ich über eine gewisse Zeit feststellen musste, dass sie mehr Schein als Sein verkörperten. Menschen, die mir in den Rücken gefallen sind und Menschen, die ich bis heute nicht verstehe und es vermutlich auch nie tun werde. Ich habe Freunde. Es sind zwar nicht viele und wir sehen uns nicht oft, dafür weiss ich aber, dass sie da sind. Sie sind auf der ganzen Welt verstreut und wenn wir uns sehen, hören oder skypen, ist es so, als wäre ich nie weg gewesen. So ganz ohne Vorwürfe. Ich erwarte nicht, dass man meinen Lebensstil für gut befindet. Ich erwarte auch nicht, dass man mitzieht. Ich erwarte von einem Freund einfach nur, dass man mich und mein Leben so akzeptiert wie es ist.

Punkt 6: Familie ist die einzige Konstante im Leben

Bei den ganzen Höhenflügen und Tiefschlägen im letzten Jahr und die Jahre davor, war sie die Konstante, die immer da war. Die Konstante, auf die meiner Meinung nach niemand verzichten sollte! Ich habe wirklich eine tolle Familie. Sicherlich können sie meine Handlungen und meine ach so Blödsinnigen Vorhaben nicht immer nachvollziehen, aber sie standen und stehen immer hinter mir. Im letzten Jahr war mir das besonders wichtig.

Meine Mutter sagte mir: „Wenn alles zusammenbricht und du nicht mehr weiter weisst, dann pack dein Zeug und komm nach Hause!". Das ist in etwa so wie bei einem Computerspiel. Wenn du das Spiel verlierst und beim letzten gespeicherten Level neu ansetzen kannst. Eine Familie begleitet einen ein Leben lang. Sie ist wie ein unsichtbares Rettungsboot, das nebenher schwimmt. Hast du das Gefühl das du untergehst, springst du rüber und gehst nicht komplett Game Over.

Wenn ich also zusammenfassend eines gelernt habe, dann das es Zeiten gibt an denen man nach vorne prescht und das es Zeiten gibt, wo das Hamsterrad einfach klemmt. Man muss einfach nur wissen damit am Besten umzugehen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was 2014 für mich bereit hält. Mein Jahreshoroskop verspricht ja Gutes! :-)

Alles Liebe,

Eure MrsGlobalicious

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