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Warum die Zirkusgegner nicht recht haben! Teil 2: Das Ausweichmanöver

01/09/2015 17:27 CEST | Aktualisiert 01/09/2016 11:12 CEST

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Im ersten Teil des Textes (Untertitel: "Die unterdrückte Fragestellung") war davon die Rede, wie Tierrechtler die entscheidende Frage beim Thema "Tiere im Zirkus" gezielt umgehen und dadurch zu falschen Ergebnissen kommen. Im vorliegenden Teil wollen wir darlegen, dass die Tierrechtler auch sonst keine überzeugenden Argumente anführen können und sich deshalb zu einem Ausweichmanöver gezwungen sehen. Im einzelnen kritisieren wir an den Argumenten der Tierrechtler Folgendes:

Die Tierrechtsorganisation PETA erweckt in einem ihrer Propaganda-Videos den Eindruck, dass die Zirkustiere als Jungtiere in Afrika eingefangen würden. Im Zirkus würde dann ihr Wille mit brutaler Gewalt gebrochen. Richtig ist, dass seit mehr als 30 Jahren kein wild gefangenes Tier mehr in einen deutschen Zirkus gelangt ist. Fast alle Zirkustiere (außer ein paar alten Elefanten) sind bereits in Zirkussen oder Zoos geboren worden und leben dort schon seit vielen Generationen. Bei Tieren, die in Menschenobhut geboren wurden bzw. schon sehr früh in Menschenobhut kamen, muss keineswegs der Wille gebrochen werden. Sie wachsen von klein auf in das Zirkusleben hinein und lernen spielerisch und mühelos.

Des weiteren schreibt PETA, dass es im Zirkus immer wieder zu Ausbrüchen von Tieren komme. Es stellt sich die Frage, ob es sich bei diesen Vorfällen überhaupt um Ausbrüche handelt.

Nach unserer Ansicht kann man nur dann von einem Ausbruch sprechen, wenn ein Tier gewaltsam aus seinem Gehege flieht - mit dem Ziel, einem unangenehmen Zustand zu entrinnen. Dies kommt in einem guten Zirkus niemals vor!

Wenn ein Tier im Zirkus aus seinem Gehege entweicht, dann deshalb, weil der Tierpfleger versehentlich die Tür offen gelassen hat oder weil die Umzäunung nicht sorgfältig aufgebaut worden ist. Die Antriebskraft für dieses Verhalten ist die Neugierde bzw. der Spieltrieb der Tiere. In der Regel fühlen sich die Tiere in der ungewohnten Umgebung nicht wohl, sie sind ängstlich und unsicher. Und sie sind erleichtert, wenn der Tierlehrer sie wieder in ihr normales Territorium zurückgebracht hat. Als "Ausbruch" kann man ein solches Ereignis wohl kaum bezeichnen!

Die Tierdarbietungen im Zirkus beruhen keineswegs auf brutalem Zwang, wie die Tierrechtler behaupten, sondern auf einem innigen Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier. Wäre dies anders, könnten Menschen und Tiere niemals hautnah miteinander Kontakt haben. Man denke nur an folgende Szenen: Mehrere Tiger legen sich auf ihren Tierlehrer, ein Schwarzer Panther springt von einem Postamt auf den Rücken seines Tierlehrers und dann weiter auf das nächste Postament, ein Elefant schreitet über seinen am Boden liegenden Tierlehrer hinweg. Wer jemals den Raubtierlehrer Martin Lacey jr. bei den Proben beobachtet hat, wird nicht mehr daran zweifeln, dass die Ausbildung in der Manege für die Tiere eine wohltuende Maßnahme ist, die ihre physische und psychische Fitness fördert.

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Die von Tierrechtlern ständig wiederholte Behauptung, dass Elefanten im Zirkus nur die Hälfte ihrer natürlichen Lebenserwartung erreichen, ist nachweislich falsch. Sie trifft weder für Asiatische noch für Afrikanische Elefanten zu. Nach den Recherchen und Berechnungen des Aktionsbündnisses sterben Asiatische Elefanten im Zirkus durchschnittlich in einem Alter von 40,7 Jahren. Das durchschnittliche Sterbealter Asiatischer Elefanten in freier Wildbahn beträgt dagegen nur 31 bis 35 Jahre. Die hohe durchschnittliche Lebenserwartung der Zirkuselefanten zeigt, dass die Tiere mit den Lebensbedingungen im Zirkus sehr gut zurechtkommen.

Auch die Aussage, dass Zirkustiere einen Großteil ihres Lebens in engen Transportgefährten verbringen, kann nicht unwidersprochen bleiben. Jeder Zirkusbesucher weiß, dass den Tieren große und strukturierte Freigehege zur Verfügung stehen, in denen sie sich während des größten Teils des Tages aufhalten können (siehe erster Teil des Texts).

Ebenso gehört es ins Reich der Legenden, dass die Tiere unter den Transporten von Stadt zu Stadt leiden. Ein Zirkus-Elefant steigt so selbstverständlich in seinen Transportwagen ein wie ein Hund in das Auto seines Herrchens. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Tiere von klein auf an die Transporte gewöhnt sind. Kürzlich durchgeführte Studien des Freiburger Verhaltensforschers Immanuel Birmelin bestätigen eindrucksvoll diese Beobachtung. Birmelin untersuchte die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Speichel von Zirkustieren und fand dabei heraus, dass Löwen und Elefanten durch die Transporte offensichtlich nicht gestresst werden (siehe erster Teil des Textes).

Da die biologischen oder tiermedizinischen Argumente gegen (Wild-)Tierhaltung im Zirkus - wie wir gesehen haben - leicht widerlegbar sind, stellen die Tierrechtler zunehmend nicht-biologische Aspekte in den Vordergrund ihrer Propaganda und versuchen so, über die Schwächen ihrer Argumentation hinwegzutäuschen. Worin besteht nun dieses Ausweichmanöver?

Zum einen werden die Tiere in abstruser Weise vermenschlicht, indem man ihnen ein Bedürfnis nach Freiheit unterstellt, das im Zirkus brutal unterdrückt werde. Zweifellos haben Tiere viele Bedürfnisse, und ein verantwortungsvoller Tierhalter muss dafür Sorge tragen, dass die Tiere diese Bedürfnisse befriedigen können. Doch haben Tiere wirklich ein Bedürfnis nach Freiheit? Wir wagen das zu bezweifeln. "Freiheit" ist ein von Menschen und für Menschen gemachter Begriff, der nach unserer Ansicht nicht dazu geeignet ist, die Erlebniswelt von Tieren zu beschreiben.

Zum andern verschiebt man die Diskussion auf weltanschauliches bzw. ideologisches Terrain. Unbesehen wird das Klassenkampfvokabular vergangener Zeiten auf das Tier-Mensch-Verhältnis im Zirkus übertragen. Da werden Forderungen laut wie "Schluss mit der Tierausbeutung im Zirkus" oder "Tiere sind kein Kapital". Doch weltanschauliche Erwägungen dieser Art sind keine ausreichende Grundlage für gesetzliche Tierhaltungsverbote. Es darf in einem freiheitlichen Rechtsstaat nicht sein, dass eine Weltanschauung, in diesem Fall die Tierrechtsideologie, per Gesetz verordnet wird. In solchen Fragen muss Glaubensfreiheit herrschen.

Das Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus" fordert deshalb die Politiker der GRÜNEN und der SPD nachdrücklich dazu auf, die Argumentation der Tierrechtler kritisch zu hinterfragen, sich von der Strategie des Verschweigens bzw. Ausweichens nicht täuschen zu lassen, die wahren Verhältnisse in seriösen Zirkusunternehmen endlich zur Kenntnis zu nehmen und sich von den politischen Forderungen der Zirkusgegner zu distanzieren.

Mehr Infos zum Thema "Tiere im Circus" gibt es hier und auf Facebook.

E-Mail: presse@tiere-gehoeren-zum-circus.de

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