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Mehr Demokratie wagen durch die Einführung der Präferenzwahl: Jeder Bürger braucht eine alternative Stimme

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BUNDESTAG
dpa
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Kommendes Jahr sind Bundestagswahlen. In den Stimmkreisen werden die Direktkandidaten per Mehrheitswahlrecht bestimmt und repräsentieren daraufhin für vier Jahre ihre Region im Deutschen Bundestag.

Dabei droht ein immer stärkeres Auseinanderklaffen zwischen Wahlergebnis und eigentlichem Wählerwillen. Es kann nicht sein, dass, wie jüngst bei den Landtagswahlen in Berlin und Baden-Württemberg, Kandidaten mit einem Stimmergebnis von knapp über 20% das Direktmandat holen können. Das ist nicht repräsentativ und steht in Einzelfällen auch dem klaren Mehrheitswillen der Bevölkerung entgegen.

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Ich plädiere deshalb für die Einführung von Alternativstimmen im Rahmen eines Präferenzwahlsystems. Jeder Bürger soll die Möglichkeit erhalten, zusätzlich zu seinem Wunschkandidat Nr. 1, eine Alternative zu nennen.

Erreicht Wunschkandidat Nr. 1 nicht die Mehrheit der Stimmen, werden die angegebenen Alternativstimmen auf die anderen Kandidaten addiert und zwar solange, bis ein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen vereint.

In Australien, aber auch in Metropolen wie London und San Francisco und seit neuestem im US-Bundesstaat Maine, wird dieses Verfahren unter dem Schlagwort "Ranked Voting" zum Wohle der Demokratie bereits erfolgreich angewandt.

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Da auch in Deutschland unser Parteiensystem immer vielfältiger wird, sollten wir unser Wahlrecht entsprechend reformieren, um den Wählerwillen besser abzubilden.

Somit würde auch die Chance für Kandidaten kleinerer Parteien bei Direktwahlen steigen, da ihre Stimmen im Bewusstsein der Wählerinnen und Wähler nicht länger als "verloren" gebucht würden. Und wir würden sicherstellen, dass Wahlkreise nicht von einzelnen Extremen repräsentiert würden, da zukünftig immer der Mehrheitswille abgebildet würde.

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