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Detlef Untermann Headshot

Die Mauer retten

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Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November hat der fr├╝here Berliner Parlamentspr├Ąsident Reinhard F├╝hrer in einem Interview mit der Huffington Post dazu aufgerufen, die vom Verfall bedrohten Reste der Berliner Mauer in der Niederkirchnerstra├če gegen├╝ber dem Berliner Abgeordnetenhaus zu retten.

In der deutschen Hauptstadt sind nur noch an drei Stellen ├ťberreste des 1961 von der DDR errichteten ÔÇ×antiimperialistischen Schutzwalls" erhalten, die allerdings den wahren Charakter der einstigen Mauer nur noch bedingt erkennen lassen. Am bekanntesten ist die 1,3 Kilometer lange East Side Gallery am Ostbahnhof in Friedrichshain.

Dieses St├╝ck Mauer wurde 1990 von 118 K├╝nstlern aus 21 L├Ąndern bemalt und ist bereits zwei Mal - in den Jahren 2000 und 2008 - saniert worden. Daneben befindet sich in der Bernauer Stra├če als Teil der Gedenkst├Ątte Berliner Mauer das letzte St├╝ck der Mauer, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist und einen Eindruck vom Aufbau der Grenzanlagen zum Ende der 1980er Jahre vermittelt.

Am authentischsten und geschichtstr├Ąchtigsten aber ist das 200 Meter lange Mauerst├╝ck in der Niederkirchnerstra├če zwischen Martin-Gropius-Bau und Wilhelmstra├če. Mit Reinhard F├╝hrer sprach Detlef Untermann.

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Detlef Untermann: Herr F├╝hrer, warum setzen Sie sich f├╝r den Erhalt gerade dieses Mauerst├╝cks ein?
F├╝hrer: An dieser Stelle ist die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit H├Ąnden zu greifen. Das ehemalige Gestapo-Hauptquartier mit seinen Folterkellern im nicht mehr existierenden Prinz-Albrecht-Palais, dort, wo sich heute das Gel├Ąnde der Topographie des Terrors befindet, weist auf die braune Diktatur der Nazis hin. Sie wiederum hat direkt zur roten Diktatur der SED und damit 1961 zum Bau der Mauer gef├╝hrt. Dieses sichtbare Nebeneinander zweier Diktaturen ist in dieser Form einmalig. Und deshalb muss dieses St├╝ck Mauer unbedingt erhalten bleiben.

Detlef Untermann: Ist die Mauer dort denn ernsthaft bedroht.
F├╝hrer: Mehr als das. Direkt nach dem Mauerfall waren es erst die Mauerspechte, die der Mauer zugesetzt haben. Jetzt ist es die Witterung, die unerbittlich den Verfall beschleunigt. Der Beton ist bereits so verwittert, dass Teile davon einzust├╝rzen drohen. Und jedes weitere St├╝ck Stahl, das vom Rost befallen wird, entwickelt eine enorme Sprengkraft. Noch ein paar strenge Winter und von der Mauer ist in ein paar Jahren nichts mehr ├╝brig. Ein Gutachten der Senatsverwaltung f├╝r Stadtentwicklung bescheinigt dem Mauerst├╝ck ├╝brigens nur noch eine Reststandzeit bis maximal 2020.

Detlef Untermann: Was k├Ânnte man denn Ihrer Ansicht nach tun?
F├╝hrer: Man k├Ânnte die besch├Ądigten Stellen durch intakte originale Mauersegmente, die sich noch an verschiedenen Orten befinden, ersetzen.

Detlef Untermann: Was w├╝rde die Sanierung kosten?
F├╝hrer: 300.000 Euro wird man wohl veranschlagen m├╝ssen. Das wird angesichts der Finanzlage des Landes Berlin nicht ohne Sponsoren und Spenden der B├╝rger gehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass so viel Geschichtsbewusstsein in der Stadt vorhanden ist, dass dieses einmalige Zeit-Zeugnis erhalten werden kann.

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Reinhard F├╝hrer ist ehemaliger Pr├Ąsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgr├Ąberf├╝rsorge e.V