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Rezension zu "Verfolgt in Paradise" von Robert B. Parker

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
DARK HOUSE
Antonis Liokouras via Getty Images
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Ein weiterer Fall f├╝r Jesse Stone, dem Polizeichef von Paradise, einem kleinen ├ľrtchen an der Ostk├╝ste, welches sich gerade mal zw├Âlf Polizisten leisten kann. Jesse, der in den Verfilmungen von Tom Selleck gespielt wird, hat es dieses Mal nicht mit Mord und Totschlag zu tun. Seine Probleme sind zun├Ąchst die eines Provinzst├Ądtchens.

Eine Schulleiterin, die den kleinen M├Ądchen vor der Klasse unter die R├Âcke schaut. Angeblich weil sie will, dass die M├Ądchen darunter gesittet aussehen und sich nicht auf den Weg von Schlampen verirren. Parallel dazu werden Jesses Leute auf einen Spanner aufmerksam, der zun├Ąchst nur die Frauen bei Nacht durch deren Wohnungsfenster beobachtet und sich Nachtfalke nennt. Doch dann geht der Spanner auch noch weiter.

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Der Roman lebt von den Dialogen. Es wird sehr viel geredet. Dabei flie├čen viele Anekdoten und Begebenheiten der vorhergehenden Romane ein. Das gibt dem Leser, der die vorhergehenden kennt (was aber kein Muss ist), das Gef├╝hl, heimisch in einer Familie oder bei guten alten Bekannten zu sein.

Die h├Ąufigsten Gespr├Ąchspartner sind die beiden Mitarbeiter Molly und Suit. Das Frotzeln untereinander nimmt kein Ende. Aber Jesse unterh├Ąlt sich auch wieder mit seinem Psychiater Dix. In gewohnter Weise l├Ąngt Jesse von seinem Alkohol- und Frauenproblem ab und benutzt Dix f├╝r seine aktuellen Ermittlungen. Die Art und Weise der Dialoge treibt dem Leser das Schmunzeln ins Gesicht.

Die deutsche ├ťbersetzung steht dem Humor und der Ironie des Protagonisten in Nichts nach, wenn man davon absieht, dass Molly anfangs Kommissar und sp├Ąter Inspektor ist. Hier h├Ątte wahrscheinlich der amerikanische Dienstgrad vollkommen ausgereicht.

Wie bereits erw├Ąhnt, ist es nicht notwendig, alle vorherigen Jesse-Stone-Romane zu kennen. In kurzen Abs├Ątzen und Stichworten wird alles Wichtige erw├Ąhnt und der Leser ist voll im Bilde. So erf├Ąhrt er von dem Rauswurf Jesses bei der LAPD genauso wie von dessen Ex-Frau Jenny und einigen weiteren Liebschaften.

Die extrem knappen Beschreibungen und die ausgiebigen Wortwechsel schaffen ein Bild von der amerikanischen Kleinstadt und dem pulsierenden Leben auf dem Polizeirevier, welches fesselt. Dass es dabei um keine gro├čen Mordsachen geht, dass Jesse dieses Mal ohne SEK und Schie├čen aus der H├╝fte auskommt, st├Ârt gar nicht. Man liest die Gespr├Ąche, h├Ârt sie im inneren Ohr und hat das Gef├╝hl, mitten unter den Figuren dabei zu sein und mitreden zu k├Ânnen.

Jesse Stone, ein Sympathiebolzen, von dem man gelesen haben muss.

Parker, Robert B.
Verfolgt in Paradise
Aus dem Amerikanischen von Bernd Gockel
Pendragon Verlag, Bielfeld
ISBN 9783865325259

┬ę Detlef Knut, D├╝sseldorf 2016
Mehr zum Autor gibt es hier, und auf editionoberkassel.de, sowie auf eo-akademie.de.

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