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Volker Beck: Revival eines Regenbogen-Ritters

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VOLKER BECK
dpa
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Nachdem die 0,6 Gramm Crytsal Meth, mit denen der Grünenpolitiker und Homoaktivist Volker Beck vor nicht allzu langer Zeit in Berlin von der Polizei aufgegriffen wurde, durch das milde Auge der Justiz mit 7000 Euro weggeblasen und mit ein paar frommen Bibelversen weggetwittert wurden, ist er wieder voll da. Diesmal deckt er einen Skandal bei der Steuersoftware Elster auf, den die Bayern zu verantworten haben.

Pro Tag gibt es im Durchschnitt aus dem Hause Beck seit einigen Tagen wieder zwei Pressemitteilungen zu wichtigen Fragen der Homowelt. Zumindest jenen, die Volker Beck für wichtig hält.

Während in Berlin von einem besorgniserregenden Anstieg homophober Übergriffe, unter anderem durch Flüchtlinge auf homo- und transsexuelle Mitflüchtlinge berichtet wurde, deckte Beck einen ganz anderen Skandal auf:

Die Finanzbehörden adressieren tatsächlich Briefe an Menschen, die sich in einer homosexuellen Lebenspartnerschaft befinden, mit „Herrn und Frau". Aber damit nicht genug des Skandalösen: Noch schlimmer in den Elster-Formularen, mit denen die elektronische Steuererklärung abgegeben wird. Dort taucht in dem betreffenden Menü die Frage nach der Ehefrau auf, wo es eigentlich bei homosexuellen Paaren „Lebenspartner" heißen müsste.

Wenn man gendertdoktrinär ganz korrekt ist, müsste man gar mit dem Gender-Star arbeiten: "Lebenspartner*_In" ... denn woher weiß Elster, ob der Mann, den Mann geheiratet hat, sich vielleicht als Frau fühlt und nur der Form halber eine Lebenspartnerschaft eingegangen ist, weil das Gefühl noch nicht aktenkundig ist?

Deshalb hat dann Beck auch einen Brief an den bayerischen Finanzminister Markus Söder von der CSU geschrieben, obwohl er seine Steuererklärung gar nicht in Bayern abzugeben hat. Der Grund: Bayern hat Elster für die bundesweite Nutzung entwickelt.

Wir haben es hier offensichtlich mit einem ähnlichen Riesenskandal zu tun wie den von Beck angesichts des Spaßbads in Bad Lasphe aufgedeckten: „Die städtischen Schwimmbäder in Bad Laasphe sollen Regenbogenfamilien nicht die gleichen Rabatte durch „Familienkarten" gewähren wie heterosexuellen Eltern" - erschütterte damals eine Pressemitteilung die Internationalen Medien.

Auch diesmal widmet der „Kölner Stadtanzeiger" dem Skandal mit der Steuersoftware einen umfangreichen Beitrag, von dem man nicht so genau weiß ob er satirisch oder ernst gemeint sein soll.

Wie auch immer: Volker Beck ist wieder da. Und durch seinen unermüdlichen Einsatz wird die Akzeptanz von Schwulen und Lesben in Deutschland weiterhin sehr rasch steigen: Danke, Volker!

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