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Russische Forscher wollen Impfstoff gegen Homosexualität gefunden haben

19/02/2016 15:37 CET | Aktualisiert 19/02/2017 11:12 CET
PhotoAlto/James Hardy via Getty Images

Die belgische Online-Zeitung Nordpresse berichtete gestern davon, dass russische Wissenschaftler einen Impfstoff gegen Homosexualität gefunden haben wollen. Die Nachricht wurde innerhalb weniger Stunden öfter als 60 Tausend mal alleine über Facebook verbreitet.

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Bei diesen Wissenschaftlern handelt es sich genauer um einen Dr. Dimitri Yusrokov Slamini von der Medizinischen Fakultät in Novosibirsk (Новосибирский государственный медицинский университет, НГМУ) und seine Kollegen.

Homosexualität sei daher nichts anderes als eine Krankheit

Der Impfstoff soll Kindern verabreicht werden und verhindern, dass sich Homosexualität entwickelt. Die Forscher stützen sich dabei auf eine Studie aus dem Jahr 1959 (!) von Charles H. Phoenix, die Homosexualität durch ein Ungleichgewicht im Östrogen-Testosteron-Haushalt verursacht sieht. Homosexualität sei daher nichts anderes als eine Krankheit, ganz ähnlich wie etwa eine Grippeerkrankung.

Iran und Saudi Arabien haben Interesse an Impfstoff

Der „Impfstoff", mit dem die russischen Forscher Entwicklung und Ausbruch der „Krankheit Homosexualität" verhindern wollen, sei eine ganz spezielle Testosteronart.

Die Nachricht, die die belgische Online-Zeitung gestern veröffentlich hat, geistert freilich schon seit 2014 durch die internationalen Medien. Iran, China und Saudi Arabien hatten damals sofort Interesse an dem neuen Impfstoff angemeldet. Inwiefern damit bereits an Kindern Experimente ausgeführt wurden, ist nicht bekannt.

Dass die nicht mehr neue Nachricht von dem ebenfalls nicht mehr ganz neuen Impfstoff nun wieder innerhalb weniger Stunden mehr als 60.000 mal auf Facebook geteilt wurde, zeigt, wie viele Menschen die Frage nach den Ursachen von Homosexualität nach wie vor umtreibt - und wie leicht man bereit ist, mindestens indirekt einzugestehen, dass man Homosexualität nach wie vor für eine krankhafte Erscheinung hält.

Überwiegender Großteil der Mediziner klar ablehnend

Der Großteil aller Mediziner hält Homosexualität nicht (mehr) für eine Krankheit, lehnt von daher auch eine Behandlung wie von den genannten russischen Medizinern vorgeschlagen, rundweg ab. Hinzukommt, dass die biologische Ursache für eine homosexuelle Veranlagung nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft nicht in den Hormonen, sondern in einer ganz bestimmten angeborenen Genkonstellation zu finden ist.

Der Beitrag wurde zuerst auf Gaystream veröffentlicht.

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