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Die dekadente Lust am eigenen Untergang

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MOSCHEE
ullstein bild via Getty Images
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Deutsche Bischöfe der katholischen Kirche treten derzeit in den Medien als energische Fürsprecher einer Verbreitung des Islam in Deutschland auf: Naivität oder Hoffen auf eine Revival des Religiösen? Beides ist höchst gefährlich.

Denn weltkirchlich gesehen fallen diese Bischöfe mit ihrer Islamophilie den Juden, den Glaubensbrüdern im Mittleren Osten und auch Christen, die in deutschen Asylheimen häufig schweren Verfolgungen durch Muslime ausgesetzt sind, sicher ungewollt, aber schmerzlich in den Rücken.

Demjenigen, der es noch nicht mitbekommen hat, muss man erst einmal deutlich machen, dass es sich nicht um eine Satire handelt: Tatsächlich erweisen sich derzeit die katholischen Bischöfe hierzulande als die energischsten Apologeten einer weiteren Verbreitung des Islam in Deutschland.

Also in jenem Land, das einst der heilige Bonifatius christianisierte und damit einen der Grundsteine zur vom Islam zeitweise bereicherten, aber in den letzten Jahrhunderten immer mehr auch bedrohten Kultur Europas legte.

Gehören Moscheen und Minarette zu Deutschland?

Nach parteipolitischen Stellungnahmen seiner Kollegen Kardinal Lehmann und Erzbischof Hans- Josef Becker, hat sich nun der Osnabrücker Bischof Bode anlässlich des gerade stattfindenden Katholikentags in einem Interview mit seiner Heimatzeitung weit aus dem Fenster gelehnt.

Unter der Schlagzeile „Muslime und Minarette gehören zu Deutschland" singt er ein Loblied auf den Islam in Deutschland:

Wir "können auch viel von den Muslimen, die herkommen, lernen. Die Kirche tritt für islamischen Religionsunterricht ein, mit ordentlichen Lehrplänen wie im christlichen Religionsunterricht. Das friedliche Miteinander der Religionen ist bereichernd, dazu müssen wir beitragen. Sonst empfindet die säkulare Gesellschaft Religion oft nur als Ursache von Feindseligkeiten."

Ähnlich hatte sich schon der Essener Bischof Franz Josef Overbeck im vergangenen Herbst in einer viel beachteten Predigt geäußert. In der forderte er angesichts der Flüchtlingskrise, dass sich gefälligst die Deutschen den Asylbewerbern anpassen sollten.

Dass er dabei wohl kaum die Minorität der glaubenseifrigen und zum Martyrium bereiten christlichen Flüchtlinge gemeint haben dürfte, geht aus dem weiteren Zusammenhang der Predigt deutlich hervor. Auch dass er damit seine "Stammkundschaft" vergraulte, die mit Kirchenaustritt drohte, ist nicht ganz unverständlich.

Kein Wort ist von Bischof Bode zu dem auch den Islam in Deutschland prägenden Antisemitismus, die weit verbreitete, nicht selten gewalttätige Feindlichkeit gegen Christen Trans- und Homosexuelle, die Minderbewertung der Frau im Islam.

Besonders die zuletzt genannte Unterlassung stößt bitter auf, da Bode gleichzeitig die katholische Kirche im Zusammenhang mit den umstrittenen Plänen zu einer Diakonenweihe für Frauen (Durchgangsstation zum "Priestertum" der Frau) auffordert: „Auf jeden Fall müssen Frauen mehr Leitungsverantwortung in der Kirche haben. Ich bin Vorsitzender der Frauenkommission in der Bischofskonferenz und ich forciere das."

Irgendwie passt das alles nicht zusammen, wenn man nicht von der abstrusen These ausgehen will, dass den Bischof neben der Islamophilie eine Christophobie umtreibt.

Die Naivität des Bischofs im Hinblick auf den Islam und den demographischen Wandel ist schockierend

Ganz abgesehen davon, dass unser Grundgesetz (Art. 7, Abs.3) keinen "christlichen Religionsunterricht", sondern nur einen konfessionellen kennt, ist die Naivität des Bischofs geradezu atemraubend: Friede, Freude, Eierkuchen.

Da passt es dazu, dass er sich, während sich die Gotteshäuser seiner Diözese immer mehr leeren, für den Bau von Moscheen eintritt. Und wie ein Kind, das eine Kirche, selbstverständlich mit Kirchturm malt, feststellt: "Wenn es dann um den Bau einer Moschee geht, dann kann auch ein Minarett dazugehören."

Was dabei verschwiegen wird: Der Kirchturm gehört in einem säkularen Staat nur insofern zu Deutschland, als er seit Jahrhunderten das Bild unserer Städte und unser gesellschaftliches Zusammenleben prägt - nicht einmal diese Mindestanforderung erfüllt das Minarett. Ebenso wie die Burka, den Ruf desMuezzin oder Halal-Speißen kann man sie nicht über Nacht zu Staatsheiligtümern erklären.

Der Bischof ist aber nicht nur Fachmann, wenn es um die Architektur von Moscheen und den Religionsunterricht in Deutschland geht, sondern auch in demographischen Fragen ein echter Profi.

Auf die besorgte Frage der Interviewpartnerin: „Wenn Sie mal einen Blick in die Zukunft werfen, wie wird die Kirche in 20 Jahren aussehen? Sind Muslime dann in der Mehrheit und die Kirchen leer?" - antwortet seine Exzellenz kurz und knapp: "Es ist kaum eine muslimische Bevölkerungsexplosion hierzulande zu erwarten."

Grund: Auch die Katholiken würden sich in Zukunft wieder viel mehr Kinder anschaffen. Und das in einer Kirche, deren Papst kinderreichen Familien vor nicht allzu langer Zeit vorwarf, sich zu vermehren „wie die Karnickel"?

Mit ihrer Islamophilie fallen die Bischöfe ihren Mitbrüdern im Orient, aber auch den Juden in den Rücken

Weltkirchlich gesehen fallen diese Bischöfe mit ihrer Islamophilie gerade den Glaubensbrüdern im Nahen und Mittleren Osten, aber auch Christen, die in deutschen Asylheimen häufig schwersten Verfolgungen durch Muslime ausgesetzt sind, aufs übelste in den Rücken. Zugleich verraten sie unsere älteren Brüder, die Juden, die nicht ohne Grund eine große Furcht vor der Islamisierung Europas umtreibt.

Noch vor wenigen Wochen fand im Vatikan eine Tagung statt, auf der eine von 400.000 Personen unterschriebene Petition an die Vereinten Nationen vorgestellt wurde, die von den UN fordert, die "endlosen Angriffe auf Christen und andere religiöse Minderheiten" im Namen des Islam zu stoppen.

Die Mitbrüder von Exzellenz Bode, Bischof Joseph Danlami Bagobiri von Kafanchan in Nigeria und der griechisch-melkitische katholische Erzbischof Jean-Clement Jeanbart von Aleppo in Syrien waren zu diesem Anlass in den Vatikan gekommen. Bagobiri sagte bei diesem Anlass kurz und knapp: „Christen in Teilen von Nigeria und im Mittleren Osten werden derzeit zu einer aussterbenden Spezies!"

Das Gatestone Institut http://de.gatestoneinstitute.org/7074/ermordeten-christen berichtet dazu: „Im Bericht einer NGO heißt es, im Irak werde alle fünf Minuten ein Christ ermordet; zudem würden "Militante des Islamischen Staats christliche Kirchen als Folterkammern benutzen, wo sie die Christen zwingen, entweder zum Islam zu konvertieren oder zu sterben".

Auch bei Papst Franziskus fehlt jedes Verständnis für das christliche Martyrium angesichts des Islam

Aus sich können sich diese Christen nicht helfen. Sie wären auf reiche und daher weltkirchlich und politisch einflussreiche Mitbrüder wie Kardinal Lehmann oder Bischof Bode angewiesen. Die kümmern sich aber offensichtlich lieber um beschleunigte Baugenehmigungen für Minarette neben ihren leerer werdenden Kirchen.

Und auch dem römischen Papst scheint das Schicksal seiner eigenen Leute nicht wirklich wichtig zu sein: "Als Papst Franziskus sich bei der UNO an die Welt wandte, setzte er seine Energie wieder einmal dafür ein, die Umwelt zu verteidigen. In seiner 50-minütigen Rede kam er nur ein einziges Mal auf die verfolgten Christen zu sprechen - und vermischte ihr Leid im selben Satz mit dem angeblich gleichen Leid der "Mitglieder der Mehrheitsreligion", also dem der sunnitischen Muslime.

Sunniten werden nicht wegen ihres Glaubens massakriert, enthauptet und vergewaltigt; ihre Moscheen werden nicht bombardiert und niedergebrannt; sie werden nicht wegen Abfalls vom Glauben, Blasphemie oder Missionierung eingesperrt oder getötet.", so das New Yorker think tank "Gatestone-Institut".

Was wird erst sein, wenn diese Männer, denen nach dem bekannten Kirchenrechtler und Priester Prof. Georg May (Mainz) die Vorsehung all zu oft "einen Gummischlauch statt ein Rückgrat eingezogen hat", wirklich vor die Alternative gestellt werden?

Was wird sein, wenn sie sich unter Androhung von Gewalt zwischen Minarett und Kirchturm entscheiden müssen? Als Katholik mit einem angemessenen Respekt vor dem Amt des Bischofs möchte mir die Antworten gar nicht vorstellen ...

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