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Berge oder Meer: So sehen luxuriöse Wellnessurlaube aus

24/11/2015 13:04 CET | Aktualisiert 24/11/2016 11:12 CET

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Wer heute Wellness-Hotel hört, der denkt noch immer schlicht an Hotels mit einem eigenen Spa-Bereich: ein Jacuzzi, ein in Europa meist sehr kleiner Fitnessraum und Massageangebote. Im günstigsten Fall dann noch ein größerer Pool und Outdoorsportangebote.

Doch neuere Wellness-Konzepte sind weitaus umfassender und ganzheitlicher als das, was in gewöhnlichen Wellnesshotels zumeist geboten wird.

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Da gehören unter anderem bewusste, aber genussvolle Ernährung mit regionalem Bezug ebenso dazu wie eine ganz bestimmte Hotelatmosphäre, die echte Erholung von der ersten Minute an ermöglicht. Und das sowohl innerhalb des Hotels wie auch in seiner Umgebung.

Einige Wellness-Hotels im gehobenen Preissegment haben dies inzwischen erkannt und bieten ein umfassendes „Wellnesskonzept", das sich mit dem was sonst auf dem Markt angeboten wird, überhaupt nicht mehr vergleichen lässt.

Um diese neuen Wellnesskonzepte hautnah zu erleben, haben wir zwei sehr verschiedene Hotels auf deren Einladung hin besucht: eines für den typischen Winter- und eines für den klassischen Sommerurlaub.

Wo der Skilehrer auch massiert

Etwas oberhalb von St. Moritz liegt das 5-Sterne-Superior Hotel „Giardino Mountain". Ein stark erweitertes ehemaliges Mädchenpensionat, das erst vor kurzem ganz neu ausgestattet, durch lässigen Luxus brilliert.

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Wenn man morgens aufwacht, kann man vom Bett aus schon die schneebedeckten Gipfel von Piz Nair, Corvatsch, Lagalb und Zuoz sehen. Fußläufig erreicht man dann auch vom Hotel aus die Talstation, die einen in die schönsten Skigebiete des Geburtstorts des Wintersports überhaupt bringt.

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Das alles wäre freilich nicht einer eigenen Erwähnung wert, wäre da nicht der besondere Service dieses Hauses.

Marco Castellani, der freundliche Barkeeper, der einem am ersten Abend bereits mit der selbst gemachten Limonade des Hauses am offenen Kamin begrüßt hat, ist zugleich ein versierter Skilehrer, der die Gäste mit auf Entdeckungstour nimmt - und es durch seine perfekten Kenntnisse der unterschiedlichen Abfahrtsmöglichkeiten hinkriegt, eine perfekte Tour über die Pisten des Engadin zusammenzustellen.

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So hat man die Chance immer zur perfekten Zeit dort zu sein, wo man den besten Schnee, den angenehmsten Sonnenstand und möglichst wenige andere Touristen auf den Pisten genießen kann.

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Der junge sportliche Mitarbeiter des „Giardino Mountain" ist aber nicht nur ein toller Begleiter auf den Pisten, zurück im Hotel steht er den Gästen dann auch im Spa für eine entspannende Massage zur Verfügung.

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Der Wellnessbereich ist ungewöhnlich groß, so dass man weder in der Sauna noch in den verschiedenen Pools jemals den Eindruck einer Massenabfertigung gewinnt. Als wir da waren hatten wir den ganzen Sonntagvormittag den großen Poolbereich für uns alleine. Da liegt man dann auf ausgedehnten Liegen, die klare Wintersonne fällt durch die großen Fenster - und man hört nichts als das leise Plätschern des Wassers.

Drinks mit Sylvester Stallone und Albert von Monaco

Spätestens am zweiten Abend wird man auch Luca Sandiogini kennen lernen - als Kollege von Marco hat er schon Drinks für Sylvester Stallone oder Prinz Albert von Monaco gemixt. Kontakt gefunden hat er zu diesen illustren Gäste meist über seine große Leidenschaft: das Bobbahn-Fahren.

Seit früher Kindheit ist er in der Bobbahn-Szene von St. Moritz zuhause und nimmt Gäste des „Giardino Mountain", die mutig genug sind, mit auf eine nervenkitzelnde Fahrt im Viererbob. Ein Erlebnis, dass sich tatsächlich nur durch solch persönliche Kontakte realisieren lässt, da die Bahn nur für die Profisportler und die Mitglieder des elitären Clubs zur Verfügung steht.

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Solche sehr individuellen Programme stellen tatsächlich eine neues Level in der Wellnesshotellerie dar. Stolz lässt der Geschäftsführer des Hauses uns Journalisten wissen: „Unsere Mitarbeiter sind Charaktere und kreieren solche Erlebnisse durch ihr eigenes Können und Interesse". Den Gästen, die aus aller Welt hierher kommen, scheint es zu gefallen.

Hier haben sie die Chance auf sehr individuelle Erlebnisse, die weit über die Standartprogramme der meisten anderen Hotels hinaus gehen. Und die zugleich in eine unaufgeregte, fast selbstverständlich entspannte Atmosphäre eingebettet sind.

Dazu trägt auch die außergewöhnliche Freundlichkeit des Hotelpersonals bei. Ob im Spa-Bereich, am Frühstücksbuffet, das vor allem durch Produkte der Region glänzt oder im weitläufigen Foyerbereich, der sich um einen offenen Kamin herum anordnet - immer kriegen die Angestellten es hin, in einem Gleichgewicht aus Nähe und Distanz völlig unaufdringlich und dennoch unmittelbar zur Stelle zu sein, wenn man einen Wunsch hat.

Es ist eben jene Art von Takt und Höflichkeit, die einen fester Teil der faszinierenden Tradition der Grand Hotels Europas ausmacht.

Edler Glanz an der Riviera dei fiori

Eines jener traditionsreichen Hotels ist das nur etwa 400 Kilometer von St. Moritz entfernte „Royal Grand Hotel" im legendären italienischen Badeort San Remo.

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Ähnlich wie St. Moritz als Wiege des europäischen Wintersporturlaubs gelten kann, gilt der Küstenabschnitt zwischen dem italienischen Sanremo und dem französischen Cannes als Premierenlandschaft für den touristischen Aufenthalt am Meer.

Der Kurort ist nicht nur für seine Strände, sondern auch für das mondäne Nachtleben (Spielbank von Sanremo), die mittelalterliche Altstadt und vor allem das Musikfestival von Sanremo, das als Vorbild des Eurovision Song Contest gilt, bekannt.

Internationale Stars des Musiklebens gingen in den Grand Hotels des Ortes in den 60er Jahren ein und aus: Udo Jürgens, Louis Amstrong, Connie Francis, Dalida, Cher und France Gall - um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Mit der schwarzen Limousine vorfahren

Fast wie in einem Roman des deutschen Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann, dessen Werk auch von der Faszination für die alten Grand Hotels geprägt ist, fühlt man sich beim Betreten des Hotels.

Livrierte Hotelboys, Türöffner und Kofferträger, die schon bereit stehen, wenn eine der großen schwarzen Limousinen des „Royal", die die Gäste am nächstgelegenen Flughafen im südfranzösischen Nizza abholen, vorfährt.

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Auch hier fällt wieder die ausgesuchte Freundlichkeit auf, die einem ausnahmslos begegnet, hier freilich in einem vornehmeren Rahmen. Wie selbstverständlich tragen hier die Herren - zumal zum Dinner - mindestens Jackett, Hemd und lange Hosen.

Der distinguierte Umgang auch der Gäste miteinander ist sicher mit dadurch bedingt, dass durch die Preise des Hotels eine Vorauswahl stattfindet. So muss man etwa für zwei Nächte in der Hochsaison gut 1000 Euro für die Übernachtung in einer Suite rechnen.

Etwas günstiger sind da die Preise im „Giardino Mountain", wo man im Winter mit etwa 650 Schweizer Franken für zwei Nächte dabei ist. Bei derartigen Erholungsurlauben muss man also durchaus tief in die Tasche greifen.

Antiquitäten und moderner Komfort

Bei dem gesamten Servicepersonal des „Royal" herrscht - ganz anders als im Schweizer „Giardino" - eine strenge Hierarchie.

Das Personal, das nahezu alle europäischen Sprachen zu beherrschen scheint, geleitet einen nach der Empfangstheke sozusagen fast lautlos in eine geräumige Empfangshalle mit antikem Interieur und gigantischen Ölgemälden aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

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Bei genauerem Hinsehen fällt einem schnell auf, dass man nicht nur die eleganten und stilvollen Räume aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beibehalten, sondern zugleich - sehr sensibel für das Traditionelle - mit modernem Komfort angereichert hat.

Exemplarisch dafür steht - neben den üblichen Annehmlichkeiten - die große Fensterfront, die den Blick schon beim Betreten des Hotels freigibt auf einen großen subtropischen, zum Hotel gehörenden Park und das Meer.

Eine ähnliche Kombination aus Tradition und Innovation erwartet einen dann in den großen Zimmern und Suiten des Hotels. Die schönsten geben ebenfalls den Blick auf Garten und Meer durch besonders großzügig gestaltete Fensterfronten und Terrassen frei.

Das Mobiliar besteht aus ausgesuchten Antiquitäten, während auf der anderen Seite modernste Technik zur Verfügung steht (Internet, TV usw.) und die Badezimmer sehr nobel ausgestattet sind.

Vornehme Freundlichkeit als Teil des Wellnesskonzepts

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Das Restaurant des Hotels hat sich vor allem auf lokale Delikatessen spezialisiert. Besonders beeindruckend ist das dort derzeit angebotene 8-gängige Olivenöl-Menu: jeder der Gänge bis hin zum Dessert wird mit einem anderen Olivenöl der Region zubereitet und der Maître d'hôtel lässt es sich nicht nehmen, den Gästen, jede Olivenölart einzeln zu erklären.

Wenn er dabei wirklich alle Gäste des Hauses tatsächlich mit Namen kennt, wie uns einer der Hotelmanager wissen ließ, ist dies tatsächlich erstaunlich. Es würde aber tatsächlich zu der ganzen Atmosphäre passen, in der sich jeder Gast - passend zum Namen des Hotels - wie ein König fühlen kann.

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Auch im „Hotel Royal" findet sich in den ehemaligen Kellerräumen und zwischen Park und Meer mit einem einzigartigen Meerwasserpool, ein riesengroßer Wellnessbereich, der keinen Wunsch offen lassen dürfte. Aber auch hier sind es nicht jene ausgefeilten technischen Einrichtungen, die einen Aufenthalt so unglaublich erholsam machen.

Es ist die Gesamtatmosphäre, bei der der Spa-Bereich nur einen Aspekt bildet. Die Schönheit der umgebenden Landschaft sowie der klassischen Hoteleinrichtung, die ausnehmend vornehme, in unserem Alltag nicht mehr anzutreffende Freundlichkeit beim Personal, die große Ruhe, die der das Hotel umgebende Park ausstrahlt.

All das trägt dazu bei, dass hier schon nach wenigen Stunden des Aufenthalts gelassenes Wohlfühlen und Erholung eintreten.

Journalistische Offenlegung: Die Reportage beruht auf der Einladung der beiden Hotels. Von Anfang an wurde jedoch klar gestellt, dass auch evtl. anzutreffende problematische Aspekte thematisiert werden. Fotos: Klaus E. Krauß; 1.2.6 PR

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