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Hetzjagd gegen Schwule - mitten in Berlin

06/02/2016 17:50 CET | Aktualisiert 06/02/2017 11:12 CET
dpa

Erst jetzt wurde durch einen Nebensatz in einer „Tagesspiegel"-Reportage bekannt, dass vor drei Wochen am Kottbusser Tor zwei schwule Männer von einem rasenden Trupp arabisch sprechender Männer mit Gürteln geschlagen und über den Platz gejagt wurden. Auf dem dazu entstandenen, erschütternden Video hört man auch, wie die zwei in Panik schreien und versuchen in ein Taxi zu flüchten.

Vor zwei Tagen berichtete der „Tagesspiegel" über die eskalierende Situation am Kottbusser Tor in Berlin. Dort heißt es unter anderem:

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Einigen Frauen wurde an den Busen gefasst oder ins Gesicht geschlagen

„In den vergangenen Monaten wurden am Kottbusser Tor fast täglich Passanten umringt. Dabei wurden Portemonnaies, Telefone, Handtaschen gestohlen. Klappte das nicht, schlugen die Täter zu, manche besprühten ihre Opfer mit Reizgas oder zogen Messer. Einigen Frauen wurde an den Busen gefasst oder ins Gesicht geschlagen - wie vor zwei Wochen. Oder die Opfer wurden hunderte Meter weit gejagt - wie vor drei Wochen, als ein rasender Trupp mit Gürteln auf zwei Schwule eindrosch, sie trat, während die zwei Männer in Panik schrien. Von der Hatz gibt es ein Video."

Auf dem Video hört man im Hintergrund einen türkisch sprechenden Kommentator, der wohl auch das Video aufgezeichnet hat und berichtet, dass es sich bei den Angreifern um Araber handelt, die die beiden Männer angegriffen haben.

Besonders gutes Beispiel für die Integration queerer Menschen

Das Bemerkenswerte dazu: Noch zu Jahresbeginn hatte Frau Dr. Birgit Bosold, die Vorstandsfrau des „Schwulen Museums" in Berlin, in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung" die Szene rund um das Kottbusser Tor als besonders gutes Beispiel für die Integration queerer Menschen in die multikulturelle Gesellschaft angeführt.

Der ganz in der Nähe des Kottbusser Tors wohnende schwule Bundestagspolitiker Volker Beck wurde um ein Statement gebeten, hat bislang aber noch nicht auf die Anfrage reagiert. Anders der Zuständige bei MANEO, dem schwulen Überfalltelefon. Er schreibt: "Wir zeigen uns über die im Video gezeigten Gewaltszenen, die einen Angriff auf zwei Personen zeigen, schockiert und betroffen.

Wir haben uns mit den uns jetzt übermittelten Informationen an die Berliner Polizei gewandt mit der Frage, ob sie weitere Informationen zu dieser Gewalttat besitzt."

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