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Das sind die drei großen Trends aus dem Silicon Valley

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VIRTUAL REALITY
Paper Boat Creative via Getty Images
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Durch meine Position befinde ich mich in der glücklichen Lage, vor vielen anderen einige der neuesten hochmodernen Technologien aus der ganzen Welt kennenlernen zu dürfen.

Deshalb werde ich sehr oft gefragt, was ich als die „nächste große Sache" ansehe. Dabei befinde ich mich jedoch in einem Dilemma.

Mein Herz schlägt für jene Technologien, die mich begeistern - also solche, von denen ich glaube, dass sie unseren Alltag in Zukunft womöglich entscheidend verändern werden.

Aber gleichzeitig fühle ich mich auch zu Technologien hingezogen, die im Hier und Jetzt schon wirtschaftlich sind und sich bereits in einer Phase befinden, in der sie Teil unseres Alltags sein können.

Vor diesem Hintergrund habe ich meine Top 3 der wichtigsten Tech-Prognosen für die nächsten 12 bis 18 Monate zusammengestellt.

Diese Annahmen basieren naturgemäß auf den Entwicklungen, die ich in der wunderbaren Welt der Technik bislang gesehen habe. Ihr Erfolg könnte die Grundlage für die kommenden zehn Jahre in der Informationstechnologie bilden.

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1. Virtual Reality (VR) wird massenkompatibel und hält in immer mehr Branchen Einzug

Die großen Tech-Events Anfang des Jahres wie die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas oder der Mobile World Congress (MWC) haben gezeigt, dass virtuelle Realität immer mehr bei der breiten Masse ankommt.

Ich sehe darin einen Schlüsselmoment in der technologischen Entwicklung. Warum werde ich später erläutern, doch zunächst sollten wir uns näher damit befassen, wie die Zukunft von Virtual Reality aussehen könnte.

Als begeisterter Gamer sagt mein Herz ohne Zweifel, dass VR beim Gaming an einem Punkt angelangt ist, an dem es die Masse erreicht - sowohl am PC als auch auf Spielekonsolen.

Das Interesse für leistungsfähigere Grafikprozessoren und eine lebensechtere Spielerfahrung hält unvermindert an. Ich erwarte, dass dieser Trend im kommenden Jahr sogar noch zunehmen wird.

Gleichzeitig sagt mein Kopf, dass die größte Herausforderung, der sich VR auf dem Spielemarkt aktuell noch stellen muss, die immer noch sehr geringe Anzahl an geeigneten Inhalten und Spielen ist.

Das wird sich zweifellos ändern, sobald die Entwickler noch stärker auf den Trend eingehen.

Davon abgesehen ist VR bereits seit vielen Jahren stark in Industrien wie der Verteidigung und der Luftfahrt vertreten.

Dort wird sie vor allem dafür eingesetzt, um einen natürlicheren und intuitiveren Umgang mit Technologie zu ermöglichen.

Zudem zeigt der Blick auf andere Branchen wie den Bildungssektor oder die medizinische Forschung, warum VR jetzt reif dafür ist, diese Industriezweige umzugestalten.

Beispielsweise verwendet GE Virtual Reality bereits in seinem „Neuro VR Experience" Projekt.

Dabei können die Nutzer in eine vollständige Nachbildung des Gehirns des britischen Musikers Reuben Wu eintreten und in Echtzeit mitverfolgen, wie er Gedanken weiterentwickelt und auf verschiedene Umweltreize reagiert.

Sogar im Non-Profit-Bereich hat VR schon Einzug gehalten. So nutzen die Vereinten Nationen VR dazu, um Spendern zum Beispiel einen besseren Einblick in das Leben innerhalb eines Flüchtlingslagers zu ermöglichen.

Ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Monaten weitere innovative Einsatzmöglichkeiten von VR in der Industrie sehen werden. Dabei wird auch das enorme wirtschaftliche Potenzial der Technik immer deutlicher werden.

2. Server und PCs werden das „Internet of People" vorantreiben

Als leidenschaftlicher Smartphonenutzer sagt mein Herz, dass alles, was das Interneterlebnis weiter personalisiert, positiv ist.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf den stetig voranschreitenden Aufstieg des „Internet of Things" (IoT) zu sprechen kommen. Dieser Trend wird anhalten, denn die Industrie findet immer weitere Anwendungen.

Davon werden auch die Verbraucher profitieren. Immer mehr Leute nutzen die entsprechenden Geräte und die dabei entstehenden Daten, um ihren Alltag zu verbessern.

Die Vorteile des Internets der Dinge für das Alltagsleben werden dabei im kommenden Jahr noch deutlich sichtbarer werden.

Gleichzeitig erinnert mich mein Verstand an einige Herausforderungen, die bei IoT-Geräten und -Sensoren noch überwunden werden müssen, bevor sich aussagekräftige Vorhersagen über den weiteren Erfolg der Technik in den nächsten Jahren treffen lassen.

Am meisten ins Auge fällt mir die Debatte um Standards für Technologie und zur Kompatibilität der Produkte. Diese ungelösten Fragen wirken sich unter anderem auf die Preise und Geschäftsmodelle mit dem Internet der Dinge aus.

Glücklicherweise ist das Problem der fehlenden Standards und der damit verbundenen Fragmentierung und Ungleichheit mittlerweile erkannt. Zumindest in diesem Jahr steht sie einer massenhaften Verbreitung jedoch noch im Wege.

Ein anderes Thema ist die kommerzielle Umsetzung des IoTs im B2B-Sektor. Großes Interesse besteht bei Rechen- und Datenzentren.

Der Grund dafür leuchtet ein: Der Erfolg von Millionen von datenverarbeitenden Devices wird davon abhängen, wie gut wir diese Daten speichern, analysieren und aus ihnen aussagekräftige Erkenntnisse für Verbraucher und Unternehmen ableiten können.

Der entscheidende Vorteil des Internets der Dinge ist dabei die hochleistungsstarke und energiesparende Datenverarbeitung im Rechenzentrum. Aus meiner Sicht ist das der größte Wachstumsmotor für das IoT in diesem Jahr.

3. Lebensechte, „spiegelähnliche" Erfahrungen

Meine dritte Vorhersage ist, dass wir in diesem Jahr sehen werden, dass Grafiktechniken Grenzen überschreiten.

Ich habe bereits angesprochen, dass Virtual Reality massentauglich wird. Wir Verbraucher werden aber nicht zufrieden sein, bis wir „spiegelbildähnliche" Erfahrungen machen können.

Wenn wir Virtual Reality betrachten, wie sie heute ist, und uns die Technik der aktuellen Virtual Reality Headsets ansehen, zeigt dies, dass die Anforderungen an Pixel beinahe doppelt so hoch liegen wie bei früheren Generationen von Headsets.

Nichtsdestotrotz ist das, was das Auge heute mit einem entsprechenden Headset auf dem Display sieht, nur ein kleiner Bruchteil dessen, was es draußen in der Welt sieht.

Stellen wir uns deshalb eine Welt vor, in der es 3D-Grafiken gibt, die 16K-Bildschirme unterstützen - also 16-mal mehr Pixel bieten als die meisten modernen TVs.

Wenn dazu dann noch eine Aktualisierungsrate von 240Hz dazukommen würde - also vier Mal mehr als herkömmliche Monitore liefern - würde unserem Gehirn der Eindruck vermittelt, sich in einer anderen Welt zu befinden und nicht auf einen Bildschirm zu schauen.

Noch mag das mehr wie eine Fantasie klingen, aber Trends wie Virtual Reality und die Geschwindigkeit, in der Bildschirme immer mehr Pixel dazubekommen, lassen lebensechte, „spiegelbildähnliche" Erfahrungen in Zukunft realistisch erscheinen.

Dadurch wird die die Nachfrage nach leistungsstarken Grafikkarten enorm zunehmen - genauer gesagt nach Grafikkarten, die mit dedizierten Prozessoren betrieben werden. Die Zukunft bleibt also spannend.

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