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Ich bin ...

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FRAU AM STEUER
Photolyric via Getty Images
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Ich bin stark, ich kann alles schaffen, ich bin schwach.
Ich bin leise, ich bin introvertiert, ich bin selbstbewusst.
Ich kann witzig sein, andere zum Lachen bringen.
Ich bin interessant, ich bin langweilig. Ich bin interessiert, ich bin gelangweilt.
Ich bin ehrgeizig, ich bin neugierig, ich bin faul.
Ich bin ehrlich, ich bin gefühlvoll, ich bin kalt.
Ich bin fröhlich, ich bin beleidigt.
Ich kann schreiben, ich kann schnell lernen, ich kapiere nichts.
Ich brauche Ruhe, ich bin gern allein, ich bin gern unter Freunden.
Ich liebe die Natur, gutes Essen, ein bisschen Luxus und die Einfachheit.
Ich liebe Reisen, das Meer und die Berge. Ich liebe Skifahren, Wandern, Schwimmen, Tanzen.
Ich will neue Dinge entdecken, ich will einfach nur meine Ruhe haben.
Ich liebe das Neue und das Alte.
Ich liebe das Leben, meinen Schatz, Freunde und Familie.
Ich will die Welt erkennen und verstehen und anderen bei ihrer Entdeckungsreise helfen.
Ich staune manchmal über meinen Mut und manchmal habe ich Angst vor Pipifax.
Ich bin manchmal unsicher und manchmal weiß ich alles ganz genau.
Ich bin schlau, ich bin blöd, ich bin naiv.
Ich bin schlagfertig, ich bin sprachlos.
Ich bin ich.

Weißt du eigentlich ganz genau, wer du bist? Oder hast du dich das auch schon mal gefragt? Was fällt dir zu dir selbst ein? Vielleicht hast du es dir aufgeschrieben, so wie ich hier oben. Falls nicht, dann mache das doch einfach mal. Ich fand es interessant, was mir dabei eingefallen ist (das war eigentlich noch mehr, doch für den Blog habe ich es gekürzt). Ich habe festgestellt, es sind viele gegensätzliche Sachen dabei. Kann das zusammenpassen? Ja, denn die Anlagen haben wir für alles. Gut und Böse. Laut und Leise. Faul und Fleißig. Je nach Situation. Je nach Lebensumständen und Erfahrungen. Je nachdem welche Muster gerade bei uns ablaufen. Aber wir sind immer beides. Unsere Gedanken, vor allem die unbewussten, machen uns zu dem, wer wir nach Außen sind. Doch sein könnten wir alles. In uns ist alles. Welche Seiten zeigen und leben wir? Welche ist (noch) verborgen? ...

Der Kobold

In einem Häuschen, sozusagen -
(Den ersten Stock bewohnt der Magen)
In einem Häuschen war's nicht richtig.
Darinnen spukt und tobte tüchtig
Ein Kobold wie ein wildes Bübchen
Vom Keller bis zum Oberstübchen.
Fürwahr, es war ein bös Getös.
Der Hausherr wird zuletzt nervös,
Und als ein desperater Mann
Steckt er kurzweg sein Häuschen an
Und baut ein Haus sich anderswo
Und meint, da ging es ihm nicht so.
Allein, da sieht er sich betrogen.
Der Kobold ist mit umgezogen
Und macht Spektakel und Rumor
Viel ärger noch, als wie zuvor.
Ha, rief der Mann, wer bist du, sprich!
Der Kobold lacht: Ich bin dein Ich.

Gedicht von Wilhelm Busch
(1832 - 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller

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