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Trump der Borderline-Politiker

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DONALD TRUMP
Kevin Lamarque / Reuters
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Ist Donald Trump wirklich nicht zurechnungsfähig oder handelt es sich bei ihm nur um ein zu groß geratenes Kind in der Rolle des Präsidenten der USA?

Der amerikanische Präsident und ehemalige TV-Showstar Donald Trump hat sich trotz mancher positiver Erwartungen scheinbar nicht zum "Elder Statesman" und verantwortungsvollen Staatsoberhaupt gewandelt.

Von seinem impulsiven Naturell und dem Herz auf der Zunge kann sich der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika anscheinend nicht abstrahieren und mit einer großartigen Weiterentwicklung ist wahrscheinlich nicht mehr zu rechnen. The Donald bleibt sich selbst treu und wird sich auch weiter selber treu bleiben. Seinen Hardcore Fans wird es weiter gefallen.

Die bisherigen Gegner fühlen sich in ihrer Meinung bestätigt und immer mehr Parteikollegen sind "not amused". Eigentlich bleibt fast alles beim Alten. Die mediale Entrüstung ist dennoch verwunderlich, denn viele Vertreter der Medien haben bereits gewusst, dass der Bautycoon nicht wirklich den allgemeinen Standards eines Vorzeigepolitikers à la Barack Obama gerecht wird.

Woher kommt also das permanente Schockiert-Sein über das Verhalten des US Präsidenten?

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Antipode zu John F. Kennedy

Eines ist sicher: Trump wird nie den klassischen Wertemaßstäben eines idealtypischen Politikers wie John F. Kennedy entsprechen. Daher ist es umso verwunderlicher, dass man sich immer wieder aufs Neue durch Ausrutscher Donald Trumps schockieren lässt.

Im sprichwörtlichen Sinne folgt auf eine nahezu hysterische Aussage Trumps die Gegenhysterie und das Ganze mündet in einem aufgeschaukelten emotionalen Klima, wie die verheerenden Vorfälle in Charlottesville mit tödlichen Konsequenzen demonstrierten. Trump macht den Eindruck eines nicht wirklich über seine Emotionen die Kontrolle habenden großen Kindes. Er macht auch nicht die geringsten Bemühungen dieses infantile und von wenig Reife zeugende Verhalten zu ändern.

Im Gegenteil er gönnt sich ganz bewusst den Luxus seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Dies stellt seine spezielle politische Marke dar. Der damit verbundene im weitesten Sinne auf seine Wähler übertragene Stimmungs-Kongruenz Effekt führt zu einer authentischen Wirkung bei ebendiesen, die genau diese ehrliche unverblümte Art im Kontrast zu jener des gestelzten und abgehobenen politisch korrekten Establishments zu schätzen wissen.

Trump das trotzige Kind

Der moralisch erhobene Zeigefinger stachelt diese Zielgruppe so wie auch Trump selber nur noch mehr auf und führt zu einer noch stärkeren Solidarisierung gegen die berühmt berüchtigten "Fake News".

➨ Mehr zum Thema: Ein einziges Bild zeigt, wie Donald Trump sein Volk im Stich lässt

Die einzig pädagogisch wertvolle Intervention bei einem sozial auffälligen Schüler wie dem aktuellen US Präsidenten besteht in einer authentischen Vorbildfunktion. Paradoxerweise liegt der Beweis für diese vielleicht gewagte Hypothese in Trumps respektvollem Umgang mit dem Alphatier und russischen Präsidenten Wladimir Putin, welchen er durchaus respektiert und im Stillen ob dessen Macht und Kontrolle sogar bewundert.

In seiner Phase der pubertären Entwicklung wird die deutsche Kanzlerin mit ihrer Mutterrolle eher abgelehnt, wie die Bilder eines trotzigen Trumps bei Zusammentreffen belegen. Es bleibt für den Weltfrieden und eine positive globale Entwicklung zu hoffen, dass der polarisierende US Präsident noch im Laufe seiner Amtszeit spätere Stufen der mentalen Adoleszenz erreicht.

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