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Donald Trump - der sozialhygienische Katalysator

27/01/2017 19:18 CET | Aktualisiert 28/01/2018 11:12 CET
Mark Makela / Reuters

Donald Trump ist nun offiziell der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Vor einem Jahr hätte sich dies noch kaum jemand vorstellen können oder hätte davon zu träumen gewagt.

Nun ist "The Donald" einer der mächtigsten Männer der Welt und für die Geschicke eines nicht unwesentlichen Global Players, nämlich den USA, zumindest mitverantwortlich.

Was wird dieser Egomane mit einem Hang zu politisch inkorrekten Handlungen und Statements nun machen und womit wird er die Welt weiterhin in Atem halten?

Trump ist ein Narzisst. Das steht außer Frage. Seine Persönlichkeit manifestiert sich in seinen knappen Twitter-Nachrichten, die er schonungslos und ohne große strategische Überlegungen im World Wide Web absondert.

Seine Vorgehensweise kann man mit dem Verhalten von Krokodilen vergleichen, da seine Entscheidungsprozesse wohl eher mehr auf einer Datenverarbeitung im Stammhirn basieren als auf höheren kognitiven Prozessen, für die evolutionär gesehen jüngere Hirnregionen verantwortlich sind.

So handelt und kommuniziert er blitzschnell, instinktiv und intuitiv wie die Panzerechsen, ohne lange über seine Taten und Aussagen zu reflektieren.

Wenn er sich angegriffen fühlt ist, um in der tierischen Analogie zu bleiben, für den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Angriff die beste Verteidigung im Sinne der, durch den amerikanischen Psychologen Walter Cannon beschriebenen, "Fight or Flight" Reaktion. Ob höhere Werte hier Platz haben bleibt fraglich.

Psychosoziale Funktion

So paradox es aber klingen mag, so könnte das politische Schreckgespenst Trump nun die Identifikationsfigur für all die Frustrierten und sich vom System ausgeschlossen Fühlenden sein und dadurch eine psycho- und sozialhygienische Funktion einnehmen.

Trotz der Demonstrationen bei seiner Inaugoration und einem sich immer stärker formierenden Lager an Trump Gegnern, die das Schlimmste befürchten, hätte ohne Trump ein großer Teil der Gesellschaft in den USA, großteils bestehend aus Fortschrittsverlierern, nicht die Stimme erhalten mit der sie sich emotional identifizieren kann.

Donald Trump als Integrationsfigur

Bei allen negativen Facetten, wie frauenfeindlichen sexistischen Positionen oder politisch weniger korrekten Aussagen Minderheiten gegenüber, die Donald Trump in sich vereint, darf man nicht außer Acht lassen, dass er nun eine Katalysator- und Integrationsfunktion in der Gesellschaft einnehmen könnte für all jene, die sich nicht mehr als Teil dieser sehen. Bei aller vielleicht berechtigter Skepsis gegenüber dem neuen Präsidenten sollte man auch versuchen Donald Trump eine faire Chance zu geben und möglichst unvoreingenommen seine ersten Taten sachlich ohne Vorbehalte bewerten.

Es wird sich im Laufe seiner Amtszeit als Oberhaupt der USA zeigen, ob die Ressentiments ihm gegenüber berechtigt sind und waren oder ob, wie oft im Leben, vieles nicht so heiß gegessen wird wie es gekocht wurde. Wie sagte schon der russische Schriftsteller Tolstoi "Um Gelassenheit und Festigkeit zu erwerben, gibt es nur ein Mittel: die Liebe, die Liebe zu deinen Feinden". In diesem Sinne sollten man ausnahmsweise das Beste annehmen und positiv in die Zukunft blicken.

Denn weitere Spannungen und Polarisierungen sind für eine progressive Entwicklung der Gesellschaft in den USA wie auch in Europa und dem nahen Osten nicht förderlich. Wie sagt man so schön die Hoffnung stirbt zuletzt.

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