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#Brexit: In or out? Eine Bestandsaufnahme

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
BREXIT
dpa
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In weniger als zwei Wochen stimmen die Briten ├╝ber den Verbleib in der EU ab, genauer am 23. Juni. Das Referendum ist ein Zugest├Ąndnis der britischen Regierung um Premier David Cameron auf das Erstarken der euroskeptischen Parteien, allen voran der UK Independence Party (UKIP) von Nigel Farage, aber auch innerhalb seiner eigenen Partei, der Conservative Party.

F├╝r den Austritt Gro├čbritanniens aus der EU wurde das Kunstwort #Brexit geschaffen, eine Zusammensetzung aus Britain und Exit, angelehnt an den m├Âglichen griechischen Austritt aus der Eurozone, den Grexit. Die Brexit-Bef├╝rworter, zu denen mittlerweile auch der Londoner Ex-B├╝rgermeister Boris Johnson geh├Ârt, erhoffen sich von dem Austritt mehr Eigenst├Ąndigkeit und weniger "Regulierungswut" aus Br├╝ssel.

Bef├╝rworter emp├Âren sich ├╝ber Mitgliedsbeitr├Ąge

Sie kritisieren vor allem die hohen Mitgliedsbeitr├Ąge, die der Inselstaat j├Ąhrlich an die EU zahlt (361 Millionen Pfund pro Woche). Eine Reportage des britischen Staatsfernsehens BBC deckte jedoch auf, dass wenn man s├Ąmtliche F├Ârdergelder der EU abziehe, die Zahl um 200 Millionen w├Âchentlich reduziert werden m├╝sse.

Unklar ist, welche Folgen der Brexit auf die britische Wirtschaft haben wird. EU-Sympathisanten, die den sog. #Bremain bevorzugen, warnen vor einer schlimmen Rezession, Premier David Cameron warnte am Wochenende sogar davor, dass bei einem #Brexit die Pensionen nicht mehr sicher sein und sprach von einer "Option zur Selbstzerst├Ârung". Als gr├Â├čtes Risiko gilt dabei der Verlust des vereinfachten Marktzugangs in den Binnenmarkt der EU, an den die Briten ├╝ber 40% ihrer Exporte liefern.

Brexit-Bef├╝rworter stellen vor allem die Unabh├Ąngigkeit Gro├čbritanniens als gro├če Chance f├╝r einen neuen Aufschwung heraus, UKIP-Chef Nigel Farage schlug sogar vor, "den 23. Juni zum Unabh├Ąngigkeitstag zu machen." Vor allem die Zukunft des Finanzplatzes London erregt die Gem├╝ter. Die Banken in der "City", wie der Finanzdistrikt genannt wird, haben bereits angedroht, massenhaft Arbeitspl├Ątze nach Frankfurt und Luxemburg zu verschieben.

Letztendlich wird vieles wohl auch davon abh├Ąngen, was innerhalb von zwei Jahren, die es nach dem Brexit bis zum wirklichen Austritt Gro├čbritanniens aus der Staatengemeinschaft dauern w├╝rde, zwischen den beiden Parteien ausgehandelt werden w├╝rde. Hier zeigte Br├╝ssel zuletzt durchaus harte Kante, ein m├Âgliches hartes Vorgehen gegen├╝ber den Briten gilt als m├Âglich, um gegen├╝ber den anderen EU-Mitgliedstaaten ein Exempel zu statuieren.

Experten erwarten Abwertung des britischen Pfunds

Unstrittig ist jedoch, dass das Referendum bisher eher negative Folgen f├╝r Gro├čbritannien hatte. Seit der Ank├╝ndigung des Referendums am 20. Februar 2016 hat das Pfund gegen├╝ber dem Euro bereits 8 Prozent abgewertet, im Falle des Brexits erwartet manch Experte sogar die Parit├Ąt zum Euro.

Klarheit wird wohl erst das Endergebnis bringen, da in s├Ąmtlichen Prognosen Brexit-Gegner und Bef├╝rworter nahezu gleichauf liegen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen ist derart knapp, dass sich zuletzt sogar die irische Billigfluglinie Ryanair mit einer au├čergew├Âhnlichen Aktion in die Debatte einmischte: Zum Preis von 19,99ÔéČ bietet sie Briten, die auf dem europ├Ąischen Festland, den Heimflug zum Referendum an. Einzige Bedingung: Sie stimmen mit remain.

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