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Geldanlage 2016: Trüffelsuche in der Zinswüste

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BRSE FRANKFURT
ullstein bild via Getty Images
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Das Jahr 2016 meint es bislang nicht gut mit den Geldanlegern: Die Zinsen sind auf dem Nullpunkt, es herrscht Angst vor dem Brexit und die Flüchtlingskrise stellt die verschuldeten Staaten vor viele Probleme. Trotzdem ist das kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Im Gegenteil: Eigentlich ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um mit dem Vermögensaufbau anzufangen.

Die politische Situation in der EU ist 2016 sehr verfahren. Sie gleicht einem Pulverfass kurz vor der Explosion. Im Süden sind die Staaten hoch verschuldet und völlig überfordert mit der Flüchtlingskrise. Im Norden überlegt Großbritannien, ob es aus der Staatengemeinschaft austritt und so auf viele Investitionen verzichtet.

Brandherde löschen

Dazwischen schmeißt der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, mit Euros nur so um sich, um einerseits die Wirtschaft anzukurbeln und andererseits diverse Brandherde zu löschen. Von der Gefahr der maroden Banken in Europa ganz zu schweigen - allein in Italien haben die Geldinstitute Schulden in Höhe von 300 Milliarden Euro.

Bei all den Schreckensszenarien dürfen Sie jedoch nicht vergessen, dass diese Probleme in den Märkten bereits eingepreist sind. Sie sind der Grund für das stetige Auf und Ab der Börsen seit Ende 2015. Wirklich gefährlich wird es erst, wenn Probleme auftauchen, mit denen niemand gerechnet hat.

Unvorhersehbare Krisen führen in der Regel zu einem ernsten Crash. Erinnern wir uns an die globale Finanzkrise 2008. Damals gab es einen richtigen Dominoeffekt, weil keiner die riesigen Probleme vorausgesehen hatte, die das Misswirtschaften der amerikanischen Banken nach sich ziehen würden. Auf dem US-Immobilienmarkt waren haufenweise Kredite an Kreditnehmer vergeben worden, die aufgrund schlechter Bonität eigentlich nicht kreditwürdig gewesen wären. Wer mehr darüber lesen will, findet einen schönen Hintergrundartikel zur sogenannten „Subprime-Krise" hier.

Altersarmut droht

Aber so fest die momentanen Probleme die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten im Griff haben, die richtig harten Prüfungen liegen woanders - zumindest in Deutschland. Erst vor kurzem veröffentlichte der WDR eine Berechnung zur gesetzlichen Rente. Die Kernaussage: 2030 droht jedem zweiten Deutschen die Altersarmut.

In den kommenden 15 Jahren werden immer mehr Angehörige der Generation „Baby Boomer" in Rente gehen. Das deutsche Rentenmodell funktioniert nicht wie ein privates Konto, das in der rentenversicherungspflichtigen Zeit bespart und am Ende während der Zeit der Pension wieder geleert wird, sondern über Umlagen:

So zahlen die Menschen unter 60 komplett für die Generation darüber. Wenn sich das Verhältnis von Arbeitstätigen zu Rentnern nun weiterhin verschiebt, reicht das Rentenmodell in der derzeitigen Form natürlich nicht mehr aus. Auch die Riester-Rente ist kein Zukunftsmodell. Nicht ganz zu Unrecht schrieb der Spiegel, dass außer Walter Riester selbst und den provisionsgetriebenen Verkäufern keiner mehr an das Modell glaubt.

Die wahre Herausforderung liegt deshalb hierzulande darin, die Deutschen auf die drohende Altersarmut vorzubereiten - und Wege aufzuzeigen, wie sie sich davor schützen können. In 15 Jahren lässt sich problemlos ein Vermögen aufbauen, das die Versorgungslücke im Alter schließt und die auf Hartz 4-Niveau liegende Rente auffüllt. Das Problem an der Sache liegt größtenteils darin, dass wir Deutschen kaum finanzielle Bildung haben.

Keine Finanzbildung

Erinnern Sie sich noch an den Tweet der 17-jährigen Schülerin Naina von 2015? Dieser löste in den sozialen Medien einen wahren Sturm und eine medienübergreifende Bildungsdebatte aus: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ´ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen." Die gleiche Schizophrenie gilt in Deutschland für die Geldanlage. Und das ist nicht nur bei den jungen Menschen der Fall, sondern gerade auch bei älteren Leuten.

Mir ging es genauso. Ich habe einfach das gemacht, was alle gemacht haben. Das Interesse am Thema Finanzen war bei mir schlichtweg nicht vorhanden. So ließ ich mir teure Provisionsprodukte in der Bank aufschwatzen, die mein Vermögen am Ende fast halbierten. Erst als ich meine Geldanlage endlich selbst in die Hand nahm, fing ich an, ein Vermögen zu bilden. Ich begann, mich eingehend mit Aktien, Fonds, Versicherungen und Altersvorsorge zu befassen und habe mir seitdem in Eigeninitiative ein beachtliches Wissen angelesen.

In sieben Schritten zur eigenen Geldanlage

Das Schlimmste, was Sie machen können, ist das alleinige Sparen auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto oder gar unter dem Kopfkissen. Auf lange Zeit gesehen frisst die Inflation die mickrigen Zinserträge komplett auf - auch wenn sie momentan sehr niedrig ist. Aber keine Angst: Auch 2016 gibt es vernünftige Renditen. Und zwar ohne Hokus Pokus oder unerträglich hohes Risiko.

Bevor ich aber auf die verschiedenen Möglichkeiten der individuellen Geldanlage eingehe, gebe ich Ihnen noch ein paar Tipps an die Hand, die Sie beim eigenen Vermögensaufbau beherzigen sollten. So findet hoffentlich jeder Leser seine ihm am besten schmeckenden Trüffel in der Zinswüste.

1) Dokumentieren Sie Ihre Geldflüsse

Sie sollten wissen, wie viel Sie im Monat einnehmen und ausgeben - und wie viel von Ihrem Geld am Ende des Monats zum Sparen übrig bleibt. Ob Sie das mittels Haushaltsplan, über eine App oder eine Software machen, ist dabei vollkommen egal. Hauptsache Sie können abschätzen, welche Sparsumme Sie sich monatlich leisten können.

2) Leben Sie nicht über Ihre Verhältnisse

Das klingt zugegeben verdammt einfach. Aber Millionen Deutsche halten sich nicht daran. Null-Prozent-Finanzierungen, ein dickes Auto oder der Kredit für eine eigene Immobilie erschweren den Aufbau eines Vermögens. Wenn Sie mit Ihrem Geld über der schwarzen Null bleiben und den Rest sparen, haben Sie den Anfang schon gemacht.

3) Sparen Sie regelmäßig

Monatlich oder vierteljährlich Geld anzulegen, ist sehr wichtig. So profitieren Sie langfristig von einem Mittelwert der steigenden und fallenden Preise und brauchen sich keine Sorgen zu machen, zum falschen Zeitpunkt eingestiegen zu sein. Über einen Sparplan funktioniert das sogar ganz automatisch.

4) Gewinnen Sie Sicherheit

Okay, fünf Euro für das Phrasenschwein sind jetzt wohl fällig, aber es ist trotzdem noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Am Anfang werden Sie an der Börse ängstlich, zurückhaltend und wahrscheinlich auch viel zu aktiv agieren. Aber mit der Zeit und mit zunehmendem Wissen wird es viel ruhiger laufen. Sie werden immer mehr Sicherheit gewinnen und agieren dann wesentlich abgeklärter.

5) Bauen Sie sich eine Rücklage auf

Ein Tagesgeldkonto als liquide Rücklage ist ein absolutes Muss. An das hier angelegte Geld kommen Sie jederzeit ran und so eignet sich das Tagesgeld perfekt für das Ansparen für den Urlaub, Ausgaben für das Auto oder unvorhergesehene Probleme. Der Richtwert für die Höhe des hier hinterlegten Vermögens sind drei Netto-Monatsgehälter, die Sie immer griffbereit haben sollten. Individuell ist das natürlich immer anpassbar. Jemand ohne Auto und Haus benötigt weit weniger kurzfristig verfügbare Rücklagen als jemand mit.

6) Diversifizieren Sie Ihr Vermögen

Das A und O des Vermögensaufbaus! Streuen Sie Ihr Geld breit in mehrere Anlageklassen. Auch wenn es an den Börsen wieder ungemütlich wird, sind Sie damit gut aufgestellt und stehen im Falle einer echten Krise dann nicht plötzlich mit halbiertem Vermögen da. Selbst wenn die Aktienkurse fallen, bedeutet das nicht, dass andere Anlageklassen auch fallen. Im Gegenteil. Weiter unten stelle ich unterschiedliche Möglichkeiten vor, wie Sie je nach individueller Präferenz anlegen können.

7) Kümmern Sie sich selbst um Ihr Vermögen

Geben Sie Ihr Vermögen nicht aus der Hand, sonst kümmern sich andere für Sie darum. Egal ob Bankberater, Freunde oder Familie - keinem wird der Verlust des Geldes so weh tun wie Ihnen selbst. Und wenn Sie Ihr Geld in Fonds oder Versicherungen Ihrer Bank stecken, zahlen Sie hohe Gebühren dafür. Deshalb: Machen Sie sich schlau und investieren Sie selbst.

Und nun: Trüffel für den Rüssel

Gut, jetzt haben Sie die ersten sieben Schritte gemeistert. Aber wie denn nun konkret anlegen? Wo liegt der Trüffel in der Zinswüste vergraben? Ich habe mich dazu entschieden, mehrere Anlagewege vorzustellen, um für jeden eine gangbare Strategie dabeizuhaben.

Für Häuslebauer, -käufer und Familienplaner

Finger weg von Aktien, Fonds und ETFs. Denn es besteht immer die Gefahr, dass die Märkte ziemlich weit unten sind, wenn Sie möglichst schnell an das Geld heranmüssen. Bevor Sie Ihr für das Haus gesparte Vermögen im Crash halbieren, legen Sie es lieber gleich auf dem Tages- oder Festgeldkonto an - und wenn die Zinsen noch so mickrig sind. Sie werden dankbar sein, wenn Sie das Geld nach einem Crash noch komplett auf dem Konto haben.

Mögliche Rendite: ca. 0-1,5 Prozent pro Jahr

Für Langfristige

Langfristiges Sparen für die Rente oder die Erfüllung großer Lebensträume erfordert viel Durchhaltevermögen. Deswegen ist es umso wichtiger, nicht ausschließlich dafür zu sparen, sondern sich zwischendurch auch mal einen Urlaub oder etwas Anderes zu gönnen. Sonst macht das Sparen keinen Spaß.

Günstiges langfristiges Anlegen funktioniert am Besten mit einem Sparplan auf börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Diese bilden immer einen kompletten Index ab, beispielsweise den deutschen DAX.

Wenn Sie das Risiko breit streuen möchten, investieren Sie am besten in einen MSCI World ETF, der mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen abbildet. Egal ob Apple, Bayer, Amazon, Coca-Cola oder Nestlé, sie alle sind enthalten.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktien-, Anleihen- oder Mischfonds fallen bei den Indexfonds wesentlich geringere Gebühren an. Wo viele Aktienfonds über 1,5 % im Jahr kosten, liegen die ETF-Preise bei 0,1 bis 0,8 Prozent im Jahr - je nach Anbieter.

Und um noch einen weiteren Renditekicker einzubauen, investieren Sie zu einem kleineren Teil in einen Schwellenländer-ETF. Dieser Index bildet die sogenannten Emerging Markets ab und spiegelt die Entwicklung von Unternehmen aus aufstrebenden Ländern wie China, Brasilien oder Indien wider. Mit diesem ETF packen Sie noch einmal über 800 Unternehmen in Ihr Portfolio. So investieren Sie auf einen Schlag in über 2.300 Unternehmen.

Für diese Anlagestrategie benötigen Sie lediglich ein Depot bei einer günstigen Direktbank. Richten Sie dort einen Sparplan mit den beiden ETFs im Risikoverhältnis 70% MSCI World und 30% MSCI Emerging Markets ein (oder 80/20 mit weniger Schwankungen) und investieren Sie dann monatlich automatisch. Bei 150 Euro im Monat investieren Sie so automatisch 105 Euro in MSCI World Anteile und 45 Euro in MSCI Emerging Markets Anteile.

Ab dann heißt es Zurücklehnen und mindestens zehn Jahre lang dem Vermögen beim Wachsen zuschauen. Denn in den vergangenen 100 Jahren gab es insgesamt nur zwei Dekaden, die für den Anleger mit einem Minus ausgegangen sind. Der MSCI-World-Index hat beispielsweise seit 1974 jedes Jahr eine durchschnittliche Rendite von 6,9 Prozent gehabt.

Kein Anleger hat unabhängig vom Einstieg in diesem Zeitraum einen Verlust gemacht. Einzige Voraussetzung: Er musste mindestens 15 Jahre investiert sein. Wer nur fünf Jahre investiert war und auf dem Tiefpunkt verkaufte, hatte eine geringere Rendite.

Bei eventuellen Crashs fahren Sie die Sparplanstrategie eiskalt weiter und zahlen so auch weniger für die Anteile, was Ihre Durchschnittskosten senkt. Glasklarer Vorteil bei dieser Variante: Sie müssen sich nur einmal im Jahr um Ihre Anlage kümmern und ein sogenanntes Rebalancing vornehmen.

Hierbei stellen Sie das eingangs festgelegte Risikoverhältnis wieder her, für den Fall, dass die Anteile Ihres Portfolios unterschiedlich stark zugelegt haben und sich die Balance zwischen den beiden ETFs somit verschoben hat. Das ist aber auch schon alles, was Sie zu tun haben! Denkbar einfach, oder?

Mögliche Rendite: ca. 2-9 Prozent pro Jahr

Für Konservative

Für Sie ist Börse Teufelszeug und Sie möchten kein großes Risiko eingehen? Dann sollten Sie in Anleihen von Staaten und großen Konzernen sowie Festgeld investieren, auch wenn es momentan in diesen Anlageklassen nicht viel zu holen gibt.

Doch das sollte sich auch irgendwann wieder ändern. Aber Finger weg von Mittelstandsanleihen! Trotz vermeintlich hoher Rendite ist das Risiko hier viel zu hoch. Denken Sie nur an die Beispiele von Prokon oder jüngst German Pellets.

Mit ein wenig mehr Risiko lässt sich Festgeld über Fintech-Plattformen wie Weltsparen auch europaweit anlegen. Hier locken etwas höhere Zinsen in Schweden, Norwegen, Italien oder Bulgarien. Dank der europäischen Einlagensicherung ist das Vermögen in Höhe von 100.000 Euro geschützt.

Inwiefern diese Einlagensicherung im Falle eines EU-weiten Crashs inklusive Bankenbeben Bestand haben wird, vermag ich nicht zu sagen. Deshalb: Bloß nicht alle Eier in einen Korb legen! Diese Festgeldvariante eher in Maßen nutzen.

Mögliche Rendite: 0-2 Prozent pro Jahr

Für flexible Wirtschaftsinteressierte

Die Investition in Einzelaktien sorgt fortwährend für Arbeit. Aber hier lassen sich mit bestimmten Konzepten wie der Levermann-Strategie dafür auch oft Renditeperlen finden. Der Arbeitsaufwand ist natürlich um einiges höher als bei der passiven Geldanlage mit ETFs - die Rendite aber häufig auch.

Außerdem lassen sich die Aktien im Vergleich zu Fonds und ETFs genauso über verschiedene Branchen und Länder streuen - nur nicht in einer solch hohen Anzahl. Sie profitieren direkt von den Dividenden und können sich so langfristig ein hohes passives Einkommen aufbauen.

Verschiedene Dividenden-Strategen zielen darauf ab, vor der Rente allein vom passiven Dividenden-Strom leben zu können. Ein Jahreseinkommen in Höhe von 18.000 Euro ist nicht utopisch. Natürlich muss das Depot mit Dividenden-Werten wie Coca Cola, Procter und Gamble oder anderen dann auch entsprechend hoch bestückt sein.

Beim Kauf von Einzelaktien besteht allerdings immer die Gefahr, eine „falsche" Aktie ausgewählt zu haben. Dann kann es zu hohen Verlusten kommen, die auch psychologische Folgen haben können: So manch gebranntes Kind scheut nach einem Verlust die Börse, auch wenn es vorher mitunter enorme Gewinne gemacht hat.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Telekom-Debakel. Das ist eine der Aktien, die viele Neuanleger gleich wieder abgeschreckt hat. Aber hier wieder der Hinweis, dass Sie NIE alle Eier in einen Korb legen und breit streuen müssen, um das Risiko zu minimieren.

Mögliche Rendite: ca. 2-15 Prozent pro Jahr

Für Wettpaten

Abseits von Aktien und Anleihen gibt es natürlich immer die Möglichkeit in Sachwerte und Rohstoffe zu investieren. Während die selbstgenutzte Immobilie häufig keine gute Rendite abwirft, sondern eher eine Lifestyle-Entscheidung ist, haben vermietete Immobilien in Ballungsgebieten eine immense Wertsteigerung in den letzten Jahren erfahren. Ob das in dieser Form noch lange weitergeht, ist eine gute Frage. Momentan sind die Preise für Immobilien in Städten wie Berlin, Hamburg oder München schon sehr hoch.

Anders sieht es bei den Rohstoffen aus. Der Ölpreis ist ins Bodenlose abgesackt, während der Goldpreis den Fall schon 2013 mitgemacht hat und dank der ganzen Unruheherde langsam wieder steigt. Leute, die auf eine Erholung des Ölpreises in den kommenden Jahren wetten möchten, können in Ölfirmen investieren oder sich Exchange Traded Commodities (ETCs) ins Depot legen, das Rohstoff-Gegenstück von ETFs. Gleiches gilt für Gold, wo beispielsweise in Goldminenbetreiber investiert werden kann.

Mögliche Rendite: schlecht abzuschätzen

Für Renditerocker

Eins vorab: Eine hohe Rendite ist nur durch erhöhtes Risiko möglich. Wem das nicht geheuer ist, der sollte die Finger davonlassen. Ich selbst habe mein Portfolio bewusst breit diversifiziert. Mein Renditekicker sind sogenannte Peer-to-Peer-Kredite, in die ich einen kleinen Teil meines Vermögens investiere. Hierbei sammeln sich in einem Monat so viele Erträge wie auf meinem Tagesgeldkonto im gesamten Jahr - bei einer wesentlich geringeren Anlagesumme.

Bei P2P-Krediten sind problemlos Renditen zwischen 5 und 30 Prozent möglich. Positiv daran ist die Tatsache, dass diese Anlageform komplett unabhängig von der Börse und irgendwelchen Crash-Szenarien ist.

Konkret funktioniert ein P2P-Kredit so: Über eine Online-Plattform investieren Sie in selbstbestimmt oder automatisiert in Einzelkredite von privaten Kreditnehmern oder Selbstständigen. Je nach Ausfallrisiko erhalten Sie dafür einen entsprechend hohen Zinssatz. Dabei haben Sie die Wahl zwischen rein deutschen Anbietern wie der Plattform Auxmoney oder europäischen Anbietern wie Bondora oder Mintos.

Auch hier sollten Sie sehr breit streuen. Ein gängiger Anlagebetrag sind 25 Euro, die Sie in einen Kredit investieren können. Teilweise ist es auch möglich, weniger in Einzelkredite zu investieren. Legen Sie beispielsweise 2.500 Euro in 100 unterschiedliche Kredite an, ist das Risiko stark aufgeteilt. Wenn dann ein paar Kredite ausfallen (was definitiv passiert), macht sich das nicht so stark bemerkbar, wie wenn einer von zehn ausfallen würde.

Zahlt der Schuldner den Kredit nicht zurück, gibt es ein Inkasso-Verfahren. Wenn auch das nicht von Erfolg gekrönt ist, fällt der Kredit aus und der Kreditgeber erhält sein Geld nicht zurück. Teilweise lassen sich die Kredite zwar über die Autos der Kreditnehmer als Pfand oder eine Rückkaufmöglichkeit der Plattform absichern - am Ende steht der erhöhten Rendite aber immer ein erhöhtes Ausfallrisiko gegenüber.

Der P2P-Kreditmarkt wächst seit 2007 unaufhörlich. Mittlerweile investieren auch institutionelle Anleger in Privatkredite. Unternehmen wie ProSiebenSat.1 kooperieren mit Anbietern. Das zeigt, wie stark dieser Bereich in den kommenden Jahren weiter wachsen wird.

Mögliche Rendite: Ca. 5-30 Prozent pro gewährtem Kredit

Die diversen Provisionsprodukte der Banken habe ich bewusst nicht aufgeführt. Dazu gehören Bausparverträge, Investmentfonds, private Rentenversicherungen, Lebensversicherungen oder Riester-Rente. Bei diesen Anlageformen profitieren in den ersten Jahren ausschließlich die Anbieter und Verkäufer, aber nur selten die Kunden. Die jährlichen und initialen Kosten sind einfach zu hoch und gehen zulasten der eigenen Rendite.

Und der wichtigste Punkt, warum Sie am besten diese Woche anlegen sollten, nennt sich Zinseszins. Der Zinseszins ist der beste Freund des Anlegers, also von Ihnen. Je älter Sie werden, ohne anzulegen, desto weniger profitieren Sie davon.

Jedes Jahr, in dem Sie Geld anlegen, erhalten Sie Zinsen, Dividenden oder Ausschüttungen, die sich bei sofortiger Wiederanlage gleich mitverzinsen. Nach zehn Jahren macht sich dieser Effekt enorm bemerkbar. Bei einem Sparplan mit thesaurierenden ETFs (automatisch wieder investierten Ausschüttungen) macht sich das gleich bemerkbar.

Fazit

Dieser Artikel kann das komplexe Thema Geldanlage natürlich nur oberflächlich anschneiden. Mittlerweile gibt es im Finanzbereich jedoch so viele kostenlose und gute Informationsquellen wie Blogs, Bücher oder Podcasts, dass sich weiterführende Informationen ohne Probleme finden lassen.

Schauen Sie sich doch mal um. Auch wenn die Medien es uns immer wieder anders vorgaukeln: Es gibt genug Möglichkeiten, wie Sie Ihr Geld in der Zinswüste renditeträchtig anlegen können. Und vielleicht sogar den einen oder anderen Trüffel finden.

Lassen Sie sich aber nicht von Stammtischdiskussionen oder Halbwissen verbreitenden Menschen, davon abbringen mehr aus Ihrem Geld zu machen. Und so der Altersarmut in einigen Jahrzehnten zu entgehen. Sie müssen nur so schnell wie möglich anfangen, um vom Zinseszins nachhaltig zu profitieren.

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