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Afrika ist mehr als nur Wüste, Regenwald und Krieg

26/05/2017 17:57 CEST | Aktualisiert 26/05/2017 17:57 CEST
Bartosz Hadyniak via Getty Images

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Wer hier in Deutschland an Afrika denkt, denkt häufig an Bürgerkrieg, Wüste oder Regenwald. Oder vielleicht auch an Ebola und Malaria.

Und das ist auch ein Stück weit verständlich. Ständig hören wir in den Nachrichten vom Bürgerkrieg im Sudan oder von Boko Haram Terroristen in Nigeria. Und im Jahr 2014 tötete das Ebolavirus 11.300 Menschen allein in Westafrika.

Durch diese Nachrichten hat Afrika leider den Ruf eines extrem gefährlichen Kontinents bekommen. Dadurch entstehen natürlich Gerüchte, wie: "Als Europäer wirst du da ausgeraubt und erschossen!" "Fahr als Frau bloß nicht alleine, die vergewaltigen dich alle!"

Klar besteht die Gefahr dort. Aber sie besteht genauso in Köln oder Paris. Oder in anderen Teilen der Welt, die wir als zivilisiert betrachten.

Afrika ist viel mehr als nur Kriminalität und Anarchie.

Wer sich einmal die Mühe macht, hinter die Kulissen zu schauen und bereit ist, sich auf diesen faszinierenden Kontinent einzulassen, der wird etwas finden, was in Deutschland ganz langsam auszusterben scheint.

Lebensfreude und Gastfreundschaft.

Nach unseren Maßstäben gemessen, habe viele Menschen dort nichts oder nur extrem wenig. In Malawi zum Beispiel, einem der ärmsten Länder im südlichen Afrika, gibt es kaum fließend Wasser und keinen zuverlässigen Strom. Zwar grenzt das Land an den Malawisee, dem drittgrößten See des Kontinents, aber trinkbar ist das Wasser leider nicht.

Aber die Menschen dort sind enorm glücklich und gastfreundlich. Sie leben ihr Leben und freuen sich, dass sie es haben. Es gibt kaum Missmut untereinander.

Auch gibt es ganz wenig Konkurrenzkampf. Eigentlich logisch. Wo Menschen zufrieden sind, gönnen sie anderen mehr. Es entsteht kaum Neid. Da, wo jeder Mensch arm ist, fällt die Armut nicht so extrem auf, als wenn es, wie zum Beispiel in Rio de Janeiro enorme Wohstandsunterschiede, gibt.

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Aber Afrika bietet natürlich auch wunderschöne Natur. Leider keine unberührte mehr, denn auf beinahe jedem Quadratmeter der Erde ist der Mensch schon gewesen.

Trotzdem gibt es eindrucksvolle Natur zu bewundern. Den Fish-River-Canyon in Namibia, die Victoriafälle in Sambia oder den Serengeti Nationalpark um nur die bekanntesten zu nennen.

Aber auch abseits davon hat Afrika eine Menge zu bieten, sofern man sich außerhalb des Pauschaltourismus bewegt. In Botwana kann man Elefanten außerhalb von Nationalparks auf freier Wildbahn treffen. Dazu muss man nicht einmal die Straße verlassen.

Natürlich muss man das einfach Leben mögen. Wer Luxus braucht um glücklich zu sein, für den ist Afrika sicherlich der falsche Kontinent. Es sei denn, man wohnt in einem 5-Sterne Luxus Resort. Aber bei solchen ist es eigentlich egal, wo die stehen.

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Wer aber Afrika wirklich erleben will, muss sich außerhalb dieser abgeschotteten Anlagen bewegen und sich auf die Einheimischen einlassen. Mit ihnen reden, mit ihnen essen und gerne auch mit ihnen tanzen.

Gehen wir wieder in den Süden. Wer jemals ins Kapstadt war, wird kaum glauben, dass diese Stadt auch zu Afrika gehört. Hier gibt es Supermärkte, Einkaufszentren, Kinos und ein sehr schönes Hafenviertel. Kapstadt könnte ohne Probleme auch in Europa liegen. Und wenn man hier als Europäer durch die Straßen geht, fällt man aufgrund seiner Hautfarbe auch nicht auf. Nur die Townships würde ich alleine nicht betreten.

Aber Afrika ist der ärmste Kontinent der Welt. Finanziell gesehen.

Aber was Lebensfreude und Glück betrifft, zählt er auf jeden Fall zu den Reichen.

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