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Um gesund zu leben, musst du nicht jeden Food-Trend mitmachen

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ANTIOXIDANTS
GMVozd via Getty Images
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Der Hype um sogenannte "Superfoods" geht immer weiter. Kaum jemand bleibt mittlerweile davon verschont. Selbst immer mehr Superm√§rkte nehmen derartige Nahrungsmittel in ihr Sortiment auf. Dabei unterscheiden sich diese nicht ma√ügeblich von hier heimischen Obst- und Gem√ľsesorten oder N√ľssen.

Besonders macht sie das geschmackliche Erlebnis, aber auch die Konzentration an bestimmten sekund√§ren Pflanzenstoffen. Samen und Fr√ľchte wie Chia, Goji, A√ßa√≠ oder OPC (Extrakt aus Traubenkernen) versprechen jede Menge N√§hrstoffe und gesundheitliche Vorteile. Was steckt genau dahinter?

Werbung f√ľr Superfoods - was wird versprochen?

Die Werbung f√ľr derartige "Supernahrungsmittel" verspricht allerlei positive Effekte und gesundheitliche Vorteile. Die Verbraucherzentrale hat viele derartiger Produkte untersucht und ist zu einem teils ern√ľchternden Ergebnis gekommen. Dabei hat sich gezeigt: "Mehr Schein als sein." Einige Hersteller √ľbertreiben es deutlich mit den Werbeversprechen.

Dabei gibt es strikte Regelungen, die gesundheitsbezogene Aussagen im Zusammenhang mit Lebensmittel beschr√§nken oder gar verbieten. Die sogenannten Health Claims (von der europ√§ischen Kommission EFSA) m√ľssen demnach zugelassen sein oder d√ľrfen in der Werbung nicht verwendet werden. Dass Krankheiten vorgebeugt werden sollen, Gewichtsverlust beg√ľnstigt wird oder √§hnliches, darf deshalb eigentlich nicht geschrieben werden.

Weder in der Werbung, noch auf Verpackungen. Viele ausländische Firmen halten sich dennoch nicht daran. Das Problem dabei ist das Fehlen der wissenschaftlichen Nachweise. Studien gibt es zwar zu den unterschiedlichsten Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungen, jedoch sind diese allzu häufig von Herstellern beauftragt. Demnach gibt es durchaus auch Hintergedanken.

Die Bedeutung von Superfoods wird oftmals einfach falsch definiert.

Der abwechslungsreiche Ernährungsplan

Der falsche Ansatz ist es deshalb, einfach nur täglich Unmengen an Superfoods zu sich nehmen zu wollen - mit der Einstellung "Jetzt ernähre ich mich gesund!". Wenn man ansonsten jedoch kaum auf die richtige Ernährung achtet, hat man dieses Ziel verfehlt.

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Viel mehr sollte man generell nährstoffreiche Lebensmittel in seinem Alltag nutzen. Viele Vitamine und Antioxidantien sind nicht verkehrt. Diese sollten aber im Rahmen eines abwechslungsreichen Ernährungsplans zu sich genommen werden.

N√§hrstoffreiches Obst und Gem√ľse sowie ein eingeschr√§nkter Zuckerkonsum k√∂nnen der Gesundheit von Sportlern, aber auch "ganz normalen Menschen" einen Vorteil bringen. Den muss man sich nicht erst durch teure Superlebensmittel erkaufen.

Höherer Preis gerechtfertigt?

Einzelne Lebensmittelberater und gewerbliche Anbieter weisen stets auf Erfahrungsberichte und Anekdoten aus dem Internet hin. Die meisten Aussagen, die im Zuge dessen getroffen werden, haben jedoch keine wissenschaftlich fundierte Basis. Enzym-Gehalte oder sekundäre Pflanzenstoffe, die in derartigen Lebensmitteln enthalten sein sollen, sind nur unzureichend erforscht.

Sind diese wirklich in den angegebenen Mengen enthalten? Wirken diese wirklich antioxidativ? Oder handelt es sich doch nur um Obst und Gem√ľse, wie wir es auch sonst kennen? Berechtigt ist dann die Frage, ob der h√∂here Preis dann √ľberhaupt gerechtfertigt ist. Diverse Pulver oder getrocknete Beeren mit Superfood-Versprechen kosten n√§mlich schnell 10 Euro oder mehr.

Diese Nahrungs¬≠erg√§nzungsmittel sind in der Zusammensetzung meist jedoch nicht komplett erforscht. Nicht selten werden k√ľnstlich Vitamine, Mineralien und andere Inhaltsstoffe hinzugef√ľgt.

Dies bedeutet nicht, dass der Speiseplan nicht trotzdem durch Superfoods bereichert werden kann. Dennoch ist ein zus√§tzlicher gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich zu den hier heimischen Fr√ľchten, Samen und N√ľssen im Allgemeinen kleiner als von Gesundheitsaposteln erhofft.

Beispiele f√ľr Superfoods

Beispiele f√ľr bekannte Superfoods sind:

  • Goji Beeren
  • Chia Samen
  • Maqui
  • Moringa
  • Kurkuma
  • Quinoa
  • Acai Beeren
  • OPC

Was ist bei der Verwendung zu beachten?

Die genannten Lebensmittel sind entweder als getrocknete Fr√ľchte, Pulver oder Kapseln erh√§ltlich. Manche Hersteller sind jedoch durch Pestizidbelastungen negativ aufgefallen. Dem sollte man sich auf jeden Fall bewusst sein.

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Gerade im Bezug auf Goji Beeren oder OPC wird sehr h√§ufig beispielsweise mit sogenannten ORAC Werten geworben. Diese sollen ein Ma√üstab f√ľr das antioxidative Potential des Superfoods sein. Es hat sich jedoch gezeigt, dass diese ORAC Werte von Traubenkernextrakt reine Laborwerte sind. Hersteller d√ľrfen deshalb offiziell hiermit auch nicht werben. Dies gilt auch f√ľr Acai Beeren und Co.

Auch Goji Beeren sind durchaus gesund, jedoch sind auch sie kein wundersames Verj√ľngungsmittel. Beachtlich ist aber beispielsweise der enthaltene Vitamin C Gehalt. Eatsmarter hat hierzu ebenfalls eine genauere Analyse ver√∂ffentlicht.

Hersteller, die Superfoods anbieten, sollten genauer unter die Lupe genommen werden. Gerade bei Kapseln lohnt ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe. Wurden möglicherweise Vitamine zugesetzt? Wie nachhaltig und kontrolliert ist der Anbau?

Man kann manche Superfoods wie die Goji Beere auch einfach selbst anbauen und ernten. Es ist also nicht zwingend notwendig, viel Geld daf√ľr auszugeben. Das Klima in Deutschland bietet f√ľr viele Superfoods beste Bedingungen. Auch, wenn der Geschmack am Ende nicht ganz so "rund" ist.

Selbst anbauen: Regionales Superfood?

Yacon, Chia und Quinoa wurden probeweise an der Uni Hohenheim bereits in den 1980er Jahren angebaut. Vor einigen Jahren wurde das Projekt nochmals intensiver angegangen, da Superfood-Pflanzen laut Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninge der Universität Hohenheim lange als schwerer anzubauen und sehr kälteempfindlich galten.

Hier forscht man noch nach der passenden Sorte, die das perfekte genetische Material liefert. Gesucht wurde deshalb nach Sorten, die bereits in klima√§hnlichen Gebieten wachsen. Die Bedingungen wurden dementsprechend angepasst. Der Anbau in Deutschland wird in naher Zukunft deshalb wahrscheinlich auch f√ľr Chia Samen, Quinoa und √§hnliche exotische Superfoods Realit√§t.

Super ist Super, aber keine Magie

Letztendlich lässt sich als Résumé sagen, dass Superfoods super sein können, aber nicht das Heilelixier sind, wie es häufig von Herstellern dargestellt wird. Wenn man auf eine gute Qualität und ein gesundes Preis-Leistungsverhältnis achtet, kann man sich sicherlich etwas Gutes tun.

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Jedoch dienen Superfoods nicht als ganzheitlicher Ersatz f√ľr eine gesunde Ern√§hrung, sondern sollten als willkommene Erg√§nzung angesehen werden.

Leckere Smoothies und Rezepte mit Spinat, Rote Beete, Chia und Co sind schnell umgesetzt und sind ein toller Vitaminkick f√ľr den Alltag. Sie schmecken dazu noch gut und bieten Abwechslung.

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