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Sie leiden unter Digitaler Amnesie? Kein Grund zur Sorge!

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DIGITALE AMNESIE
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Sie kennen die Telefonnummer Ihres Partner/Ihrer Partnerin nicht auswendig? Wenn die Antwort Ja lautet, dann gehören Sie höchstwahrscheinlich zu der rasch wachsenden Gruppe jener Menschen, die ihre mobilen Geräte als Erweiterung ihres Gedächtnisses verwenden - auch bekannt unter der Bezeichnung digitale Amnesie.

Der Sicherheitsspezialist Kaspersky hat vor Kurzem in einer weltweit durchgeführten Studie dieses Phänomen - digital speichern statt Auswendiglernen - unter die Lupe genommen. So ist für ein Drittel der Befragten in Deutschland der digitale Begleiter wie Smartphone oder Tablet nach eigener Einschätzung zu einer Art externen Erweiterung des Kopfes geworden. Ein Begleiter, auf den sich inzwischen 27 Prozent mehr verlassen als auf ihre eigene Merkfähigkeit.

Das Gute daran: Durch dieses "Outsourcing" können sich 64 Prozent der Studienteilnehmer besser auf andere - meist wichtigere - Dinge konzentrieren, weil sie viele Informationen auf ihren digitalen Helfern und nicht mehr im Gehirn speichern müssen.

Die Schattenseite dieser Entwicklung ist, dass wir zunehmend von der Technik abhängig sind. Besonders deutlich wird das, wenn man extern Gespeichertes erst nach langwieriger Suche oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr wiederfindet.

Ein Hauptproblem ist, dass wir immer und überall mit Informationen zu tun haben und daher ein strukturiertes und vollständiges Ablegen von Informationen in der Regel gar nicht sinnvoll machbar wäre - einmal schickt man sich selbst E-Mails und Textbotschaften zum Zweck der Erinnerung (laut Kaspersky-Studie tun dies 23 Prozent), ein anderes Mal sind die Infos in Kalendereinträgen oder gar Fotos verpackt - je nachdem, was gerade zur Verfügung steht oder opportun erscheint. Die Folge ist, dass Informationen auf unterschiedlichsten Plattformen und in verschiedenen Formaten verteilt sind. Fehlen den Dokumenten dann auch noch aussagekräftige Dateinamen oder Metabeschreibungen, dann ist die Gefahr groß, dass man früher oder später tatsächlich unter Amnesie leidet.

Suche mitmilfe künstlicher Intelligenz

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, werden Methoden entwickelt, die sich unter anderem Anleihen bei menschlicher Intelligenz nehmen - ein logischer Schritt, da es um die Verfügbarkeit von Wissen geht. Im Geschäftsumfeld, wo mitunter Tausende Menschen zusammenarbeiten und die Digitale Amnesie damit geballt auftritt, nennt sich das derzeit innovativste System Enterprise Search. Diese Technologie indiziert eingehende Informationen egal aus welcher Quelle, analysiert diese entdeckt Verbindungen zu anderen Daten (semantische Analyse) und stellt sie Usern bedarfsgerecht zur Verfügung. Je länger das System im Einsatz ist, desto besser werden neu eintreffende Informationen in Sinneinheiten verpackt - Stichwort Machine Learning.

Das Ergebnis: Mit Enterprise Search genießt man nicht nur die Vorteile ausgelagerter Information, sondern punktet auch mit gleichsam "outgesourcter Intelligenz", die dafür sorgt, dass die verknüpfte und clever aufbereitete Information immer und überall zur Verfügung steht. Damit ist man dem von Kaspersky postulierten Ideal der digitalen Synergie - also der kongenialen Partnerschaft zwischen Gehirn und IT - einen großen Schritt näher gekommen.

Das Marktforschungsinstitut Forrester hat in der brandneuen Studie Let Modern Search Solutions Be "The Brains" Of Your Enterprise untersucht, wie moderne Unternehmen Enterprise Search-Lösungen einsetzen und welche Vorteile sie daraus gewinnen.

So zeigt sich etwa, dass man sich bei der Informationsbeschaffung nicht wie üblich von Quelle zu Quelle (E-Mail, File-Server, Datenbanken, ...) arbeitet, sondern mit einer einzigen Suchabfrage alle Informationsquellen und Dateitypen gemeinsam und in unterschiedlichen Gewichtungen nutzen kann. Laut Forrester wird in geschäftlichen Recherchen folgender Content miteinbezogen: Web-Inhalte (71 Prozent), Datenbanken (66 Prozent), allgemeine Dokumente (59 Prozent), Bildmaterial (43 Prozent), Video (22 Prozent) und Audio (20 Prozent).

Eine weitere Erkenntnis der Forrester-Studie ist, dass Enterprise Search-Lösungen vor allem in speziellen Anwendungsfällen genutzt werden. Das heißt, dass man sich nicht wie bei gewöhnlichen Suchmaschinen durch endlose Trefferlisten quälen muss, sondern auf gezielte Fragen wie "Wie viel Prozent unserer Kunden sind jünger als 30 Jahre und fahren vorzüglich mit dem Rad zur Arbeit" ganz konkrete Antworten erhält - künstlicher Intelligenz sei Dank.

Daher überrascht es wenig, dass die größten Vorteile von Enterprise Search im Kundenmanagement gesehen werden: Es gibt heute keine Technologie, die die verstreuten Informationen zu einem Kunden über alle Applikationsgrenzen hinweg besser verknüpft als Enterprise Search. Damit wird aus Information echtes Wissen, an dem alle Mitarbeiter eines Unternehmens je nach Berechtigungsstatus teilhaben können.

Mit Enterprise Search steigt also der Firmen-IQ . Und auch die Angst, "outgesourctes Wissen" nicht wiederfinden zu können, gehört der Vergangenheit an. Damit bleibt der Kopf frei für die wirklich wichtigen Dinge.

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