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Das Einzige, was zählt, wenn du die Liebe deines Lebens finden willst

Veröffentlicht: Aktualisiert:
LIEBE DEINES LEBENS
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Joan war eine lebhafte und wunderschöne 70-jährige Frau mit strahlend blauen Augen und glänzenden weißen Haaren. Ich hatte das Vergnügen, sie vergangenes Jahr an der sonnigen Küste San Diegos kennenzulernen.

Im Laufe unseres Gesprächs erzählte sie mir, dass sie bereits seit 40 Jahren mit ihrem Ehemann glücklich verheiratet sei. Selbstverständlich stellte ich ihr die Frage: "Und wie hast du es geschafft, dass der Funke zwischen euch beiden nicht erlischt?"

Sie strich sich über die Wange und blickte mich an. In ihren Augen sah ich ihre Erinnerungen aufblitzen. "Wir haben nie aufgehört zu tanzen", sagte sie und verzog ihre Lippen zu einem Lächeln. Ihre Antwort hat mich umgehauen.

Kann Liebe wirklich so einfach sein?

Ich kenne Paare, die seit Jahren zum Paartherapeuten gehen, und es trotzdem nicht schaffen, freundlich miteinander umzugehen. Geschweige denn, wirklich glücklich miteinander zu werden.

Und dann waren da Joan und ihr Mann John, die seit fast einem halben Jahrhundert zusammen waren und sich immer noch über alles liebten - und das nur, weil ihre Füße glücklich waren.

Dass die Chemie zwischen den beiden stimmte, stellte das Traumpaar bereits beim ersten gemeinsamen Tanz fest: Durch die Freude an ihrer gemeinsamen Leidenschaft schafften sie es, sich ein wundervolles gemeinsames Leben aufzubauen.

"Wir haben nicht aufgehört zu tanzen."


Diese vier Worte verblüfften und inspirierten mich
. Da es in meinem Umfeld so viele Scheidungen und unglückliche Paare gab, glaubte ich, dass die Liebe sehr kompliziert ist: Dass hinter einer glücklichen Beziehung eine höhere Alchemie steckt, für die die meisten Menschen einfach nicht geschaffen waren.

Doch ich lag falsch. Die Liebe ist ganz einfach, und Joan und John waren der Beweis dafür. Um die Liebe ein Leben lang aufrecht zu erhalten, muss man einfach nur diese eine Regel beachten:

Tu das, wofür dein Herz schlägt, und hör niemals damit auf.

Die meisten Menschen haben eine falsche Vorstellung von der Liebe. Sie suchen nach jemanden, der die Lücke füllen kann, die eigentlich nur durchs Tanzen gefüllt werden kann - oder durch jede andere Leidenschaft, durch die man sich so richtig lebendig fühlt.

Dies führt zu einer fatalen Dynamik in der Beziehung: Ich liebe dich, solange du mich glücklich machst. Doch man kann niemanden glücklich machen außer sich selbst. Nur du allein kannst das.

Wenn ein Paar es nicht schafft, sich gegenseitig dazu zu ermutigen, die Dinge zu tun, die man liebt, dann stirbt die Beziehung nach und nach.

Das Tanzen verwandelt sich in einen hässlichen Knoten.

Viele Paare verlieren innerhalb von einem Jahr oder von ein paar Jahren ihre Freude. Und für gewöhnlich machen sie dann ihre Beziehung dafür verantwortlich, weil ihre Füße - die Teile ihres eigenen Körpers, die ihnen Freude bereiten - verkümmert sind.

Dann beenden sie die Beziehung und wiederholen alles noch einmal mit einem neuen Partner und sie fragen sich die ganze Zeit über, warum ihre Beziehungen einfach nicht funktionieren.

Sie wissen jedoch nicht, dass die meisten Menschen, die ständig unglücklich mit ihren Beziehungen sind, nur allein deshalb unglücklich sind, weil sie von Anfang an keine Freude am Leben hatten - weil sie ihr Tanzen noch nicht entdeckt haben.

Das war jedenfalls bei mir der Fall. Ich hatte mein Leben lang nur verfahrene, ungute Beziehungen gehabt. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich endlich die Mut fand, auf die Tanzfläche zu treten und meinen eigenen Rhythmus zu finden.

So lernte ich zu tanzen.

Zu Beginn meines Erwachsenenlebens galt ich als hoffnungsloser Romantiker. Doch ich war kein hoffnungsloser Romantiker. Ich hatte nur die Verantwortung für mein Glück noch nicht selbst übernommen.

Ich glaubte, dass ich durch meine nächste Freundin meine Erfüllung finden würde, oder durch mein übernächste, oder vielleicht durch die zehnte Freundin danach. Doch nachdem mir so oft das Herz gebrochen worden war, konnte ich die grell aufleuchtende, neonfarbene, unübersehbare Tatsache, dass niemand außer mir selbst mich glücklich machen konnte, nicht mehr leugnen.

Ich musste endlich akzeptieren, dass ich nur glücklich werden würde, wenn ich die alleinige Verantwortung dafür übernahm, ein Leben zu führen, das mich glücklich macht.

Ich hatte lange Zeit Angst vor dieser Verantwortung.

Ich dachte, dass ich nicht in der Lage dazu sei, sie selbst zu übernehmen, und deshalb übergab ich sie bereitwillig an hübsche Frauen. Ich glaubte, hoffte und betete, dass diese Frauen sich um mich kümmern würden.

Doch je mehr ich mich vor dieser Verantwortung drückte, desto weniger fühlte ich mich in der Lage, sie selbst zu übernehmen. Ich wurde immer abhängiger, ich wurde immer wütender und ich verhielt mich immer weniger liebevoll.

Ich betrachtete meine Freundinnen nicht mehr als die Menschen, die ich liebte, sondern als meine Feinde, weil sie mich davon abhielten, zu lieben und mein eigenes Leben zu leben. Und das war ganz allein meine Schuld.

Doch leider machte ich dieselben Fehler immer wieder.

Ich erreichte meinen absoluten Tiefpunkt. Als ich mich von meiner letzten Freundin trennte, fühlte es sich an wie ein Entzug. Ich verglich dieses Gefühl mit einem Heroinabhängigen, der einen kalten Entzug macht.

Es war die reinste Folter. Depressionen, Angstzustände, Existenzkrise - alles dabei. Ich konnte diesen Mist nicht noch einmal durchstehen. Also nahm ich mir genau die Auszeit von der Partnersuche, die ich brauchte, um voll und ganz ich selbst und glücklich zu werden. Ich trieb meine Karriere als Schriftsteller voran und begann zu tanzen.

Nachdem ich mich von der falschen Vorstellung getrennt hatte, dass eines Tages eine Heldin kommen würde, die mich vor mir selbst rettet, lernte ich mein eigenes Leben zu lieben. Es war schwer und beängstigend und einsam, doch ich lernte, gute Entscheidungen zu treffen, die mich glücklich machten.

Mittlerweile zeige ich auch anderen Menschen, wie man glücklich werden kann, indem ich genau das tue, was ich liebe, und zwar zu meinen eigenen Bedingungen. Ich würde das gegen nichts in der Welt eintauschen wollen.

Ich bin nicht auf der Suche nach einer Freundin.

Ich bin glücklich mit mir selbst und es macht mir unglaublich viel Spaß, das zu tun, wofür mein Herz schlägt. Wenn ich einmal die Frau meines Lebens finde, dann werde ich es sofort wissen, weil sie gleichzeitig meine beste Freundin sein wird.

Sie wird meine Leidenschaften und meinen Rhythmus mit mir teilen. Sie wird mich dazu bringen, ein besserer Mensch zu werden. Doch ich werde meine Frau nicht brauchen, um glücklich zu sein, denn wenn ich sie einmal treffe, tanze ich bereits.

Wenn du dein Tanzen noch nicht gefunden hast, dann solltest du jetzt danach suchen.

Nimm dir alle Zeit der Welt dafür. Und wenn du es gefunden hast, dann mach es zur absoluten Priorität. Tu es für dich selbst, teile es mit der ganzen Welt und hab Vertrauen, dass du jemanden finden wirst, der deine Leidenschaft teilt, wertschätzt und der dich darin unterstützt.

Wenn du die Liebe deines Lebens finden willst, musst du dein Tanzen finden und immer weitertanzen. Ganz einfach.

Und jetzt geh los und schwing die Hüften.


Dieser Blog erschien ursprünglich mindbodygreen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.


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