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Die Tierrechtsbewegung und der Zirkus: Von Tierfreunden und Menschenfeinden

26/06/2015 12:26 CEST | Aktualisiert 26/06/2016 11:12 CEST

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Es gibt zwei Themen, bei denen es leicht fällt in Deutschland emotionale Diskussionen auszulösen: Tiere und unterschätzte Risiken. Es scheint, als könnten keine Finanzkrise, kein IS-Terror und kein Ukraine Krieg die Deutschen so in Rage versetzen wie ein ausgesetzter Hund oder Genmais auf dem Feld.

Nun ist weder Empathie für andere Lebewesen, noch ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein etwas per se Schlechtes. Problematisch wird es jedoch, wenn mächtige Lobbyorganisationen diese Eigenschaften für ihre Zwecke ausnutzen wollen. So geschehen aktuell beim Fall des Zirkuselefanten „Baby", der, nachdem er aus seinem Gehege offenbar vorsätzlich befreit wurde, einen Menschen tödlich verletzte.

Sofort griff PETA den Fall auf und forderte ein Wildtierverbot, seien doch alle Zirkuselefanten „tickende Zeitbomben". Dass Wildtiere im Zirkus Qualen ausgesetzt seien, behauptet PETA mit immensem PR-Aufwand schon lange. Die noch immer gut gefüllten Zelte der Zirkusunternehmen zeigen, dass dies offenbar nicht überzeugend genug war, um die breite Masse der Menschen zu beeinflussen.

So setzt man nun darauf, dass die berüchtigte „German Angst" auch vor dem Zirkuszelt nicht Halt macht. Kein Wort verliert man bei PETA indes darüber, dass die Organisation makabererweise lange zuvor „Befreit Baby"-Aufrufe verbreitet hat und dies nun möglicherweise jemand mit fatalen Folgen in die Tat umgesetzt hat.

Mancher Leser mag PETA nicht mit dem Begriff Lobbyorganisation in Verbindung bringen.

Doch wie soll eine Organisation bezeichnet werden, die mit professionellen PR-Kampagnen Spendengelder für eine Sache einwirbt, um diese Spenden umgehend in neue PR-Kampagnen zu investieren.

Es ist eine ideologisch motivierte Lobbyarbeit, die mit Tierschutz herzlich wenig zu tun hat. Nötig ist die geballte PR-Maschinerie vor allem deshalb, weil die Ideologie, um die es geht, alles andere als mehrheitsfähig ist.

Die große Mehrheit der Deutschen lebt eben nicht vegan, hält aber gerne Haustiere und möchte bürgerrechtlich nicht mit einem Schimpansen gleichgestellt werden. Darum fängt der Weg zum Tierrechts-Totalitarismus eben da an, wo man es mit keiner starken Lobby zu tun hat, womit wir wieder beim Zirkus wären.

Für die Zirkusunternehmen vergeht in Deutschland heute kein Gastspiel ohne mutwillig zerstörte Plakate, lautstarke Proteste und Anfeindungen aller Art.

Hin und wieder zeigt der Protest dabei unvermeidlich sein wahres Gesicht. Wenn Zuschauer beleidigt, Wagen mit Grafitti besprüht oder Drohungen ausgesprochen werden, dann spricht dies nicht die Sprache friedlicher Überzeugungsarbeit, sondern ist vielmehr Ausdruck ideologischer Verbohrtheit.

Folgerichtig ist, dass dieser Protest inzwischen ein Sammelbecken für jede Form des Extremismus zu werden scheint. So wurde kürzlich in Hildesheim vor dem Circus Krone eine Demo unter Beteiligung Rechtsextremer durch die Polizei aufgelöst, eine „antispeziezistische Aktion" nutzt Symbolik der Antifa.

Die Eingangsbereiche deutscher Zirkusse sind regelmäßig mit zwielichtigen Gestalten jeglicher Couleur gespickt, dass der geneigte Besucher meinen könnte, die Zeit der Kuriositätenkabinette und Freakshows hätte wieder begonnen.

Das Publikum ist von solcherlei Aktivitäten schlicht belästigt. Für die Zirkusleute ist es geschäftsschädigend und schlimmer noch: Der Zirkus ist für sie ihr Leben, ihre Heimat, ihr Wohnort. Es ist, als ob jeden Tag Menschengruppen vor dem eigenen Vorgarten stünden und sagten: „Du bist böse, was du machst, wovon du lebst, gehört verboten".

Die Szenen erinnern teilweise an dunkle Zeiten der Geschichte.

Ist es Zufall, dass auf einem Werbemotiv einer Gruppierung gegen Tiere im Zirkus der Kinder verführende Zirkusdirektor mit Hakennase dargestellt ist? Kürzlich las ich in einer Nachricht einer anonymen Tierrechtlerin an unsere Pro-Circus-Initiative die Worte „So etwas wie euch hätte man früher vergasen sollen".

Zirkusleute sind Idealisten, sonst hätten sie den Job wohl schon längst an den Nagel gehängt. Doch es ist eben mehr als nur ein Job, es ist eine Art zu leben und die Fortführung einer Jahrhunderte langen Tradition. Dabei wurde die Tierhaltung laufend den veränderten Maßstäben und neuen Erkenntnissen angepasst, muss sich heute hinter derjenigen in zoologischen Gärten keineswegs verstecken.

Doch darum geht es den Tierrechtlern nicht, lehnen sie doch jede Form der Tierhaltung kategorisch ab. Sie kritisieren die Vermenschlichung, die sie in der Zurschaustellung im Zirkus sehen. Dabei ist es doch die höchste Form der Vermenschlichung, Tieren einen menschlichen Freiheits- und Selbstentfaltungswillen zuzuschreiben.

Nach den Maßstäben der Biologie und Tiermedizin ist die Haltung eines Tieres dann tiergerecht, wenn es einen guten Gesundheitszustand und keine Verhaltensauffälligkeiten aufweist. Beides ist für gut gehaltene Zirkustiere der Fall. Zirkuselefanten werden statistisch z.B. sogar deutlich älter als ihre Artgenossen in freier Wildbahn.

Zirkusleute, davon bin ich überzeugt, sind die wahren Tierfreunde, denn sie teilen ihr Leben mit ihren Tieren und wissen genau um deren Bedürfnisse. Doch diese Argumente zählen für Tierrechtler nicht. Ihnen geht es ums Prinzip. Sie wollen eine vollständige Entfremdung von Mensch und Tier erreichen.

Da passt die enge, auf Vertrauen basierende Partnerschaft eines Tierlehrers mit seinem Tier nicht ins Bild. Die selbsterklärten Freunde der Tiere sind in Wahrheit Menschenfeinde. Es wird Zeit, dass die Fassade fällt.

Text geschrieben von Daniel Burow

Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus"

www.tiere-gehoeren-zum-circus.de

www.facebook.com/AktionsbuendnisCircustiere

E-Mail: presse@tiere-gehoeren-zum-circus.de

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Video:Streit um Werbeaktion: Die Tier-Aktivisten von Peta wollten dieses schockierende Plakat in deutschen Innenstädten zeigen

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