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Die Doppelmoral der Tierrechtler

16/07/2015 17:19 CEST | Aktualisiert 16/07/2016 11:12 CEST

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Finden Sie den Fehler im obigen Bild? Es fällt nicht schwer, die Widersprüche zu entlarven, mit denen die Tierrechtsbewegung ihr Weltbild kundtut. Das Foto entstand bei einer Demo in Berlin, bei der ein Verbot der Tierhaltung im Zirkus propagiert wurde.

Tierrechtler fordern seit Jahren ein Verbot der Wildtierhaltung als ersten Schritt zu einer Abschaffung jeder Form der Tierhaltung. Und da, wo selbstkritisches Denken zugunsten einer Weltanschauung aufhört, da ist ein weites Feld für Doppelmoral.

Haben die Hunde auf dem Foto nun nicht den Freiheitsdrang, den die Aktivisten ihren ungefragten vierbeinigen Mandanten unterstellen?

Kann es im Sinne des Tierschutzes sein, einen Hund in einer Wohnung zu halten und an der Leine zu führen, wenn es gleichzeitig angeblich Tierquälerei ist, einen Löwen im großzügigen Auslauf zu halten und täglich in der Dressur zu beschäftigen? "Artgerecht ist nur die Freiheit" gilt offensichtlich nur bis zur eigenen Wohnungstür.

Löwen sind Wildtiere und Hunde Haustiere?

Nun mag man entgegnen, der Löwe sei ein Wildtier, der Hund dagegen ein domestiziertes Haustier. Genau dieses Argument zählt für die Tierrechtler jedoch für gewöhnlich nicht. So fordern sie auch die Abschaffung des Reitsports und demonstrieren gegen Zirkusgastspiele, bei denen nur Ponys und Kamele mitgeführt werden.

Außerdem sind die Methoden von Zucht und Domestifikation sicherlich nicht mit der Überhöhung des Natürlichen vereinbar, mit der ansonsten jede enge Beziehung von Mensch und Tier, beispielsweise die des Tierlehrers im Zirkus, abgelehnt wird.

Pragmatisch ist, wer die Bedürfnisse eines jeden Tieres zur Grundlage der Beurteilung von Tierhaltung macht. So geht z.B. unser Tierschutzgesetz vor, das im Fall des Zirkus noch durch tierartspezifische Leitlinien ergänzt wird. Tierwohl wird gemessen am Gesundheitszustand, am langen Leben, an aufgeweckten Verhaltensweisen.

Eine Geisteshaltung, die Tierhaltungen nach Kategorien persönlicher Vorlieben bewertet (Zirkustier schlecht, Schoßhund gut), kann nur in Doppelmoral resultieren. Diese fällt offenbar auch den Veranstaltern von Tierrechtsdemos auf, wenn sie die Teilnehmer immer häufiger auffordern, doch ihre Hunde zu Hause zu lassen.

So sitzt Bello zu Hause in der Zwei-Zimmer-Wohnung, während Herrchen für die Befreiung der Tierwelt kämpft. Schöne heile Tierrechtswelt.

Mehr Infos zum Thema "Tiere gehören zum Circus" gibt es hier und auf Facebook.

E-Mail: presse@tiere-gehoeren-zum-circus.de

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