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Der Moment in dem ich merkte: Wir haben ein Konzentrationsproblem

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Ich war sp├Ąt dran f├╝r ein Meeting und steckte im Verkehr fest, als ich mich dabei ertappte, wie ich w├Ąhrend der Fahrt eine SMS tippte. ÔÇ×Ich bin auf dem Weg", war die Nachricht, die ich nicht abwarten konnte.

F├╝r ein paar Sekunden war ich dadurch abgelenkt und verga├č die Autos um mich herum. Im n├Ąchsten Moment dachte ich: ÔÇ×Oh nein!"

Wenige Tage zuvor hatte ich eine Studie gelesen, die mir jetzt wieder in den Sinn kam. Menschen, die w├Ąhrend der Fahrt Nachrichten schreiben, bergen demnach die gleiche Unfallgefahr wie betrunkene Fahrer.

In dem Moment ist mir klar geworden, dass wir zu vielen Dingen zu wenig Aufmerksamkeit widmen.

Als ich begann mir dar├╝ber Gedanken zu machen, stellte ich fest, dass die Gedankenlosigkeit allgegenw├Ąrtig ist. Verliebte, die sich im romantischen Restaurant nicht mehr in die Augen schauen, sondern in ihre Smartphones; All die Meetings, in denen die Leute heimlich ihre Nachrichten checken oder im Internet surfen; Teenager, die an der Bushaltestelle ihren Facebook-Status aktualisieren, anstatt miteinander zu sprechen.

Schlie├člich bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass die Menschen in der heutigen Zeit an einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden. Die verlockende Landschaft aus Apps und technischen Spielereien lenken den Fokus weg von unseren Aufgaben und den Menschen, denen wir begegnen.

Unter diesem Aufmerksamkeitsdefizit litt auch ich, als ich das Buch ÔÇ×Focus: The Hidden Driver of Excellence" schrieb. Ich arbeitete an dem Manuskript, doch sobald ich etwas im Internet nachschlagen musste, wurde ich abgelenkt. Ich bin eben ein Nachrichten-Junkie. Und bevor ich wusste, wie mir geschah, hatte ich schon vier oder f├╝nf Artikel gelesen und schlichtweg vergessen, warum ich eigentlich den Browser ge├Âffnet hatte.

Im Jahr 2007 verk├╝ndete das Time Magazine eine neue Wortsch├Âpfung. Das Wort ÔÇ×pizzled" setzt sich aus ÔÇ×puzzled" (besorgt) und ÔÇ×pissed off" (stinksauer) zusammen. Es beschreibt das Gef├╝hl, vom Gegen├╝ber zugunsten des Smartphones (damals vor allem des Blackberrys) ignoriert zu werden. Allerdings wird dieses Wort heute schon gar nicht mehr benutzt. Es ist verschwunden. Genau wie das Blackberry. Und das Aufmerksamkeitsdefizit ist mittlerweile gesellschaftstauglich.
Genau deshalb glaube ich, dass wir mehr fokussieren sollten. Denn indem wir unser Augenmerk auf bestimmte Dinge legen, hauchen wir ihnen Charakter ein und schenken ihnen Bedeutung. Nur dann k├Ânnen wir gute Leistungen vollbringen.

Fokussieren hei├čt im Grunde nur, die Gedanken auf ein bestimmtes Thema zu richten und dort zu halten. Das bedeutet beispielsweise, diesen Blog zu lesen und sich dabei nicht von anderen Dingen ablenken zu lassen. Die F├Ąhigkeit zu fokussieren hat weitreichende Konsequenzen f├╝r unser Leben. Ein Kind, das lernt zu fokussieren, wird in seinen 30ern ges├╝nder sein und gr├Â├čeren beruflichen Erfolg haben. Die F├Ąhigkeit des Fokussierens gibt also einen gr├Â├čeren Ausschlag als der IQ eines Kindes oder die finanzielle Situation der Familie, in der es aufw├Ąchst.

Die gute Nachricht: Der Bereich in unserem Gehirn, der f├╝r das Fokussieren zust├Ąndig ist, kann trainiert werden. Das gilt sowohl f├╝r Kinder als auch f├╝r Erwachsene.

Konzentrieren Sie sich auf etwas Bestimmtes. Sobald Sie merken, dass ihre Gedanken abwandern, holen Sie sie wieder zur├╝ck! Ich wei├č, das klingt einfach. Aber versuchen Sie einmal, sich zwei Minuten lang auf ihren Atem zu konzentrieren. Sie werden feststellen, wie leicht Sie sich ablenken lassen.

Sie k├Ânnen Ihr Gehirn trainieren, indem Sie Ihre Gedanken immer wieder zum Ausgangspunkt zur├╝ck lenken.

Und, haben sie den Artikel bis zu diesem Punkt gelesen?

Gut konzentriert.

├ťbersetzt aus der Huffington Post USA von Gina Luisa Metzler. Hier geht's zum Original.