BLOG

Eine Ode an die Toleranz

29/10/2015 09:29 CET | Aktualisiert 29/10/2016 11:12 CEST
mikanaka via Getty Images

Gerade aktuell zeigt sich wieder, wie wichtig auch im Jahr 2015 noch ein Schrei nach Toleranz ist. Vielleicht träumt ihr ja den gleichen Traum, wie ich...

Ich habe diesen Traum...

Dass irgendwann einmal der Liebe keine Grenzen mehr gesetzt werden,

dass sexuelle Orientierungen nicht mehr der Grund sind, warum Menschen sterben,

dass keiner mehr fragt, bist du homo, hetero oder transgender,

dass ein jeder frei liebt in jedem unsrer Länder.

Und ein jeder sich traut, zu seinen Neigungen zu stehen,

ohne zu bedenken, manch einer könnte diese als krank oder falsch ansehen,

dass Eltern ihre Kinder lieben, ganz gleich wie diese sich orientieren,

und wir alle auf dieser Welt ein Ende jeglicher Homophobie anvisieren.

Dass die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare ohne Hindernisse bereitsteht,

es sich bei der Adoption nicht mehr um die Sexualität der Eltern dreht,

sondern allein darum, sind sie bereit, ihr Kind zu lieben uns für ihr Kind zu sorgen,

ohne zu zweifeln, fühlen sich Kinder in Regenbogenfamilien überhaupt geborgen.

Ich habe diesen Traum...

Dass irgendwann die Hautfarbe nicht mehr entscheidend ist,

du nicht in erster Linie schwarz oder weiß, sondern einfach Mensch bist,

dass nicht das zählt, was uns der erste Eindruck offenbart,

sondern ein jeder nach dem, was im Herzen ist, fragt.

Dass jenen, die aus Kriegsgebieten flüchten, gern geholfen wird,

und sich keiner mehr an ihrer Anwesenheit stört,

dass keiner mehr als Schmarotzer oder nur Geduldeter erscheint,

und im Volke kein Wunsch nach Hetze und Abschiebung keimt.

Dass wir nicht gegen jene, die Schutz bei uns suchen, auf die Straßen gehen,

und dass wir bei unserem Mitgefühl keine Unterschiede mehr sehen,

dass keiner mehr fragt, ist da nun jemand aus dem eigenen Land oder kommt er von weit weg,

sondern bereit ist, jedem zu helfen, weil keiner mehr den Kontakt mit Fremden schreckt.

Ich habe diesen Traum...

Dass jene fort sind, die religiöses Gedankengut bewusst falsch verstehen,

und immerzu den jeder Religion zugrunde liegenden friedlichen Gedanken verdrehen,

im Namen Gottes oder Mohammeds Terror und Krieg legitimieren,

und dadurch beim Volk eine Abwehrhaltung gegenüber Religionen kreieren.

Dass Religionen nicht mehr pauschal als bedrohlich oder beängstigend gelten,

nur weil Einzelne sich in die Macht des Terrors und der Verwüstung gesellten,

dass es ganz normal ist, dass manch muslimische Frau ein Kopftuch trägt,

und sich ein jeder als Befürworter freier Religionsausübung versteht.

Dass im Beruf nicht mehr eine Ethnie zählt, sondern was ein Mensch vollbringt,

dass stets ein erfolgreiches Arbeiten auf multikultureller Ebene gelingt,

dass rassistische Witze jedes Lachen nur verstummen lassen,

und es gelingt, Mobbing und Diskriminierung den Todesstoß zu verpassen.

Ich habe diesen Traum....

Dass auf arme Menschen nicht mit Abscheu und erhobener Nase hinabgesehen wird,

sondern ein jeder bei ihrem Anblick in sein Herz hinein hört,

und jener, dem es möglich ist, bereit ist, etwas vom eigenen Eigentum abzugeben,

es zu tun, ohne nach einer Belohnung oder öffentlichen Anerkennung zu streben.

Dass keiner mehr ausgrenzt wird, erscheint er vielleicht als zu dünn oder zu dick,

hat doch keiner mehr nur ein Schubladendenken im Blick,

Dass ein jeder nicht nur jenen wohlgesinnt ist, die er als hübsch empfindet,

und bei in seinen Augen häßlichen Menschen jeder Anstand schwindet,

Dass behinderte Menschen nicht nur die Angeglotzten sind,

dass gar nicht zählt, fehlt ein Bein, ist jemand im Rollstuhl, taub oder blind,

dass wederkörperliche, geistige, psychische oder Sinnesbehinderungen zu Nachteilen führen,

weil Behinderte statt Verspottungen und Mitleid in erster Linie Wärme und Herzlichkeit spüren.

Ja, ich haben den Traum...

Dass irgendwann niemand mehr wegen seiner Hautfarbe, Kultur oder Behinderung herabgewürdigt wird,

sich niemand mehr an unterschiedlichen Religionen, Herkünften und sexuellen Orientierungen stört,

dass da niemand mehr ist, der die Gleichstellung von Geschlechtern scheut,

und es umso mehr Gründe gibt, dass sich jemand auf das Altern freut.

Dass ein jeder irgendwann einmal jedem Menschen die gleichen Rechte zugesteht,

und nicht mehr der Wind der Vorurteile, sondern jener der Gleichbehandlung weht,

dass eben nicht mehr die Zeit dafür verschwendet wird, irgendwen auszugrenzen,

sondern vorrangig ist, wie können wir uns in unserer Verschiedenheit am besten ergänzen.

Wie könnte es uns gelingen, jeden Menschen in seiner Verschiedenheit glücklich zu machen,

wie können wir mit jedem einzelnen, statt über ihn, mit ihm zusammen lachen,

wie können wir ein von Toleranz geprägtes Zusammenleben kreieren,

um verdammt nochmal jeden, so wie er ist, zu akzeptieren.

by Credo

http://www.facebook.com/credopoetry

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Gemeinsam für Toleranz: Das ist die geniale Antwort des 1. FC Köln auf Flüchtlingshasser im Internet

Lesenswert:

Hier geht es zurück zur Startseite