BLOG

Eine offene Plattform f├╝r kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Credo Headshot

Hymne an das Sch├Ątzenlernen

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
ADOPT A GRANDMOTHER
Juanmonino via Getty Images
Drucken

In Erinnerung an Linkin Park Frontmann Chester Bennington.... Du fehlst!

Musiker sterben und sofort kaufen Menschen ihre Platten,
in den Charts feiern sie mitunter gr├Â├čere Erfolge als sie vorher jemals hatten,
die Buchmacher wissen, tot ist ein K├╝nstler oft am meisten wert,
selbst wenn sich vorher niemand mehr um sein k├╝nstlerisches Schaffen schert.

Nummer 1 Hit, ein Best Of jagt das andere, die Vermarktungsmaschinerie ist in Gange,
an den Kassen stehen die ehemaligen Fans und die es nun sein m├Âchten pl├Âtzlich Schlange,
h├Âren die Musik und befinden sie f├╝r gut, sind gleichzeitig tief ber├╝hrt,
sind mit ihren Gedanken beim Verstorbenen und von dessen Musik tief ger├╝hrt.

Immer, wenn das passiert, frage ich mich... Warum erst jetzt?
Warum werden nun die Plattenl├Ąden gest├╝rmt und in die CD-Abteilung gehetzt?
Warum muss ein K├╝nstler erst sterben, damit die Menschen ihn nochmal verehren,
und warum ist es oftmals so, dass sie es ihm zu Lebzeiten noch verwehren.

Wie viele einst gro├če Stars erleben es, dass ihre Person nach dem Ableben von den Medien in den Himmel gelobt wird?
Und das obwohl diese hatten per medialen Zerriss noch kurz zuvor dessen Seele zerst├Ârt,
regelrecht zugrunde gerichtet, alles Schaffen wurde in der Luft zerrissen,
die von denen es dann aber am Tage ihres Todes hei├čt, wir w├╝rden sie vermissen...

Doch k├Ânnen wir uns davon lossagen, dass es nur bei den Prominenten geschieht?
Dass es sich eben nicht auch allt├Ąglich durch unser Leben hindurch zieht?

Werden wir nicht auch im Alltag oft erst aufmerksam, wenn die Menschen sterben,
ohne dass sie vorher bereits zum bedeutenden Teil unseres Leben werden?
Ja, erkennen wir nicht hautnah viel zu oft zu sp├Ąt, was wir an Menschen haben,
erst wenn wir erfahren, dass sie uns verlassen werden oder bereits starben?

Zu wissen, was man an einem Menschen hatte, wenn man ihn bereits verloren hat,
dieses findet in unserer Gesellschaft ja nicht nur mit dem Tode statt...

In wie vielen Beziehungen wird einander betrogen, belogen, das Aus dauernd riskiert,
der Kampf um Fortbestand erst gek├Ąmpft, wenn jemand sein Liebstes verliert,
oder aber ohne jeden Betrug die Gleichg├╝ltigkeit gelebt, f├╝r die Beziehung nichts getan,
um dann, wenn es vorbei ist, zu berichten, wie sch├Ân die gemeinsamen Monate und Jahre waren.

Manchmal wird auch erst gek├Ąmpft, wenn da jemand einen neuen Partner hat,
findet doch dann erst das Erkennen des Verlustes im anderen statt,
sowie die Erkenntnis, nun gibt es wirklich kein Zur├╝ck mehr,
dabei sehnt man sich doch das gemeinsame Leben wieder her.

Wie oft werden gar Familienmitglieder als anstrengend empfunden, man w├╝nscht sich Schweigepflicht,
wenn man sie denn ├╝berhaupt noch in das Umfeld l├Ąsst oder nicht gleich den Kontakt abbricht,
ein Aufsuchen dieser an Geburtstagen oftmals als l├Ąstiges Pflichtprogramm abgetan,
bei denen wir aber sp├Ąter die Erinnerung haben, wie sch├Ân diese doch eigentlich waren.

Wenn dann ein Mensch, egal wie nah er uns war, nicht mehr in unserem Leben ist, dann sind oft Fragen da,
ja, ob man sich genug k├╝mmerte, oder stets zur Stelle war,
wie oft h├Ârt man dann Satzanf├Ąnge wie "Ach h├Ątte ich doch..." oder "Warum habe ich nicht..."
w├Ąhrend ein Vorwurf nach dem anderen in die Seele sticht.

Dabei bedarf es doch eigentlich nur jenem, die Mitmenschen nicht als selbstverst├Ąndlich zu verstehen,
die, die uns wichtig sind, so oft wie uns m├Âglich, aufzusuchen und in den Arm zu nehmen,
uns, solang sie uns umgeben, zu fragen, wie geht es ihnen mit dem eigenen Verhalten?
Mache ich weiter wie bisher oder sollte ich es vielleicht anders gestalten?

Tritt dann irgendwann dennoch einmal der Verlust in unser Leben ein,
dann sei es jedem gew├╝nscht, er m├Âge mit sich im Reinen sein,
Und dass niemand sagen muss, ich w├╝nschte ich h├Ątte die Zeit damals mit jenen, die mir wichtig sind, genossen doch das tat ich nicht,
eben aus jedem mehr als lediglich das schlechte Gewissen spricht.
Wurde doch nicht zu sp├Ąt jenes, dass man h├Ątte die Zeit intensiver nutzen sollen, erkannt,
doch ob es so wirklich ist.... das hat jeder von uns selbst in der Hand!

powered by: http://www.facebook.com/credopoetry

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Them
a?

Die HuffPost ist eine Debattenplattform f├╝r alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.