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Hymne an das Schätzenlernen

30/07/2017 11:30 CEST | Aktualisiert 30/07/2017 11:30 CEST
Juanmonino via Getty Images

In Erinnerung an Linkin Park Frontmann Chester Bennington.... Du fehlst!

Musiker sterben und sofort kaufen Menschen ihre Platten,

in den Charts feiern sie mitunter größere Erfolge als sie vorher jemals hatten,

die Buchmacher wissen, tot ist ein Künstler oft am meisten wert,

selbst wenn sich vorher niemand mehr um sein künstlerisches Schaffen schert.

Nummer 1 Hit, ein Best Of jagt das andere, die Vermarktungsmaschinerie ist in Gange,

an den Kassen stehen die ehemaligen Fans und die es nun sein möchten plötzlich Schlange,

hören die Musik und befinden sie für gut, sind gleichzeitig tief berührt,

sind mit ihren Gedanken beim Verstorbenen und von dessen Musik tief gerührt.

Immer, wenn das passiert, frage ich mich... Warum erst jetzt?

Warum werden nun die Plattenläden gestürmt und in die CD-Abteilung gehetzt?

Warum muss ein Künstler erst sterben, damit die Menschen ihn nochmal verehren,

und warum ist es oftmals so, dass sie es ihm zu Lebzeiten noch verwehren.

Wie viele einst große Stars erleben es, dass ihre Person nach dem Ableben von den Medien in den Himmel gelobt wird?

Und das obwohl diese hatten per medialen Zerriss noch kurz zuvor dessen Seele zerstört,

regelrecht zugrunde gerichtet, alles Schaffen wurde in der Luft zerrissen,

die von denen es dann aber am Tage ihres Todes heißt, wir würden sie vermissen...

Doch können wir uns davon lossagen, dass es nur bei den Prominenten geschieht?

Dass es sich eben nicht auch alltäglich durch unser Leben hindurch zieht?

Werden wir nicht auch im Alltag oft erst aufmerksam, wenn die Menschen sterben,

ohne dass sie vorher bereits zum bedeutenden Teil unseres Leben werden?

Ja, erkennen wir nicht hautnah viel zu oft zu spät, was wir an Menschen haben,

erst wenn wir erfahren, dass sie uns verlassen werden oder bereits starben?

Zu wissen, was man an einem Menschen hatte, wenn man ihn bereits verloren hat,

dieses findet in unserer Gesellschaft ja nicht nur mit dem Tode statt...

In wie vielen Beziehungen wird einander betrogen, belogen, das Aus dauernd riskiert,

der Kampf um Fortbestand erst gekämpft, wenn jemand sein Liebstes verliert,

oder aber ohne jeden Betrug die Gleichgültigkeit gelebt, für die Beziehung nichts getan,

um dann, wenn es vorbei ist, zu berichten, wie schön die gemeinsamen Monate und Jahre waren.

Manchmal wird auch erst gekämpft, wenn da jemand einen neuen Partner hat,

findet doch dann erst das Erkennen des Verlustes im anderen statt,

sowie die Erkenntnis, nun gibt es wirklich kein Zurück mehr,

dabei sehnt man sich doch das gemeinsame Leben wieder her.

Wie oft werden gar Familienmitglieder als anstrengend empfunden, man wünscht sich Schweigepflicht,

wenn man sie denn überhaupt noch in das Umfeld lässt oder nicht gleich den Kontakt abbricht,

ein Aufsuchen dieser an Geburtstagen oftmals als lästiges Pflichtprogramm abgetan,

bei denen wir aber später die Erinnerung haben, wie schön diese doch eigentlich waren.

Wenn dann ein Mensch, egal wie nah er uns war, nicht mehr in unserem Leben ist, dann sind oft Fragen da,

ja, ob man sich genug kümmerte, oder stets zur Stelle war,

wie oft hört man dann Satzanfänge wie "Ach hätte ich doch..." oder "Warum habe ich nicht..."

während ein Vorwurf nach dem anderen in die Seele sticht.

Dabei bedarf es doch eigentlich nur jenem, die Mitmenschen nicht als selbstverständlich zu verstehen,

die, die uns wichtig sind, so oft wie uns möglich, aufzusuchen und in den Arm zu nehmen,

uns, solang sie uns umgeben, zu fragen, wie geht es ihnen mit dem eigenen Verhalten?

Mache ich weiter wie bisher oder sollte ich es vielleicht anders gestalten?

Tritt dann irgendwann dennoch einmal der Verlust in unser Leben ein,

dann sei es jedem gewünscht, er möge mit sich im Reinen sein,

Und dass niemand sagen muss, ich wünschte ich hätte die Zeit damals mit jenen, die mir wichtig sind, genossen doch das tat ich nicht,

eben aus jedem mehr als lediglich das schlechte Gewissen spricht.

Wurde doch nicht zu spät jenes, dass man hätte die Zeit intensiver nutzen sollen, erkannt,

doch ob es so wirklich ist.... das hat jeder von uns selbst in der Hand!

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