Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Credo Headshot

Das Leid der Tiere

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JAPAN COWS
ULTRA.F via Getty Images
Drucken

von Credo

In unserem Land, wie auch anderswo auf dieser Welt,
da wird nicht abewägt, zählt das Lebewesen oder das Geld,
da ist die Profitgier die, die stets über alles regiert,
in deren Folge besonders das Tierwohl kaum interessiert.

Die Kuh zum Beispiel ist in erster Linie Milchlieferant,
der Status eines fühlenden Lebewesens aberkannt,
ist sie nicht mehr fähig uns Milch zu geben,
erlischt schon sehr bald ihr Recht auf Leben.

Wieso sollte man auch ihr Leben retten,
sieht man sie doch lieber auf Karten von Fast Food Ketten,
ist sie schließlich tot mehr Wert als lebend,
sie ohne Funktion leben zu lassen, nicht erstrebend.

Gleiches gilt auch für ein Huhn,
wehe dem, es möge sein leben einfach nur vertun,
geboren ist es um zu brüten, wie eine Maschine,
spurt es nicht, bleibt als Konsequenz nur die Kantine.

Ein fehlendes Frühstücksei am Sonntagmorgen wollen wir doch nicht riskieren,
dafür nehmen wird doch im Kauf beim Dauerbrüten das ein oder andere Huhn zu verlieren,
und stellen uns der widerwärtigen Tatsache ignorant entgegen,
dass viele Küken nur geboren werden, um den Schredder zu erleben.

Geboren um zu sterben, das ist ein Schicksal dem viele männliche Hühner stets erliegen,
doch vielleicht geht's ihnen damit besser, als dem Geflügel in den Mastbetrieben,
wo ihnen unter Schmerzen Rohre in den Rachen gerammt werden,
um wenig später auf Schlachthöfen möglichst kapitalbringend zu sterben.

Die menschliche Ignoranz erweist sich nicht nur beim Verzehr,
auch sich von ihrer Lust zum Töten zu trennen, fällt einigen schwer,
sie töten Tiere mit purer Absicht, sie sind für sie ihre Trophäen,
wie sie über das erlegte Tier triumphieren, kann man auf ihren geschmacklosen Fotos sehen.

Sie jagen und fühlen sich gut und mächtig dabei,
sie ergötzen sich der tierischen Todesangst, ihrem Leid und Geschrei,
ein Tier eigenhändig zu erlegen, das befriedigt sie,
die Perversion ihres Handelns hinterfragen sie nie.

Angespornt werden Jäger mitunter von jenen mit den Wunsch, sich einen schönen Pelz zu gönnen,
denen es gleich ist, ob Tiere in verdreckte Gitterboxen gepfercht werden und sich nicht bewegen können,
Den noch lebendigen Tieren wird brutal und unter Schmerzen Fell und Haut abgetrennt, aber ihnen egal,
sie erfreuen sich trotzdem an ihrem doch so wunderschönen Fuchsschal.

Dass die gehäuteten Körper auf einen Haufen geworfen werden, dass erregt bei ihnen kein Zorn,
das Leben von Wildtieren ist egal, sie wollen nur ihr Elfenbein, ihre Haut und ihr Horn,
Selbst wenn die Tiere durch Elektroschock quasi innerlich verbrennen,
Hauptsache der ignorante Konsument muss mich nicht zu einem unechten Pelz bekennen.

Wie das Jagen ist auch das Angeln nicht mehr als menschliche Unterhaltung auf Kosten von Tieren,
welch Perversion, sich in der Freizeit auf das Töten von Lebewesen zu konzentrieren,
und keine Scheu zu besitzen, zuzusehen, wie sich Würmer und Fische nur so winden,
und dabei noch genüsslich ein Bierchen zu trinken... als richtig zu empfinden.

In Haushalten gilt, Tiere haben zu funktionieren, wie es der Mensch will,
und dazu kriegen sie sie auch, durch Peitschen, Schläge und durch Drill,
dabei gehorchen sie in ihrem Lebtag selbst dauernd irgendwelchen Vorgaben,
ihr Haustier ist meist das einzige, bei dem sie überhaupt etwas wie Macht haben.

Es gibt sie auch, die besonders armen Seelen,
denen es Spaß macht, ihre Haustiere oder die anderer zu quälen,
für ein Foto und Video, und um es bei Facebook zu teilen,
und sich für ein paar Views und Likes am Leid von Tieren aufzugeilen.

In Zootierhandlungen gibt es für jeden greifbar Haustiere im Angebot,
wer nicht verkauft wird, dem nicht mehr als die Verwendung als Frostfutter droht,
wenn ein Nager nicht mehr klein und süß ist, will ihn kein Mensch mehr haben,
dann ist er entweder Futter für exotische Wildtiere oder wird gar erschlagen.

Vielleicht findet er aber auch schon vorher den Tod,
in seinem viel zu überbesetzten Käfig... randvoll mit Kot,
schließlich ist ein Tier ja eh nicht mehr als eine Ware,
eine angemessene tierärztliche Versorgung kommt erst gar nicht in Frage.

Jene, die sich nicht mal die Mühe machen, sich ausreichend zu informieren,
sie sind die Verkäufer von den angehenden Haustieren,
an besten Absichten für jedes Tier ergießen sie einen ganzen Schwall,
den Kunden verkaufen sie dennoch einen viel zu kleinen Stall.

Sie kaufen ihre Tiere aus Massenzuchtanlagen ein,
wo Tiere zu Gebärmaschinen verkommen, egal wie groß oder klein,
das Individuum und seine Bedürfnisse geraten hier vollends in Vergessenheit,
das Wohl der Tiere verblasst, weil der Kopf nur nach Profit schreit.

Die Züchter erdreisten sich Gott zu spielen,
indem sie stets auf bislang unentdeckte Züchtungen schielen,
sie wetteifern miteinander, in ihren Augen perfekte Tiere zu erschaffen,
und sie mit den dadurch entstandenen lebenslangen Schmerzen sich selbst zu überlassen.

Für angeführte wie alle weiteren Grausamkeiten gegenüber Tieren, ist es an uns zu entscheiden,
wollen wir Tieren ein Dasein ohne Schmerz und Leid zu gestehen, oder die Ignoranten bleiben,
die den Sinn tierischen Lebens nur im Nutzen für den Menschen erkennen,
und nicht bereit sind, sich von bisherigen Angewohnheiten zu trennen.

Zu überlegen sollte sein, ob wir nicht bereit sind, jenes zu akzeptieren,
das es Zeit ist, uns eine neue Lebensweise anzutrainieren,
auf das Ei am Morgen, unsere täglich Milch und andere Formen tierischer Ausbeutung zu verzichten,
und unseren Blick nicht nur auf unsere Interessen, sondern auch auf jene der Tiere zu richten.

Ein Hund oder eine Katze sollten kein größeres Recht haben, unversehrt zu bleiben als ein Schwein,
denn auch ein solches fühlt und kann Schmerzen haben... ist kein Stein.
Vielleicht sollten wir endlich erkennen... ja vielleicht muss ein Bewusstsein endlich her...
Nicht nur, dass ein Mensch ermordet wird, gefoltert oder verspeist wiegt schwer,
dass ein Lebewesen misshandelt oder getötet wird, dürfen wir nicht wie selbstverständlich tolerieren,
denn dann brauchen wir´s auch nicht beklagen und drüber jammern, wenn die Menschen auch untereinander den Blick für Grenzen verlieren.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: