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Donald Trump hat die geistige Kapazität eines Fünfjährigen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP FUNNY
Gretchen Ertl / Reuters
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Wenn man den US-Wahlkampf als Nicht-Amerikaner, in meinem Fall als Europäer, beobachtet, wundert man sich schon darüber was wohl in den Köpfen der Amerikaner vor sich geht. Als Außenstehender scheint es offensichtlich, dass Donald Trump die geistige Kapazität eines Fünfjährigen hat, dem man seine Bonbons weggenommen hat, nachdem er seine eigenen Fäkalien in Richtung seiner Geschwister geworfen hatte.

Er schmollt, wenn er nicht bekommt, was er will. Er unterbricht und schreit, wenn man ihn als Lügner entlarvt. Und er maskiert seine Unsicherheiten (speziell was seine kleinen Hände und seinen schlechten Geschäftssinn betrifft) indem er die Fakten 'anpasst' und mehrmals wiederholt, wie reich er doch sei.

Der verrückte Onkel den man an Weihnachten dulden muss

Er beschuldigt Mexikaner pauschal als Vergewaltiger und ist das Aushängeschild für Frauenfeindlichkeit. Er ist der verrückte Onkel, den man an Weihnachten dulden muss und der Grund, warum man sich schon vor dem Weihnachtessen mit Glühwein zuschüttet.

Nun gibt es allerdings eine 50:50 Chance, dass wir - und mit 'wir' meine ich die ganze Welt - den verrückten Onkel bald das ganze Jahr lang sehen müssen.

Letzte Woche habe ich die erste Debatte der Präsidentschaftskandidaten angesehen. Es war eine Qual alles von Anfang bis Ende zu verfolgen; allerdings genoss ich Hillary's gelegentlichen Blick der auszusagen schien 'Ich kann nicht glauben, dass ich gegen den antreten muss.'

Für mich ist es völlig offensichtlich, dass Hillary die bessere Wahl für Amerika ist und nichtsdestotrotz, konnte ich nach der Debatte immer noch Anti-Hillary-Postings in meinem Facebook-Newsfeed finden. Interessant ist, dass Trump-Wähler ihn nicht dadurch unterstützen, indem sie seine Strategien und Ansätze für die Zukunft teilen. Nein, sie unterstützen ihn dadurch, dass sie negativ über Hillary schreiben.

Nicht für Trump, sondern gegen Hillary

Mir scheint, dass Trump-Wähler nicht unbedingt FÜR Trump sind, sonder GEGEN Hillary. Sogar unter meinen Immigranten-Freunden in den USA finde ich Trump-Unterstützer, obwohl er nie ihre Interessen vertreten oder sich auch nur dafür interessieren würde.

Ich persönlich bin besorgt, dass das gleiche Phänomen eintreten wird, wie damals als George H.W. Bush für eine zweite Amtsperiode als Präsident wiedergewählt wurde. Trotz der Kriege in Afghanistan und Irak, dem Desaster nach Hurrikane Kathrina, sowie dem stetigen wirtschaftlichen Abstieg.

Die Mehrheit der Kerry-Befürworter war so sehr davon überzeugt, dass er mit einer überwältigenden Mehrheit gewinnen würde, dass sie einfach nicht wählen gingen. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade Student an der UCLA in Kalifornien und die 'Vote or Die'-Kampagne war gerade 'cool' unter den jungen Leuten.

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Am Wahltag war ich neidisch auf meine amerikanischen Studienkollegen, dass sie am demokratischen Prozess teilnehmen durften. Ich war damals noch kein amerikanischer Staatsbürger. Gern hätte ich teilgenommen, um ein Desaster zu vermeiden. Doch je mehr ich mit den Studenten redete und ihnen zuhörte, wurde mir klar: sie gingen nicht zur Wahl!

"Ich musste meine Arbeit fertig schreiben." "Ich habe den ganzen Tag Vorlesungen." "Ich wollte ausschlafen." "Ich will den Campus nicht verlassen." Ich konnte es nicht fassen! Und so kam, was kommen musste: G.H.W. Bush wurde wiedergewählt. Das Desaster wurde nicht verhindert - es ging für vier Jahre weiter.

Daher appelliere ich an meine amerikanischen Mitbürger: bitte nehmt euch am 8. November 15 Minuten Zeit und geht wählen! Denkt nicht, dass euer Kandidat gewinnen wird, weil es für euch die einzige logische Konsequenz ist. Die Logik ist am 2. November 2004 nicht aufgetaucht. Lasst uns sicherstellen, dass sie es am 8. November 2016 tut. Bitte, bitte!


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