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Tipps für einen Städtetrip nach Turin

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Eine graue Industriestadt? Von wegen! Turin ist reich an Geschichte, Kunst und Kultur. Hier hatten fast alle wichtigen Entwicklungen Italiens ihren Ursprung. Die Stadt im Piemont war die Heimat der italienischen Könige, die erste Hauptstadt des Landes, Geburtsort von Auto, Film, Kino, der Rundfunkanstalt Rai und fast auch von Papst Franziskus, wären seine Eltern nicht 1932 nach Argentinien ausgewandert. Mit 17.500.000 qm Grünfläche, 165.000 Bäumen und zahlreichen autofreien Zonen ist Turin die grünste Stadt der Republik.

Mole Antonelliana
10:00 Uhr

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Die Aussichtsplattform in der Kuppel des skurrilen Bauwerks ist der optimale Aussichtspunkt für einen ersten Blick über die Stadt. Heute Turins Wahrzeichen, war die Mole Antonelliana mit über 167 Metern bei ihrer Fertigstellung 1889 das zweithöchste begehbare Gebäude der Welt. Eigentlich sollte es der Tempel der jüdischen Gemeinde werden. Als nach vierzehnjähriger Bauzeit jedoch noch immer kein Ende der Bauarbeiten in Sicht war und die ursprünglich veranschlagten Kosten sich mehr als verdoppelt hatten, gab die Gemeinde das unfertige Gebäude an die Stadt Turin ab. Ich stehe zwar ewig lange in der Schlange, bis ich endlich in den gläsernen Fahrstuhl einsteigen darf, werde dann aber wenige Minuten später mit einem fantastischen Blick über Turin und die Alpen belohnt.
(Via Montebello 20 A, Di. geschlossen, Mi.-Mo. 9-20, Sa. bis 23 Uhr)

Nationales Filmmuseum (Museo Nazionale del Cinema)
10:30 Uhr

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Wie entsteht ein Drehbuch? Auch davon erzählt das Filmmuseum

Das erste Filmstudio Italiens entstand nicht in Rom, sondern in Turin. Gegründet wurde es 1905 von Arturo Ambrosio, Vater der italienischen Filmindustrie, der bis 1943 14.000 Filme produzierte. Das wohl einzigartigste Filmmuseum der Welt befindet sich in der Mole Antonelliana. In der gigantischen Aula des Tempels mache ich es mir in einer der zahlreichen Chaiselongues bequem und schaue mir auf Großleinwänden Filmausschnitte aus diversen Jahrzehnten an. Kopfhörer brauche ich nicht, denn in der Liege sind auf Ohrenhöhe Lautsprecher eingebaut. Immer wieder driftet mein Blick auf die Kuppel über mir und den auf- und abgleitenden gläsernen Aufzug. Die offenen Ausstellungsebenen auf mehreren Etagen rings um die Aula führen durch die Geschichte des Films. Ich steige von einer zur nächsten Ebene hinauf, lerne unterwegs viel über die Welt des Films und begegne immer wieder Spezialeffekten.
(Via Montebello 20 A, Di. geschlossen, Mi.-Mo. 9-20, Sa. bis 23 Uhr)

Dom und Turiner Grabtuch
12:30 Uhr

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In einer Seitenkapelle wird das Tuch der Tücher aufbewahrt. Bisher konnte allerdings kein wissenschaftlicher Beweis erbracht werden, ob es sich bei der berühmtesten Reliquie des Christentums tatsächlich um das Grabtuch Christi handelt. Das Tuch wird nur alle paar Jahre ausgestellt, die nächste Ausstellung ist für 2020 geplant. In der Zwischenzeit kann man das Tuch in einem Video bestaunen, das auf einem Bildschirm im Dom gezeigt wird.
(Piazza San Giovanni, Mo.-Sa. 7-12.30 und 15-19, So. ab 8.30 Uhr)

Mittagessen im Soul Kitchen
13:00 Uhr

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In dem veganen Gourmettempel stehen leckere Pastakreationen, Salat- und Gemüsegerichte, gute Weine, paradiesische Desserts und zu meiner Freude sogar Jamaica-Blue-Mountain Kaffee auf der Karte. Dank Bürgermeisterin Chiara Appendino, die Turin zur Vegetarierhauptstadt Italiens machen will, eröffnen in der Autometropole immer mehr vegane und vegetarische Restaurants. „Die Förderung veganer und vegetarischer Ernährungsweisen ist ein grundlegender Beitrag zum Schutz der Umwelt, zur Gesundheit unserer Bürger und dem Wohl der Tiere", heißt es in ihrem Fünf-Jahres-Programm.
(Via Santa Giulia 2, Di.-Sa. 12.30-15.30 und 19.30-21.30 Uhr, So./Mo. geschlossen)

Wallfahrtskirche Basilica di Superga
15:00 Uhr

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Gemächlich zuckelt die alte Zahnradbahn „Tranvia Sassi-Superga" 3 km am Berg entlang zum Superga hinauf, wo die Basilika hoch über Turin thront. Dass die prachtvolle Kirche an diesem ungewöhnlichen Ort steht, ist Vittorio Amedeo II. zu verdanken. Als die Stadt 1706 von den Franzosen belagert wurde, stieg er auf die Hügelspitze, um die Jungfrau Maria um Hilfe anzuflehen. Nach dem Sieg über die französischen Truppen ließ er als Dank die „Basilica della Natività di Maria Vergine" errichten, die später nach ihrem Standort benannt wurde. Die gigantische Krypta beherbergt 66 Grabstätten der Savoyer, darunter der imposante Sarkopharg der Könige. Zuletzt wurde hier 1986 die Tochter des letzten italienischen Königs beigesetzt. Allein die Aussicht über Turin und die Berge ist eine Fahrt hinauf zum Superga wert - von der Kuppel der Basilika kann man bei klarem Wetter sogar die Spitze des Matterhorns sehen. Den mühsamen Treppenaufstieg erspare ich mir allerdings, denn klare Sicht gibt es heute nicht. Hinter der Basilika befindet sich ein Gedenkstein der daran erinnert, dass hier am 4. Mai 1949 ein Flugzeug mit Spielern des legendären Grande Torino (AC Turin) im Nebel abstürzte.

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(Strada Basilica di Superga, tgl. 10-13.30 und 14.30-19 Uhr, im Winter bis 18 Uhr. So kommt man hin: Tram Nr. 15 Richtung Sassi ab Piazza Castello, ab Haltestelle Sassi weiter mit der „Tranvia Sassi-Superga" ca. 10 km zur Basilika. Die Zahnradbahn fährt jeweils zur vollen Stunde von 10-18 Uhr, zurück stündlich von 10.30-18.30 Uhr. Die Fahrt dauert 20-25 Min.)

Hop On - Hop Off
17:00

Ich habe nur eineinhalb Tage in der Stadt, längst nicht genügend Zeit, um alles zu sehen. Um mir einen Überblick über das zu verschaffen, was ich im Zentrum nicht gesehen habe, mache ich eine Bustour, die an der Piazza Castello beginnt. Der Platz mit dem eleganten Palazzo Madama, einst Wohnsitz der königlichen Damen, ist das monumentale Herz der Stadt.

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Palazzo Madama

Der nicht weit davon entfernte prunkvolle Palazzo Reale diente den Herrschern aus dem Haus Savoyen bis 1865 als Königlicher Palast. Im Palazzo Carignano auf der gleichnamigen Piazza wurde der erste König Italiens geboren, später war der Palast Sitz des ersten italienischen Parlaments. Wohnzimmer der schachbrettartig konzipierten Altstadt ist die Piazza San Carlo. Der rechteckige Platz ist von barocken Adelspalästen gesäumt und gilt aufgrund seiner Perfektion als einer der schönsten Plätze Italiens. Hier befindet sich unter Arkaden das „Caffè Torino", das an ein Wiener Kaffeehaus erinnert. Nach seiner Eröffnung 1903 war es beliebter Treffpunkt von Adligen, Intellektuellen und Politikern. Eine Spur eleganter ist das „Caffè San Carlo", das 1842 Italiens erstes Lokal mit Gasbeleuchtung war.

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Via Garibaldi

Wichtigste Einkaufsstraße ist die 1 km lange Fußgängerzone Via Garibaldi, zu Zeiten der Römer die Hauptstraße der Stadt, Prachtmeile ist die Via Roma, in der alle italienischen Designer zu Hause sind.

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Dank der zahlreichen Bogengänge kann man auch bei Regen kilometerweit durch die Stadt bummeln.

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Viele Gassen in der Altstadt sind Fußgängerzonen

Hotel Tipp: NH Santo Stefano

Dank der Lage des Hotels an der Porta Palatina und Dom sind die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen. Das 2015 eröffnete 4* Hotel mit der ungewöhnlichen Architektur verfügt über 125 geräumige Zimmer mit stilvoller Einrichtung, wunderschönen Holzböden und bequemen Betten und Kissen.

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Die Atrium-ähnliche Lobby gewährt Sicht auf die fünf höher gelegenen Etagen

In der Junior-Suite haben wir einen fantastischen Blick über die Dächer der Altstadt, und nach der langen Stadttour ist ein heißes Bad in der in den Boden eingelassenen Badewanne genau das Richtige. Später geht es auf einen Aperitif hinunter in den ruhigen Innenhof, in dem man sich jederzeit auch zum Lesen zurückziehen kann. Eines der Highlights ist der Panoramabalkon im 5. Stock mit Blick auf Porta Palatina, den Dom und die Stadt.
(Infos: www.nh-hotels.it/hotel/nh-torino-santo-stefano)

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Innenhof des Hotels (Copyright NH Hotels)

Die Autorin war auf Einladung von NH-Hotels Gast im Santo Stefano.