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Tipps für 24 Stunden Tokyo

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Wer in einer Megacity wie Tokyo nur eine Woche verbringt, kann einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten dank der ausgezeichneten U- und S-Bahn-Verbindungen bereits am ersten Tag erkunden. Die meisten mit der Yamanote-Linie, die die Innenstadt oberirdisch in einer knappen Stunde auf 29 Bahnhöfen umrundet.

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Frühstück mit Blick auf die Shibuya-Kreuzung
09:00

Die größte Kreuzung der Welt befindet sich direkt vor der Shibuya Station. Pro Ampelphase überqueren in der Rushhour bis zu 15.000 Fußgänger die Straße. Wer nicht zügig mitläuft, wird überrannt. Im Gebäude gegenüber befindet sich in der zweiten Etage ein Starbucks-Café mit Panoramafenstern, die eine spektakuläre Aussicht auf die Kreuzung bieten. Beim Kaffeetrinken habe ich jede Menge Kameras im Genick, denn jeder möchte die Szene, wenn der Run über die Straße beginnt, digital festhalten. Die Fußgängerströme gelten als Symbol für die Geschäftigkeit der Stadt.

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An der Kreuzung steht ein Denkmal für einen Hund namens Hachiko. Der Hund kam einst jeden Tag mit seinem Besitzer, einem Professor der Universität Tokyo, zum Bahnhof und wartete dort, bis diser abends wieder zurückkehrte. Nachdem der Professor eines Tages während einer Vorlesung an einer Hirnblutung starb, kam das treue Tier noch elf Jahre lang jeden Tag an diesen Ort und wartete. Nach dem Tod des Hundes 1934, errichtete die Stadt zu seinen Ehren ein Denkmal. Die Hundestatue ist seitdem einer der beliebtesten Orte in Tokyo, um sich zu verabreden.
(Ab Tokyo Station mit der Yamanote Linie bis Shibuya Station, Fahrtzeit: 24 Min.).

Ameyoko Markt
11:00

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„Wenn du das authentische Tokyo erleben willst, geh auf den Ameyoko Markt", hat mir meine japanische Brieffreundin empfohlen. Der Markt zieht sich vom Bahnhof Ueno mit unzähligen Seitengassen bis zum Bahnhof Okachimachi hin. Hier gibt es Stände mit Gewürzen und allerhand Undefinierbarem, frischer und getrockneter Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst, Süßigkeiten, Kleidung, Lederwaren, Geschenkartikel, Elektronik, Supermärkte, Sushi-Bars, unzählige kleine Restaurants, Teeläden und Shops für Fußmassagen.

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Der Markt ist gut besucht - Einheimische drängeln sich um die Marktstände und diskutieren mit den Verkäufern, Touristen tummeln sich um einen Marktschreier, der auf einer Kiste steht und Lederwaren anpreist.

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Tipp: Lunch in einer der zahlreichen Sushi-Bars. Ein Mittagsmenü mit Misosuppe, Reis und Sushi kostet auf dem Markt umgerechnet zwischen 5 und 8 Euro.
(Ab Shibuya oder Tokyo Station Yamanote-Linie bis Ueno. Der Markt ist täglich von 10-19 Uhr geöffnet).

Sensoji-Tempel in Asakusa
13:00

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Der älteste buddhistische Tempel Tokyos wurde 645 erbaut. Das riesige Eingangstor mit der riesigen roten Papierlaterne ziert zahlreiche Postkartenmotive. Der Tempel beherbergt die goldene Statue von Kannon, der Gottheit der Barmherzigkeit. Zu beiden Seiten der Nakamise, der engen Straße, die zum Tempel führt, befinden sich dicht an dicht kleine Verkaufsstände mit Holzblockdrucken, Fächer, Kimonos, T-Shirts und typischen Souvenir-Artikeln. Die Straße ist so überfüllt, dass ich kaum vorwärts komme. 30 Millionen Besucher lockt der Tempel jährlich an, gefühlte drei Millionen sind unterwegs. Ich schreite durch das Tor, stehe ehrfürchtig vor der gigantischen Haupthalle, gebe dann aber auf. Die Warteschlangen vor dem Tempel sind einfach zu lang. Der Tokyo Tower ist mein nächstes Ziel.

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Touristinnen aus Taiwan vor dem Tempel

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Rikschafahrer im Asakusa-Viertel

(Mit der Yamanote-Linie ab Ueno oder Tokyo Station bis Akihabara, dort umsteigen in den Tsukuba-Express bis Asakusa).

Tokyo Tower
15:00

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Zugegeben, der Tokyo Skytree, mit 634 Metern Höhe der höchste freistehende Rundfunkturm der Welt ist aufregender, aber der 1958 erbaute, nur 333 Meter hohe Tokyo Tower hat mehr Charme, ist das Wahrzeichen der Stadt schlechthin und bietet einfach einen wunderschönen Anblick, wenn er nachts hinter den Häuserschluchten in voller Beleuchtung auftaucht. Ich fahre mit dem gläsernen Fahrstuhl, der rattert und krächzt, auf die Aussichtsplattform auf 250 Metern Höhe und habe eine überwältigende Rundumsicht über Tokyo.

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Auf dem Weg zum Tokyo Tower komme ich am buddhistischen Zojoji-Tempel vorbei. Dort haben Eltern von totgeborenen Kindern Jizō-Statuen aufstellen lassen, die stellvertretend für die Kinder mit Riten und Opfern bedacht werden.

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(Yamanote-Linie bis Station Akabanebashi. Nach Verlassen des Bahnhofs ist der Turm in Sichtweite, ca. 15 Minuten Fußmarsch. Öffnungszeiten: tgl. 9-23 Uhr).

Ginza
17:00

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Ginza ist das teuerste Viertel Tokyos - hier befinden sich exklusive Shoppingmeilen mit Edel-Kaufhäusern, Boutiquen mit hochkarätigen internationalen Modemarken und erstklassige Restaurants. „Ich meide Ginza, es ist mir dort einfach zu voll, aber für Tokyo-Besucher ist es ein Muss", so meine Tokyoter Brieffreundin. An den Wochenenden wird die Shoppingmeile Chuo-dōri für den Verkehr gesperrt und verwandelt sich in eine Fußgängerzone mit Tischen, Stühlen und Sonnenschirmen. Mein Favorit ist die Konfiserie „Toraya", wo es leckere japanische Pralinen und Tee-Konfekt gibt.

(Ab Tokyo Station mit der Marunouchi-Linie bis Ginza).

Crayon House Hiroba
19:00

In Ueno und Shibuya liegen jede Menge preiswerte Restaurants dicht beieinander. Ich habe mich aufgrund des großen Buffets mit japanischen und internationalen Spezialitäten, das auch für Vegetarier/Veganer geeignet ist, für das Bio-Restaurant „Crayon House" entschieden. Hier wird montags übrigens nur vegetarisch serviert.
Tipp: Trinkgeld ist in Japan unüblich.
(3-8-15 Kitaaoyama, Minato-ku, U-Bahn: Marunouchi-Linie bis Omotesando, Ausgang B1, dann 3 Min. zu Fuß.

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Restaurant im Ueno-Viertel

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