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Cornelia Lohs Headshot

Tipps für 24 Stunden Innsbruck

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Frühstück über den Dächern der Stadt
8:00

Mein Tag beginnt auf der Terrasse des Adlers im 12. Stock mit einem Panoramablick über Stadt und Berge, die nach dem Frühstück mein erstes Ziel sind - deshalb der frühe Start in den Tag.

(Adlers Design Hotel, Bruneckerstr. 1, tägl. 7-13 Uhr).

Nordkette - in Nullkommanix auf 2.000 Meter
9:00

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Wandern will ich heute nicht, denn dafür steht zu viel auf meiner To-Do-Liste. Trotzdem möchte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, quasi im Katzensprung aus dem Stadtzentrum mal eben schnell auf über 2.000 Meter Höhe hinauf zu fahren. Mit der Hungerburgbahn geht es zunächst zur Hungerburg, wo ich auf 860 Metern einen einzigartigen Blick auf Innsbruck und den Inn habe.

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Weiter geht es mit der Nordkettenbahn (Seilbahn) zur Seegrube, die 1905 Meter hoch liegt und weiter zur Station Hafelekar auf 2256 Metern. Beide sind Teil der Nordkette, der südlichsten der vier großen Gebirgsketten im Karwendel. Hier oben habe ich eine atemberaubende Sicht auf die Stadt auf der einen und den Karwendel auf der anderen Seite.

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Ein altes Gebäude sticht mir ins Auge. Es ist die Forschungsstation Hafelekar zur Beobachtung kosmischer Strahlung, die der österreichische Physik-Nobelpreisträger Victor Franz Hess während seiner Professur an der Universität Innsbruck 1931 ins Leben rief. Durch das Fenster sieht man den alten Apparat zur Messung der kosmischen Strahlung.

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Um mich herum herrscht ein babylonisches Sprachengewirr - Menschen aus aller Herren Länder sind, genau wie ich, nicht zum Wandern herauf gekommen, sondern wegen der Aussicht. Es wird voll. Zeit, wieder hinunter zu fahren.

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(Bahn ab Station Congress bis Hungerburg dann Seilbahn bis Seegrube und von dort aus weiter auf das Hafelekar. Tipp: mit der Innsbruck Card fährt man kostenlos).

Altstadtspaziergang
11:00

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Den Altstadtspaziergang halte ich kurz, denn mein Motto für den Tag ist „360° Innsbruck". Erstes Ziel ist das Wahrzeichen der Stadt: das Goldene Dachl in der Herzog-Friedrich-Straße im Zentrum der Altstadt. Das Dach des Erkers aus dem 15. Jahrhundert wurde im Auftrag Maximilian I. mit 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln gedeckt. Hier saß der Kaiser bei Turnieren auf dem Stadtplatz in der ersten Reihe. Auf dem Platz vor dem Dachl befand sich im Mittelalter der Scheiterhaufen.

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Ich spaziere durch die Gassen bis zur Kaiserlichen Hofburg - rund 400 Räume gibt es in dem viergeschossigen Bau. Die Prunksäle möchte ich mir nicht anschauen und gehe stattdessen in die daneben liegende Hofkirche, wo 28 große Bronzefiguren das leere Grabmal von Kaiser Maximilian bewachen.

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In den Rathaus Galerien in der Maria-Theresien-Straße fahre ich mit dem Fahrstuhl in den 7. Stock zum runden Café 360 Grad, wo ich mit Blick auf die Dächer der Stadt einen Espresso trinke. Danach gehe ich über die Treppe einen Stock höher zur rundum verglasten und überdachten Aussichtsplattform „Campanile", wo ich mit einem weiteren 360°-Ausblick belohnt werde.

(Café 360 Grad, Maria-Theresienstraße 18, tägl. 10-1 Uhr nachts, Aussichtsplattform: Mo-Fr 8-18 Uhr).

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Mittagessen im Chez Nico
12:00

In dem kleinen, aber feinen Restaurant kreiert Nicolas Curtil vegetarische und vegane Kunstwerke. Es gibt ein zweigängiges, kunstvoll angerichtetes Menü aus regionalen Zutaten, das so lecker schmeckt, dass ich auf jeden Fall wiederkommen werde.

(Maria-Theresien-Str. 49, Di-Fr 12-14 Uhr sowie Mo-Sa 18:30-22 Uhr).

Museum der Glockengießerei Grassmayr
13:00

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Die über 400 Jahre alte Glockengießerei ist der älteste familiengeführte Handwerksbetrieb in Innsbruck und gehört zu den größten Glockenherstellern weltweit. Im angegliederten Museum, eine Kombination aus Glockengießerei, Glockenmuseum und Klangraum, erfahre ich den Werdegang einer Glocke, lerne dabei Wissenswertes zur Gussform, zum Glockenguss und Ton, höre verschiedene Klänge und bestaune Glocken aus mehreren Jahrhunderten und die alte Gusshalle. Die größte Glocke, die bei Grassmayr bisher gegossen wurde, ist die 15.684 Kilo schwere Taborglocke für ein griechisch-orthodoxes Kloster auf dem Berg Tabor in Israel im Jahre 2012. Grassmayr stellt neben Glocken auch Klangschalen her. Als ich in eine überdimensionale Klangschale steige und Maria Grassmayr sie anschlägt, fühle ich die starken Vibrationen in meinem ganzen Körper. Ein einmaliges Erlebnis!

(Leopoldstr. 53, Mo-Fr 9-17 Uhr, Sa auch Mai-Okt 9-17 Uhr)

Tiroler Landesmuseum und Sprungschanze
14:30

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Wieder ruft die Höhe! Eines der Highlights in Innsbruck ist das „Tirol Panorama" im Landesmuseum am Bergisel. Dort, wo tatsächlich die Schlachten des Tiroler Freiheitskampfes stattgefunden haben. Das 1.000 Quadratmeter große Rundgemälde zeigt in 360-Grad-Sicht die dritte Schlacht am Bergisel während der Freiheitskämpfe. Ich habe das Gefühl, als würde ich mitten im Geschehen stehen.

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Nicht weit vom Museum befindet sich die Bergisel-Schanze, einer der Austragungsorte der Olympischen Winterspiele 1964 und 1976. Im Rahmen der Vierschanzen-Tournee findet hier jährlich im Januar das Bergisel-Springen statt. Im Sommer trainieren die weltbesten Springer auf der Mattenanlage.

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Ich habe Glück. Als ich oben hinter der Sprungschanze stehe, macht sich gerade ein Springer zur Abfahrt bereit. Ich schaue ihm beim Sprung zu und fahre dann mit dem Aufzug zur Aussichtsterrasse hoch, wo ich einen überwältigenden Rundblick über die Stadt, die Berge und die Wettkampfstätte habe.

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(Straßenbahnlinie 1 bis Stift Wilten oder Sightseer Bus bis Bergisel. Öffnungszeiten: Stadion Juni-Okt. 9-18 Uhr, Nov-Mai 10-18 Uhr, Tiroler Landesmuseum Di-So 9-17 Uhr)

Swarovski Kristallwelten
16:40

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Im Bauch des Wasser speienden Riesen erwartet mich eine funkelnde Welt, die Multitalent André Heller 1995 zum hundertjährigen Firmenjubiläum von Swarovski geschaffen hat. In 16 schillernden Wunderkammern treffe ich auf fantastische Installationen und fühle mich plötzlich wie in einer Traumwelt. Die erste Kammer, die in Halbdunkel getauchte Blaue Halle, zeigt Meisterwerke von Andy Warhol, Dalì und Niki de Saint Phalle. In der dritten Kammer stehe ich in einem Kristalldom mit 595 Spiegeln, die in wechselnden Farben leuchten und habe das Gefühl, selbst Teil des Kristalls zu sein. Wenig später befinde ich mich im Zentrum von „Silent Light", in einer Winterlandschaft aus 150.000 weißen Kristallen, gehe in der nächsten Kammer „Into Lattice Sun" durch eine Myrade von Kristallen und Spiegeln, in der „Eisgasse" hinterlassen meine Füße auf dem Boden kristalline Spuren und „Eden" führt mich durch einen Urwald voller Kristallskulpturen. In der 14. Wunderkammer „Reflexionen" erwartet mich auf 48 Polygonen die Weltgeschichte in Verbindung mit Kristall. In „Timeless", der letzten Kammer, erfahre ich alles Wissenswerte zur Geschichte des 1895 vom Glasschleifer Daniel Swarovski gegründeten Unternehmens.

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Eine Wolke aus 800.000 funkelnden Swarovski-Kristallen schwebt über Spiegelwasser.

(Swarovski Kristallwelten, Wattens, tägl. 9-18:30 Uhr, letzter Einlass 17:30, Eintritt: 19 €, Kinder 6-14 7,50 €). So kommt man hin: Kristallwelten-Shuttlebus auf Busbahnsteig A direkt vor dem Hauptbahnhof um 8:40, 10:20, 12:40, 14:40 und 16:40 Uhr, Fahrtzeit 28 Min., Retourticket 9,50 €).

Café Central
19:30 Uhr

In dem 1884 eröffneten Kaffeehaus im Alt-Wiener-Stil mit Marmortischen, Kronleuchtern, Stuckornamenten und marmorierten Säulen stehen altösterreichische Gerichte, Suppen, Mehlspeisen, aber auch vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. Ich liebe alte Kaffeehäuser - das Central ist deshalb für mich der ideale Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
(Gilmstraße 5, tägl. 6:30-21 Uhr. Tipp: von April bis Oktober finden jeden Sonntag Pianoabende statt).

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Das Adlers ist das höchste Hotel in Innsbruck.

Die Autorin war auf Einladung von Innsbruck Tourismus und Swarovski Kristallwelten vor Ort.