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Tipps für 24 Stunden in Turku

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In der ältesten Stadt Finnlands, die bis 1812 Hauptstadt des Landes war, konzentriert sich das Leben entlang des Flusses Aura, der zentralen Achse Turkus. Von der Uferpromenade aus lassen sich alle wichtige Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Olga Henriksson, die für Visit Turku arbeitet, gibt Tipps für absolute Must-Sees in der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2011.

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Dom zu Turku - das Nationalheiligtum des Landes
9:00

„Turku ist berühmt für seine Geschichte. Für einen ersten Eindruck sollte man sich zuerst unsere Kathedrale und anschließend das Schloss anschauen - die beiden gehören zum absoluten Pflichtprogramm", sagt Olga.
Der 1300 geweihte Dom aus Backstein auf dem Unikankare-Hügel ist die Hauptkirche der evangelisch-lutherischen Kirche in Finnland. Im Inneren des Doms befinden sich Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten, darunter in der Mitte der Sarkophag der schwedischen Königin Karin Månsdotter, Witwe des entmachteten Schwedenkönigs Erik XIV, der um 1570 in einem Verließ auf Schloss Turku von seinem Bruder gefangen gehalten wurde.

(Tuomiokirkonkatu 1, tägl. 9-18 Uhr).

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Wie in vielen nordeuropäischen Kirchen hängt im Dom ein Schiff von der Decke.

Schloss Turku - über 700 Jahre Geschichte
10:00

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In dem massiven Feldsteingebäude, dessen ältesten Teile aus dem Jahr 1280 stammen, residierten 13 schwedische Könige. Seit 1776 diente es als Gefängnis und beherbergt seit Ende des 19. Jahrhunderts das Historische Museum. In den Ausstellungsräumen erfahren Besucher alles zur Baugeschichte der Burg und zur Geschichte der 1229 von Schweden gegründeten Stadt. Heute gibt es noch rund 9.000 schwedische Muttersprachler in Turku, weshalb Straßenschilder, Plakate und Speisekarten zweisprachig sind und es neben einer finnischen auch eine schwedischsprachige Universität gibt.

(Linnankatu 80, Sept.-30. Dez. Di-So 10-18 Uhr, im Sommer Mo-So 10-18 Uhr).

Sibelius-Museum
11:00

Viele große Namen sind mit Turku verbunden und werden mit Denkmälern oder Museen geehrt: Per Brahe, Alexis Kivi, Paavo Nurmi, Wäinö Aaltonen und Jean Sibelius. Letzterem ist das Musikmuseum nördlich vom Dom gewidmet, das 2.000 Musikinstrumente aus aller Welt beherbergt und in einer Dauerausstellung über das Leben und Werk von Finnlands berühmtesten Komponisten informiert.

(Piispankatu 17, Di-So 11-16 Uhr, Mi auch 18-20 Uhr).

Markthalle „Kauppahalli"
12:00

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Tritt man durch die schwere Tür der 1896 eröffneten Markthalle, wird man sofort von einer nostalgischen Atmosphäre umfangen. An schön verzierten, aus dunklem Holz geschnitzten Verkaufsständen werden neben lokalen Spezialitäten fangfrischer Fisch aus den heimischen Schären, Obst und Gemüse, Backwaren, Käse, Fleisch, Gewürze, süße Leckereien, Tee und Kaffee angeboten.

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In der Halle gibt es mehrere Cafés und Stände, die Snacks und Mittagessen anbieten.

(Eerikinkatu 16, Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa 8-16 Uhr).

Tipp: Mittagessen in der Markthalle, Kaffeetrinken in einem der angesagten Cafés. „Mein Lieblingscafé ist das Café Art am Aura-Ufer, das für seinen extrem guten Kaffee bekannt ist", verrät Olga. (Läntinen Rantakatu 5, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-17 Uhr, So 11-17 Uhr).

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Föri-Fahrt
13:00

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„Die kürzeste und billigste Bootsfahrt auf dem Fluss", nennt Olga die Fahrt mit der Föri, der kettenbetriebenen orangefarbenen Personenfähre, die seit 1904 die beiden Ufer der Aura miteinander verbindet. Knapp 90 Sekunden dauert die kostenlose Überfahrt.

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Gästeführerin Olga Henriksson.

Das Ufer der Aura ist der Lieblingsort der Wahl-Turkuerin, die seit acht Jahren in der Stadt an der Südwestküste lebt. „Turku hat 186.000 Einwohner, davon sind 38.000 Studenten. Es ist einfach herrlich, in einer so ‚jungen' Stadt zu leben. Wenn die Sonne scheint, ist die Uferpromenade voller Leben, voller junger Menschen die glücklich sind, essen, trinken, diskutieren oder einfach nur Musik hören. Besonders schön ist es abends im Lichterschein", schwärmt sie.

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Museum Aboa Vetus & Ars Nova
13:30

In dem kontrastvollen Doppelmuseum zeigt Aboa Vetus sieben Meter unter der Erde das mittelalterliche Turku - Ausgrabungen aus dem 14. Jahrhundert, die 1990 bei Bauarbeiten entdeckt wurden. Ars Nova bietet auf zwei Stockwerken zeitgenössische Kunst.

(Itäinen Rantakatu 4-6, tägl. 11-19 Uhr, 24.12.-1.1. geschlossen).

Ausflug nach Naantali
14:30

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Das kleine Städtchen mit schmucken Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, blühenden Gärten und einem Jachthafen, liegt 17 Kilometer westlich von Turku und wird die „Sonnenstadt Finnlands" genannt. Hier befindet sich das Anwesen Kultaranta, das von einem 560.000 Quadratmeter großen Park umgeben ist und seit 1922 die offizielle Sommerresidenz des jeweils amtierenden finnischen Präsidenten ist.

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Der Park ist frei zugänglich, von der Präsidentenresidenz sieht man jedoch nur den Turm.

Naantali ist auch die Heimat der nilpferdartigen Trollwesen „Mumins", die die finnlandschwedische Schriftstellerin Tove Jansson 1945 ins Leben rief. Eine 250 Meter lange Brücke führt von der Altstadt in den Themenpark „Muumimaailma", der allerdings nur in den Sommermonaten geöffnet ist.
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Die Mumins zieren zahlreiche Fenster in Naantali.

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Wenn im Herbst die Sommergäste abgereist sind, ist die Hauptstrasse in Naantali verwaist.

Abendessen - die Qual der Wahl
19:30

„Die typischen Gerichte der Region sind Lachs mit Kartoffeln, die in jeder möglichen Art zubereitet werden. Die Südwestküste versorgt übrigens einen großen Teil des Landes mit Kartoffeln - hier in Turku haben wir sogar ein jährliches Kartoffelfest. Die Stadt ist bekannt für ihre gute Küche und es gibt viele kleine Restaurants. Empfehlen kann ich Kaskis, Smör, Pinella oder Mami", so Olga.

(Kaskis: Kaskenkatu 6a, Di-Do 16-23 Uhr, Fr/Sa 16-24 Uhr. Smör: Läntinen Rantakatu 3, Mo-Sa 16.30-23 Uhr. Pinella: Vanha Suurtori 2, Di-Do 11-23 Uhr, Fr 11-1 Uhr, Sa 12-1 Uhr. Mami: Linnankatu 3, Di-Sa 11-15 Uhr sowie 17-22 Uhr).

Anreise:
Wer Finnland mit dem eigenen Auto oder dem Wohnmobil erkunden will, für den ist die Überfahrt mit Finnlines (Travemünde-Helsinki) eine Option. Die Fahrt dauert 29 Stunden, in denen man sich mit einem Buch in der Hand in einem Liegestuhl auf dem Sonnendeck, in der Lounge oder der Kabine herrlich entspannen kann. Informationen auf: „finnlines.de".

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An Bord der Finnstar (Finnlines).

Weitere Informationen zu Turku: „visitturku.fi"

Die Autorin war auf Einladung von Finnlines und VisitFinland in Turku.