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Tipps für 24 Stunden Basel

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Die Stadt am Rhein, die auf mehr als 2000 Jahre Geschichte zurückblickt, ist mit ihrem großen Kulturangebot, Bauten aus allen Epochen, zahlreichen Kunstwerken im öffentlichen Raum, 40 Museen und fantastischen Restaurants eine Weltstadt im Taschenformat und ideales Ziel für einen Kurztrip.

Wohin zuerst? Zum Münsterplatz wegen der Aussicht!
10:00

Das Münster, das auf dem Münsterhügel über der Altstadt thront, ist meine erste Anlaufstelle. Von der Aussichtsterrasse am vorgelagerten Münsterplatz habe ich eine fantastische Aussicht auf den Rhein, die Hochhauslandschaft Kleinbasels mit dem Roche-Turm, derzeit das höchste Gebäude der Schweiz, und auf das Dreiländereck.

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Blick auf Grossbasel und den Roche-Turm.

Unter mir legt gerade die Fähre ab, die von einem über das Wasser gespannten Drahtseil gehalten wird und den Rhein durch die Kraft der Strömung überquert. Es fängt an zu nieseln und ich flüchte ins Münster. Im linken Seitenschiff befindet sich das Grabmal von Erasmus von Rotterdam, der 1536 in Basel starb. Highlights sind das große Radfenster mit dem monumentalen Glücksrad, dessen steigende und fallende Figuren das Auf und Ab des Lebens symbolisieren sowie der Kreuzgang, wo ab 1529 berühmte Bürger der Stadt beigesetzt wurden.

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Altstadtspaziergang
11:00

Der alte Stadtkern befindet sich zwischen Münster, Barfüsserplatz, Spalentor und Nadelberg. Vom Münster spaziere ich im Nieselregen zum Marktplatz, wo an sechs Tagen der Woche der farbenfrohe Stadtmarkt mit Gemüse, Früchten, Käse, Brot und allerlei Leckereien und Spezialitäten stattfindet (Mo-Do 7-14 Uhr, Fr-Sa 7-18 Uhr). Wahrzeichen des Platzes ist das imposante Rathaus aus dem frühen 16. Jahrhundert mit seiner roten, üppig bemalten Sandsteinfassade. Das Gebäude ist Sitz der Basler Regierung.

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Barfüsserplatz

Vom Marktplatz ist es nur ein Katzensprung zum Spalenberg, früher Krämergasse, heute Shoppingmeile mit kleinen Läden in jahrhundertealten Gebäuden. In Nummer 14 befindet sich Johann Wanners Weihnachtshaus mit außergewöhnlichem Christbaumschmuck. Der „Courtier des Weihnachtsbaumes" ist der weltgrößte Hersteller und Händler von handgefertigtem Weihnachtsschmuck. Zu den Kunden zählen seit Jahrzehnten Königshäuser, Filmschauspieler, der Vatikan und exklusive Kaufhäuser. Im Laden quillen Regale, Tische und Vitrinen über vor Opulenz. Wer seinem Baum das gewisse Etwas verpassen möchte, wird hier garantiert fündig. Bei Sevensisters in Nummer 38 stöbere ich in unkonventionellen Artikeln für den täglichen Gebrauch und finde ein paar Kleinigkeiten, die ich zu Weihnachten verschenken möchte. Ich setze meinen Altstadtrundgang mit einer Wanderung durch die kleinen Gassen rund um den Spalen- und Nadelberg fort. Hier dominieren renovierte Fachwerkhäuser aus dem 15. Jahrhundert, einige mit Zunftzeichen und Inschriften an den Hauswänden.

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Tipp: Es gibt fünf offizielle, mit farbigen Schildern markierte Rundgänge durch die Altstadt, die nach Basler Persönlichkeiten benannt sind: Erasmus-, Paracelsus-, Hans-Holbein-, Jakob Burkhardt- und Thomas-Platter-Rundgang. Jeder Rundgang beginnt und endet am Marktplatz.

Mittagessen im Tibits
12:30

Das vegetarische Restaurant Tibits ist immer meine erste Anlaufstelle, wenn ich in der Stadt bin - morgens wegen der leckeren, eifreien Gipfeli und mittags wegen des reichhaltigen Buffets mit Einflüssen aus aller Welt. Tibits ist aus dem englischen Wort „tidbits" (kleine Leckerbissen) abgeleitet und steht für genussvolles, frisches und gesundes Essen und Trinken. Genau wie man es am Buffet des zweistöckigen Restaurants bekommt.
(Stänzlergasse 4, Mo-Fr 7-23:30/Fr bis 24 Uhr, Sa 8-24 Uhr, So 9-23 Uhr).

Kunstmuseum Fondation Beyeler
13:30 Uhr

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Vom Barfüsserplatz nehme die Tram zur Fondation Beyeler. Dort findet derzeit die Ausstellung „Kandinsky, Marc & Der Blaue Reiter" statt, die ich mir anschauen möchte. Das von Renzo Piano entworfene, 1997 eröffnete Kunstmuseum im Vorort Riehen, konzentriert sich auf Werke der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst. Zur Sammlung gehören u.a. Werke von Chagall, van Gogh, Klee, Matisse, Monet, Picasso und Warhol. Der Bau aus vier parallel verlaufenden Längsmauern, verglasten Stirnseiten, Glasdach und einem Wintergarten liegt in einem wunderschönen Park mit Blick auf sanfte Hügel und Weinberge.
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Teich im Park der Fondation Beyeler.

(Öffnungszeiten: Tägl. 10-18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. So kommt man hin: Ab Barfüsserplatz Tram Nr. 6 Richtung „Riehen Grenze" bis Haltestelle Fondation Beyeler, Dauer ca. 30 Min).

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Tipp: Mobility Ticket. Beim Check-In in Basler Hotels erhält man für die gesamte Aufenthaltsdauer das kostenlose Mobility Ticket, das eine freie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Basel und Umgebung ermöglicht.

Spielzeug Welten Museum
15:30

Mit der Tram Nummer 6 fahre ich zurück zum Barfüsserplatz, um mir das wohl einzigartigste Museum seiner Art in Europa mit der weltgrößten Teddybärensammlung anzuschauen. Auf vier Stockwerken befindet sich eine Sammlung von über 6000 Exponaten, darunter Puppen und Puppenhäuser, Kaufmannsläden, Karussells, Miniaturen und 2500 Teddybären, von denen der älteste aus dem Jahr 1904 stammt. In wenigen Minuten verliere ich mich in einer Welt der Kinderzimmer des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und möchte ewig darin verweilen.

(Steinenvorstadt 1/am Barfüsserplatz, Di-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen).

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Blick auf die Rheinbrücken.

Tee in der höchsten Bar der Schweiz
17:30

Am Morgen hatte ich von der Münsterterrasse aus einen herrlichen Blick über Kleinbasel, jetzt will ich einen Blick von Kleinbasel auf Grossbasel werfen. Deshalb nehme ich die Tram über den Rhein zum Messeturm am Messeplatz und fahre auf eine Tasse Tee in den 31. Stock zur Bar Rouge hinauf. Es ist bereits dunkel, daher ist der Blick über den Rhein und das Lichtermeer der Altstadt spektakulär. Lange verweilen möchte ich nicht, denn heute ist der erste Mittwoch im Monat, der Tag, an dem das Museum der Kulturen bis um 20 Uhr geöffnet hat.

(Messeplatz 10, Di-So ab 17/Mo ab 20 Uhr geöffnet).

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Museum der Kulturen
18:30

Die Sammlung des ethnologischen Museums umfasst rund 300.000 Objekte aus Afrika, Asien, Europa, Nord- und Lateinamerika sowie Ozeanien. Mich interessiert vor allem die Dauerausstellung „Basler Fasnacht", die mit Kostümen, Masken, Musikinstrumenten und historischen Dokumenten einen Querschnitt durch das bunte Treiben zeigt und mir das Gefühl gibt, mich mittendrin zu befinden.

(Münsterplatz 20, Di-So 10-17 Uhr, Mo geschlossen, jeden ersten Mittwoch im Monat bis 20 Uhr).

Abendessen in der Cantina Don Camillo
20:00

Zum Essen überquere ich wieder den Rhein und steige eine steile Treppe hinauf zum loftartigen Restaurant im 2. Stock der ehemaligen Warteck-Brauerei. Ich entscheide mich für das vegane 3-Gang-Menu. Info für Nicht-Veganer: Das Restaurant ist, anders als der Name vermuten lässt, nicht italienisch. Die Küche ist kreativ mit französischen und asiatischen Einflüssen.

(Burgweg 7, Mo-Sa 18-23:30 Uhr, Mo-Fr auch 11:30-14 Uhr, So geschlossen).

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Von meinem Zimmer im Teufelhof habe ich einen fantastischen Blick über die Dächer der Altstadt.

Hoteltipp: Der Teufelhof

Das ungewöhnliche Gast- und Kulturhaus am Leonhardsgraben 47-49 vereint Gastronomie, Hotellerie, Theater und Kunst unter einem Dach. Der historische Gebäudekomplex, der aus dem ehemaligen Kloster St. Leonhard und dem Truchsesser Hof besteht, beherbergt ein Kunsthotel mit über acht Zimmern und einer Suite, die als bewohnbare Kunstwerke eingerichtet sind sowie ein Galeriehotel mit über 20 Zimmern und vier Suiten, in denen wie in einer Galerie wechselnde Werke von Künstlern ausgestellt werden. Die großzügig geschnittenen Zimmer sind mit Designermöbeln eingerichtet und verfügen über Holzböden.

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Kunstzimmer im Teufelhof (Copyright: Der Teufelhof Basel).

Das Hotel ist nur 10 Fußminuten vom Barfüsserplatz entfernt.
Tipp: Im Keller befindet sich ein kleines archäologisches Museum, das in Reste der Stadtmauern aus dem 11. und 13. Jahrhundert eingebettet ist.

Die Reise wurde von Basel Tourismus unterstützt.