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Cornelia Lohs Headshot

Cabrio-Cruise an der Côte d'Azur

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Ein Raunen geht durch die Menge und Kameras japanischer Touristen klicken, als vor dem legendären Hotel Carlton ein Oldtimer-Cabrio vorfährt. Am Steuer sitzt Anton, Chauffeur bei „Rent A Classic Car". Die Kameras bleiben in Stellung. Wer weiß, welcher berühmte Filmstar gleich aus der Tür des Hotels schreitet und einsteigt.

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Seit Alfred Hitchcock das Luxushotel an der Croisette 1954 in seinem Film „To Catch A Thief" mit Grace Kelly und Cary Grant verewigte, ist es vom Treffpunkt des Adels und der High Society zum Hotspot von Filmstars aus der ganzen Welt geworden. Pech für die Japaner. Weder George Clooney noch Julia Roberts steigen in den Mercedes SEL 250, Baujahr 1967. Fotografiert wird trotzdem. Das Auto vor der Kulisse des prachtvollen Hotels ist allemal ein Foto wert. Eine „Nicht-Berühmtheit" steigt ein, macht es sich auf der Rückbank bequem und lächelt den Japanern zu. Entlang der Croisette rollt der Wagen gemächlich über Antibes nach Nizza.

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Warum der Film „To Catch A Thief" den deutschen Titel „Über den Dächern von Nizza" erhielt, wo Cary Grant alias Juwelendieb John Robie doch auf dem Dach des Carlton in Cannes sein vermeintliches Unwesen treibt, mag daran liegen, dass Nizza damals als mondäner Badeort weitaus bekannter war als das benachbarte kleine Cannes. Von Nizza sieht man im Film zwar nicht die Dächer, dafür aber das üppige Blütenmeer auf dem Blumenmarkt in der Altstadt, wo John Robie auf der Flucht vor der Polizei zahlreiche Blumenstände über den Haufen rennt. Über den Boulevard des Anglais fährt das weiße Cabrio durchs Hafenviertel hinauf zum Parc Forestier du Mont Boron.

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Die Aussichtsterrasse des 57 Hektar großen Parks bietet einen atemberaubenden Panoramablick auf die Mittelmeermetropole, die Engelsbucht und zahlreiche Yachten.
Anton steuert den Wagen auf die Grande Corniche, dank zahlreicher Kinofilme die berühmteste Panoramastrecke der Welt.

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Die Küstenstraße zwischen Nizza und Menton schlängelt sich in rasanten Haarnadelkurven 500 Meter über dem azurblauen Meer, vorbei an steil abfallenden Klippen auf der einen, und prachtvollen Villen auf der anderen Seite. In „Golden Eye" rast Pierce Brosnan als James Bond in einer spektakulären Verfolgungsjagd über die Corniche, Emma Stone und Colin Firth haben in Woody Allen's „Magic in the Moonlight" eine Autopanne auf der serpentinenreichen Straße, und im Hollywood-Klassiker „Über den Dächern von Nizza" steuert Grace Kelly einen Sportwagen mit quietschenden Reifen in die engen Kurven, in denen sie 27 Jahre später kurz vor Cap D'Ail tödlich verunglückt. „Da unten liegt die Villa des Bijoux", sagt Anton und hält kurz am Straßenrand über Saint-Jeannet an. Zwischen Felsen und Bäumen lugt das rustikale Steinhaus hervor, das Cary Grant im Film bewohnt. Es ist in Privatbesitz.

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Die Krönung der Grande Corniche ist das mittelalterliche Dorf Èze, das an einem steilen Küstenabschnitt fast 500 Meter über dem Meer liegt. Nietzsche soll hier einen Teil seines Werkes „Also sprach Zarathustra" geschrieben haben. Ein Stück weit verläuft die Corniche oberhalb des Fürstentums Monaco, das mit seinen Hochhäusern nicht so richtig in die Idylle passen will.

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Anton wendet das Auto und fährt über die Moyenne Corniche nach Villefranche-sur-Mer. Am Ortseingang liegt die extravagante Villa Léopolda. Der 2.700 Quadratmeter große Jugendstilbau, den König Leopold II. von Belgien 1902 errichten ließ, gilt als teuerste Villa Europas. In den 1950er Jahren war sie im Besitz von Fiat-Erbe Giovanni Agnelli, der sie später an den libanesisch-brasilianischen Milliardär Edmond Safra verkaufte. „2008 bot der russische Milliardär Mikhail Prochorow der Witwe Safras 500 Millionen Euro für das Domizil, zahlte 39 Millionen an, trat dann jedoch vom Kaufvertrag zurück, weil ihm 500 Millionen plötzlich zu hoch schienen. Die verärgerte Witwe nahm sich einen Anwalt, verklagte den Russen und durfte die Anzahlung von 39 Millionen behalten", erzählt Anton. Ein gutes Geschäft - Villa behalten und noch ein paar Millionen oben drauf! Drei Jahre später bekundete Roman Abramowitsch Interesse, aber auch er kaufte die Villa letztendlich nicht, besitzt er doch auf Cap d'Antibes schon seit 2001 das Château de la Croë, das bis in die 1950er Jahre als Wohnsitz für den abgedankten englischen König Edward VII., den Duke of Windsor diente, der es später an Aristoteles Onassis verkaufte. Abramowitsch ließ das Schloss für 30 Millionen renovieren und nutzt es heute als Zweitwohnsitz.

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In Villefranche-sur-Mer, der Stadt mit dem größten Kreuzfahrthafen Frankreichs, wurden seit 1938 Szenen von mehr als 150 Kinofilmen und Fernsehserien gedreht, darunter der James Bond Film „Sag niemals nie", „Kiss and Kill" mit Ashton Kutcher und der Actionfilm „Transporter 4". In „Act of Love" trottet Kirk Douglas 1953 durch die engen Gassen der Altstadt, Cary Grant und Deborah Kerr fahren in dem Liebesfilm „An Affair to Remember" (Die große Liebe meines Lebens) 1957 vom Hafen mit einer Kutsche zu einem Anwesen über dem Ort, Catherine Deneuve lehnt 2006 in „Le Héros de la Famille" an einer Wand in der Rue du Poilu, im amerikanischen Action Thriller „Maximum Risk" findet 1996 in der engen Straße eine Verfolgungsjagd statt, und die dunkle Rue Obscure aus dem 14. Jahrhundert wird immer wieder für Krimidrehs verwendet. Hier spielen auch Szenen aus Jean Cocteaus letztem Film „Das Testament der Orpheus" (1960). Der französische Schriftsteller, Maler und Regisseur kam ab 1922 immer wieder in das stufenförmig an einen Hang gebaute Fischerdorf, das ihm zur zweiten Heimat wurde. Er logierte stets im selben Zimmer im Hotel Welcome, einem umgebauten Konvent aus dem 17. Jahrhundert. Im heutigen Zimmer 22, dessen Dekor zu seinen Ehren gestaltet wurde, hängen Szenen seiner Filme an den Wänden und über dem Bett prangt sein Zitat „Von Zeit zu Zeit muss man sich mal vom Nichtstun erholen."

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Tipp: Das Tourismusbüro in Villefranche-sur-Mer (www.villefranche-sur-mer.com) bietet Filmtouren zu Drehorten an, während denen auf dem iPad Filmszenen eingespielt werden.

Rent A Classic Car (www.rentaclassiccar.com) verfügt über mehr als 20 Oldtimer. Günstigster ist der Austin Mini Moke, der 199 Euro am Tag kostet, teuerster der Aston Martin DBS Volante mit 649 Euro am Tag.
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Die Autorin war auf Einladung von Côte d'Azur Tourisme vor Ort.