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"Gefährten" - Theaterstück in Berlin Premiere

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Am 20. Oktober galoppierten von nah und fern Prominente wie Josephin Busch, Dominic Boeer, Thomas Fritsch, Anouschka Renzi, Jasmin Wagner, Wolfgang Bahro und die gutgelaunte Gayle Tufts nach Berlin. Sogar Sir Bob Geldof reiste extra aus Irland an um dabei zu sein. Keiner wollte die deutschsprachige Premiere des Erfolgstückes "War Horse" verpassen, welches hier unter dem Namen "Gefährten" anlief. Die Produktion des National Theatre London hatte bereits viele Preise abgeräumt, sodass es kein Wunder war, dass der rote Teppich sich schon 1,5 Stunden vor dem Beginn der Vorstellung füllte.

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Das Theaterstück

Ich saß ganz vorn als das Stück losging und ließ mich hineinziehen in die Zeit des Erster Weltkrieges. Hinein in die Geschichte rund um Joey und Albert.
Im Jahr 1912 ersteigert Alberts Vater Joey als junges Fohlen. Albert (Philipp Lind) bildet ihn aus und die beiden finden eine tiefe Bindung zueinander. Doch dann verkauft Alberts Vater (Heinz Hoenig) Joey bei Beginn des Erster Weltkrieges an die Armee. Albert ist wütend, er wusste nichts davon, doch lässt er es geschehen, als ein einheimischer Soldat namens Captain Nicholls verspricht, sich um Joey zu kümmern und auf ihn aufzupassen. Doch Captain Nicholls fällt in Frankreich. Als Albert davon erfährt, meldet er sich freiwillig für die Front um Joey zu finden. Eine lange Suche beginnt.
Das Bühnenbild ist minimalistisch, doch es braucht einfach nicht mehr. Getragen wird das Stück von der Geschichte und den Darstellern. Die Pferde tun ihr übrigens dazu, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Schon nach kurzer Zeit nimmt man nicht mehr wahr, dass diese grandiosen lebensechten Figuren von 3 Menschen gespielt werden. Sie atmen, sie bewegen sich so getreu nach dem Original, dass sie einen einfach nur faszinieren. Das Übrige übernimmt die Musik und das Licht, düster und dunkel spürt man die Schrecken des Krieges doch auch die schönen Momente der Hoffnung und der Freude werden vermittelt. Es gab Momente des Lachens und Momente, die einen bewegten.

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Die Darsteller

Heinz Hoenig spielte Alberts Vater nicht als Bösewicht sondern gab ihm Charakter. Philipp Lind gelang es meisterlich das innere Wachsen von Albert darzustellen. Und auch die anderen Darsteller überzeugten durch ihre Mimik, Gestik und ihre schauspielerischen Darbietungen. Sie nahmen die Zuschauer mit auf eine Reise in eine frühere Zeit, unterhielten sie, faszinierten sie und bereiteten ihnen einen wundervollen Theaterabend.
Im Interview verriet mir Philipp Lind, dass bevor die Proben losgingen, alle Darsteller gemeinsam in Gruppendiskussionen darüber sprachen, wie das Leben zu der Zeit des Ersten Weltkrieges wohl gewesen ist. Sie hatten sich vorab gemeinsam informiert, durch Museen und Bücher, um so die Rollen besser spielen zu können.

 

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Joey galoppiert auch in Deutschland zum Erfolg

Die Pferdefiguren der Handspring Puppet Company sind die Hauptattraktion des Stückes und sie faszinieren Groß und Klein. Ich sah im Juni mit eigenen Augen, wie die Menschen auf Joey reagierten. Sie lieben ihn, sind fasziniert von der Echtheit seiner Bewegungen. Es ist wahres schauspielerisches Talent einer Puppe einen Charakter zu geben, sie lebendig zu machen und genau das ist es was "Gefährten" ausmacht. "Gefährten" hat das Puppenspiel neu definiert, auf eine neue Ebene gehoben, in der Illusion und Realität verschwimmen.

Weitere Informationen zum Theaterstück