BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Common Sense Media Headshot

5 Dinge, von denen du nicht möchtest, dass dein Kind sie im Internet lernt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
KINDER LAPTOP
iStock
Drucken

Von Caroline Knorr, Common Sense Media

Lass ein wissbegieriges Kind auf das Internet los und es wird eine ganze Menge in sehr kurzer Zeit lernen. Leider findet es dort jedoch nicht nur Geometrie-Unterricht von der Khan Academy, sondern auch Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Dinge, die nicht nur nicht altersgerecht sondern im schlimmsten Fall sogar verboten oder gefährlich sind.

Durch bestimmte Sicherheitseinstellungen und regelmäßige Kontrollen können Eltern zwar dafür sorgen, dass ihre Kinder nur auf Seiten herumsurfen, die für sie angemessen sind. Es ist jedoch nahezu unmöglich, sie vor sämtlichen Risiken zu schützen.

Viele Kinder und Jugendliche schauen sich zwar im Internet an, wie man ein Feuerwerk entfacht, doch am Ende sind sie dann doch nicht so unvernünftig, es tatsächlich selbst auszuprobieren.

Kinder sollten alles, was sie sehen, kritisch hinterfragen

Wenn ihr mitbekommt, dass euer Kind sich im Internet fragwürdige Dinge ansieht, solltet ihr aber nicht gleich ausrasten. Denn nur so könnt ihr weiterhin offen mit euren Kindern sprechen und sie dazu ermuntern, die Dinge, die sie im Internet finden, kritisch und verantwortungsbewusst zu hinterfragen und sich selbst zu schützen.

Mehr zum Thema: Kinderärzte warnen: Aus diesem Grund sollten eure Kinder vor dem 2. Lebensjahr kein Smartphone benutzen

Hier findet ihr ein paar Beispiele für nicht wirklich wertvolle Informationen, die ein Kind ganz einfach im Internet findet. Außerdem zeige ich euch, wie ihr am besten mit deinem Kind darüber sprecht. (Wenn ihr jedoch einen konkreten Anlass zur Sorge habt, dass euer Kind sich durch das, was es im Internet entdeckt hat, in ernsthafte Gefahr begeben könnte, solltet ihr härter durchgreifen.)

Anleitungen zum Autofahren: Auf YouTube kann man alles lernen, sogar wie man ein Fahrzeug lenkt. Vor kurzem hat ein achtjähriger Junge sich mit Hilfe von YouTube selbst beigebracht, wie man Auto fährt. Er chauffierte daraufhin seine kleine Schwester zum Drive-In von McDonald's.

Natürlich ist es nicht verboten, sich Videos anschauen, wie man Auto fährt - Jugendliche sollten sich jedoch nur dann hinters Steuer setzen, wenn sie einen Führerschein besitzen und von einem Erwachsenen begleitet werden.

Anleitungen für gefährliche Experimente: Es gibt viele seriöse Spiele, Internetseiten und Apps, die erklären, wie man wissenschaftliche Experimente auf verantwortungsvolle Weise durchführt. Genauso beliebt sind jedoch auch Videos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen für gefährliche Experimente wie "Feuer in der Flasche" oder "Mentos und Cola", sowie Anleitungen, wie man ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen einen Modell-Vulkan zum Ausbrechen bringt.

Was das Ganze noch schlimmer macht, sind sogenannte "Fail-Videos", in denen zu sehen ist, wie Kinder beim Ausprobieren solcher Experimente verletzt werden. Diese Videos können andere Kinder dazu anregen, ebenfalls Videos von ihren Misserfolgen zu veröffentlichen, um damit ihre Zuschauer zu unterhalten.

2017-06-20-1497957385-7066081-HuffPost1.png
Erste Worte, erstes Durchschlafen - und der erste Kita-Platz: All das ist Thema in unserer Eltern-Gruppe bei Facebook. Meldet euch hier an.

Anleitungen zum Entzünden von Feuerwerken: Wenn euer Kind sich für Feuerwerkskörper interessiert, gibt es im Internet genug Anleitungen, die auch die nötigen Sicherheitshinweise enthalten - unter anderem, dass Kinder nur in Aufsicht von Erwachsenen Feuerwerke entzünden sollten.

Anleitungen zum Rauchen von E-Zigaretten: Man kann im Internet nicht nur lernen, wie man E-Zigaretten raucht, sondern es gibt auch Anleitungen für sogenannte "Dampfer-Tricks". Mit diesen Tricks - wie beispielsweise Rauchkringel zu machen - wollen junge Menschen ihre Freunde zu beeindrucken.

Dampfer-Videos und Bilder von Promis, die E-Zigaretten rauchen, erwecken den Eindruck, dass es sich dabei um eine coole und lustige Angewohnheit handelt. Tatsächlich ist das Rauchen von E-Zigaretten jedoch gesundheitsschädigend.

Klärt euer Kind darüber auf, dass die Hersteller von E-Zigaretten diese bewusst an Promis verschenken, damit die Paparazzis sie beim Dampfen fotografieren.

Anleitungen zum Schummeln: Diese Anleitungen nutzen die Anonymität des Internets aus. Wenn keiner sieht, dass man etwas abschreibt, die Arbeit von anderen als die eigene ausgibt oder sich sogar Anleitungen zum Schummeln für Spiele herunterlädt - dann ist es ja nicht schlimm, oder?

Falsch. Gerade weil man im Internet so leicht betrügen kann, sollten alle Eltern mit ihren Kindern darüber sprechen, wie wichtig es ist, immer ehrlich und aufrichtig zu bleiben - auch wenn keiner zusieht.

Was ihr tun könnt:

Sprecht mit euren Kindern darüber, worauf sie beim Surfen im Internet achten sollten. Dazu gehört, dass sie sich selbst schützen und ihren gesunden Menschenverstand einsetzen.

Außerdem solltet ihr ihnen Fragen stellen, die ihnen helfen, die gefundenen Inhalte kritischer zu bewerten. Beispiele für solche Fragen sind:

  • Ist es ethisch vertretbar, andere Leute im Internet zu riskanten Aktivitäten zu animieren?
  • Glaubst du, dass diese Lektionen sinnvoll sind?
  • Wer übernimmt die Verantwortung, wenn jemand beim Ausprobieren von Online-Tutorials verletzt wird? Nur derjenige, der verletzt wird? Oder derjenige, der die Anleitung hochgeladen hat? Oder vielleicht der Betreiber der Website?
  • Was würdest du tun, wenn einer deiner Freunde so etwas Gefährliches ausprobieren möchte?
  • Welche äußeren Umstände sollten gegeben sein, wenn man solche Experimente ausprobieren will?
  • Musst du dir immer unbedingt alles ansehen, was du im Internet findest?
Common Sense Media ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die unparteiische Bewertungen und vertrauensvolle Beratung anbietet, um Familien beim verantwortungsbewussten Umgang mit Medien und Technik zu unterstützen. Unsere Bewertungen und Empfehlungen findet ihr auf www.commonsense.org. Wenn ihr mehr Artikel wie diesen lesen wollt, abonniert unseren Newsletter.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die HuffPost ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.

(lk)