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Die Briten haben es bisher stets geschafft, auf der Gewinnerseite zu stehen

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Liebe Leser,

bevor ich gleich zum eigentlichen Thema dieses Marktkommentars komme, möchte ich mit wenigen Sätzen auf den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union eingehen. Im Vorfeld der britischen Volksabstimmung hat sich fast das gesamte politische Establishment zu Wort gemeldet, um das Abstimmungsergebnis in seinem Sinne zu beeinflussen.

Dabei wurden abstruse Untergangs√§ngste f√ľr den Fall des Austritts gesch√ľrt - und von den deutschen Massenmedien fl√§chendeckend weiterverbreitet, als w√§ren die Journalisten einer Gehirnw√§sche unterzogen worden. Ich finde diese Strategie sehr befremdlich. Aber die Menschen werden sich an sie erinnern. Und wenn der prophezeite Untergang Gro√übritanniens jetzt doch nicht stattfinden sollte, wovon ich √ľberzeugt bin, dann haben die Eliten ein zus√§tzliches Glaubw√ľrdigkeitsproblem mit gro√üer politischer Sprengkraft.

Ich will hier nicht behaupten, die Folgen des Austritts Gro√übritanniens aus der EU zu kennen. Dazu ist die Welt der Wirtschaft einfach zu komplex und die Kreativit√§t von Unternehmern viel zu hoch. Soviel wissen wir allerdings: Wohlstand wird von Unternehmern geschaffen und nicht vom Staat und seinen Zentralbanken. Politiker, B√ľrokraten und Zentralbanker schaffen keinen Wohlstand, sie verteilen ihn nur um. √úber diesen grundlegenden Zusammenhang sollten Sie sich bei allen politischen Diskussionen stets bewusst sein.

Aus ordnungspolitischer Sicht ist die Sachlage also eindeutig: Mehr Marktwirtschaft, also weniger Planwirtschaft, weniger Staat und weniger B√ľrokratie sind der Weg zu mehr Wohlstand. Da der Austritt Gro√übritanniens aus der EU zu mehr Marktwirtschaft in Gro√übritannien f√ľhrt, wird das Land von dieser Entscheidung profitieren.

Historisch gesehen haben es die Briten stets geschafft, auf der Gewinnerseite zu stehen. Dass sie jetzt die EU verlassen, ist ein richtungsweisendes Signal.

Gold sch√ľtzt Sie auch vor den weichgesp√ľlten Juristen des Bundesverfassungsgerichts

Wie nicht anders zu erwarten, haben die Richter des Bundesverfassungsgerichts die Anleihenkaufprogramme der EZB als rechtens erklärt. Die Details dieses Urteils kennen Sie bereits aus den Massenmedien, weshalb ich sie hier nicht wiederholen muss.

Bei diesem Urteil haben die Verfassungsrichter im Vergleich zu ihrem Vorlagebeschluss des Jahres 2014 eine geradezu peinliche Kehrtwende vollzogen und sich fast vollst√§ndig der Sichtweise des Europ√§ischen Gerichtshofs angeschlossen. Dass die Rechtsprechung des Europ√§ischen Gerichtshofs nicht objektiv sein kann, sondern stets im Sinne von mehr Machtbefugnissen f√ľr EU-Institutionen ausf√§llt, kann niemanden verwundern. Oder erwarten Sie etwa von, sagen wir, einem passionierten Freier, dass er sich f√ľr eine Einschr√§nkung der Prostitution stark macht? Wohl kaum.

Sogar dieses Urteil hat noch eine gute Seite: Sie wissen jetzt, woran Sie sind

Etwas Gutes hat aber sogar dieses Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Jetzt wissen Sie definitiv, was Sie von zeitgen√∂ssischen deutschen Verfassungsrichtern erwarten d√ľrfen. Diese lauwarmen Juristen werden sich wohl nie gegen den erkl√§rten Willen der Machthaber stellen.

Damit ist die vielleicht letzte Chance auf eine ‚Äěrechts- und regelgebundene Europ√§ische Wirtschafts- und W√§hrungsunion" vertan, wie es die FAZ in einem Editorial ausgedr√ľckt hat.

Aber was bleibt, wenn die EU nicht rechts- und regelgebunden ist? Ein √ľber Recht und Gesetz stehender Machtkoloss, der nach Gutd√ľnken schalten und walten kann. Wohin diese Weichenstellung f√ľhrt, k√∂nnen Sie in jedem Geschichtsbuch nachlesen: Es ist der Weg in die Knechtschaft. Seien Sie also auf der Hut - und kaufen Sie Gold zu Ihrem Schutz.

Unter die Räuber gefallen: Europäische Draghödie nimmt ihren Lauf

Nachdem nun also klar ist, dass Draghi und Konsorten auch vom Bundesverfassungsgericht nicht mehr zur√ľckgepfiffen werden und die Europ√§ische Dragh√∂die weiter ihren Lauf nehmen wird, sollten Sie sich unbedingt mit der Geschichte der Geldentwertung vertraut machen. Denn diese Geschichte zeigt, wie gef√§hrlich das exzessive Spiel mit der Gelddruckmaschine ist.

Der renommierte Schweizer Professor Peter Bernholz hat im Jahr 2003 ein sehr wichtiges wirtschaftshistorisches Buch (Titel: ‚ÄěMonetary Regimes and Inflation") zum Thema Geldentwertung vorgelegt. Darin kommt er zu folgenden, auch f√ľr Sie sehr wichtigen Ergebnissen:

  • ‚ÄěDas politische System tendiert dazu, Inflation zu favorisieren. Alle gro√üen Inflationen wurden von K√∂nigen oder Regierungen verursacht."
  • ‚ÄěHyperinflationen sind immer verursacht durch Defizite des Staatshaushalts, die √ľberwiegend durch Geldsch√∂pfung finanziert werden."
  • ‚ÄěNotwendige Bedingungen zur Vermeidung von Inflation sind W√§hrungssysteme, die den Herrschern, Politikern und Regierungen die H√§nde binden."
Eindeutiger k√∂nnen die Ergebnisse einer wirtschaftshistorischen Betrachtung nicht ausfallen. Und klarer kann auf das sehr hohe Risiko einer kommenden (Hyper)-Inflation nicht hingewiesen werden. Denn die als ‚ÄěQuantitative Easing" oder ‚ÄěOutright Monetary Transactions" absichtlich mit unverst√§ndlichen Namen versehenen Anleihenk√§ufe der Zentralbanken sind nun einmal nichts anderes als Defizite des Staatshaushalts, die √ľberwiegend durch Geldsch√∂pfung finanziert werden.

Die Verfassungsrichter hatten die Chance, der EZB ein paar Bedingungen zur Vermeidung von Inflation zu diktieren. Diese Chance haben sie kläglich vergeben und sich stattdessen zu Komplizen verantwortungslos agierender Gelddrucker gemacht.

In unserer gerade erschienenen Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe ‚ÄěWieviel kostet uns die Fl√ľchtlingskrise" zeigen wir Ihnen unter anderem, wie sehr die deutsche Staatsverschuldung steigen wird, sobald die n√§chste Rezession erfolgt. Bei den noch deutlich maroderen EU-Mitgliedsstaaten ist die Lage nat√ľrlich noch prek√§rer. Wer diesen n√§chsten gro√üen Anstieg der Staatsverschuldung finanzieren wird, ist Ihnen hoffentlich klar: Mario Draghi und seine Gang der Wohlfahrtszerst√∂rer.

Ich w√ľnsche Ihnen ein hochsommerliches Wochenende.

Ihr

Claus Vogt

Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: Die Briten haben uns in puncto Demokratie wieder einmal eine Lehrstunde erteilt: Im Unterschied zu uns Deutschen darf die britische Bev√∂lkerung selbstverst√§ndlich √ľber wichtige politische Weichenstellungen ihres Landes abstimmen.

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